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Wie effektiv ist Faszientraining?

Bindegewebstraining ist der neue Fitness-Trend, Faszien-Rollen gibt es in fast jeder Workout-Klasse. Aber wie effektiv sind die Faszienübungen wirklich?

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Wie effektiv ist Faszientraining?
© Corbis

Dir sagt der Begriff "Faszien" nichts? Nun: Jeder hat sie – und sie sind sogar extrem wichtig. Das Geflecht aus Bindegewebshäuten verhindert Rückenschmerzen und schützt unsere Muskeln vor Verletzungen.

Vor allem aber sorgen die hauptsächlich aus Kollagenfasern bestehenden Faszien für eine straffe Figur. Weshalb ihnen in letzter Zeit erhöhte Aufmerksamkeit zukommt. Immer mehr Fitnessstudios bieten Faszientraining als DAS neue Wundermittel gegen Cellulite und Bindegewebsschwäche an. Zumal im Tierversuch gezeigt werden konnte, dass regelmäßig federnde Bewegungen bei älteren Tieren zu einem jugendlicheren Re-Modeling des Bindegewebes führte (für den Menschen gibt es jedoch noch keine spezifischen Studien).

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Was ist Faszientraining? Zunächst einmal kombiniert das Faszientraining Elemente aus Yoga, fernöstlicher Kampftechnik mit den federnden Abläufen der klassischen Gymnastik. Wirklich neu sind dabei weniger die Bewegungsabläufe, sondern die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die dem Faszientraining zugrunde liegen.

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Warum ist Bindegewebstraining wichtig? Die meisten Überlastungsverletzungen im Sport wie ein Ermüdungsbruch am Fuß oder schmerzhafte Muskelfasereinrisse betreffen nicht das rote Muskelfleisch, sondern das weißfarbige, kollagene Fasernetzwerk des Körpers – also die Faszien. Grund genug, unserem Bindegewebe etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken! Denn bleibt es geschmeidig und elastisch, kommt es beim Sport seltener zu Zerrungen oder Verspannungen. Auch ein Muskelkater danach ist weniger wahrscheinlich.

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Ist Muskeltraining jetzt out – und nur mehr Faszientraining angesagt? Natürlich nicht! Auch wenn die Fitness-Szene den Trend propagiert: Einseitiges Workout ist niemals gut. Stattdessen sollte die Faszien als kleine, aber wichtige Ergänzung des Trainingsprogramms einbezogen werden.

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Wie sieht es effektives Faszientraining aus? Meist werden federnde Bewegungen mit unterschiedlichen Dehnungen kombiniert. Um den Körper zu aktivieren, reicht etwa schon einfaches Hüpfen: Stell dich mit hüftbreit geöffneten Beinen aufrecht hin. Beginn nun mit beiden Füßen sanft zu federn. Beweg dich völlig frei, schwing die Arme! Etwa eine Minute hüpfen. Etwas komplexer ist der "Gekko Walk": Geh in die Liegestützposition. Beweg zuerst den rechten Arm und das linke Bein nach vorne, dann den linken Arm und das rechte Bein. "Lauf" so vier Schritte nach vorne, dann vier Schritte zurück. Mach dich lang in der Bewegung, geh ganz tief, strecke dich – und genieße die Bewegung. Am besten ist es aber, wenn du dich von einem Fitnesstrainer oder Physiotherapeuten einweisen lässt.

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Was sind Faszien-Rollen? Die Faszienrolle ist eine spezielle Massagerolle. Mithilfe dieser Rolle wird das verhärtete, schmerzhafte fasziale Gewebe wie ein Schwamm ausgepresst. Dazu werden die Stoffwechselvorgänge angeregt.

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Wie nutze ich die Faszien-Rolle? Will man damit Bindegewebe straffen, empfehlen sich herzhaft-kräftige Rollbewegungen jeden zweiten oder dritten Tag. Für eine lösende Wirkung sind hingegen langsame Rollbewegungen im täglichen Abstand besser.

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Kann man dabei etwas falsch machen? Bei schlechten Venen, Besenreisern oder ausgeprägten Lymph- und Durchblutungsstörungen sollte man die gezielte Anwendung besser mit dem Arzt besprechen.

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Was kann ich noch für ein gesundes Bindegewebe tun? Um das Netz der Faszien zu entspannen und das Gewebe wieder elastisch zu machen, helfen gezielte Bewegungstherapien und Massagen. Das Bindegewebe ist ausgesprochen empfänglich für Drücken (Akupressur), Ziehen und Kneten. Auch Dehnungsübungen und leichte Sprungübungen können dabei helfen, dass das Bindegewebe elastisch bleibt.

Thema: Workout