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Fehlgeburt: Was man danach NICHT sagen sollte

Eine Fehlgeburt. Eine der schlimmsten Erlebnisse im Leben einer Frau. Bloggerin Katarina meint aus eigener Erfahrung: "Bitte sagt DAS dann nicht zu ihr."


Fehlgeburt
© iStockphoto.com

Katarina erzählt auf Blogprinzessin immer wieder von ihrem bunten, lauten und lustigen Leben mit drei Kindern. Aber nach einer durchlittenen Fehlgeburt hat sie ein besonderes Anliegen an all ihre Mitmenschen:

Vor einiger Zeit hatte eine Frau in meinem Umfeld eine Fehlgeburt. Ich selbst hatte gerade Zwillinge auf die Welt gebracht, las davon und war das, was die meisten Menschen sind: sprachlos. Nichts bereitet einen auf die Fehlgeburt vor und niemand bereitet andere darauf vor, was man sagen soll. Was man sagen kann.

Nur so kann ich mir erklären, wieso jemand, der eine Fehlgeburt erlitten hat, so viele unpassende Sprüche zu hören bekommt. Vermutlich meinen es die Menschen gar nicht böse, aber da trifft dann Unwissenheit auf Sprachlosigkeit und bei einigen wenigen Menschen wohl auch auf Unverständnis oder pure Dummheit.

Vor wenigen Wochen traf es auch mich. Ich habe meine Fehlgeburt bewusst auf meinem Blog öffentlich gemacht, weil ich gehofft habe, anderen Frauen damit zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Um selbst zu erfahren, dass ICH nicht alleine bin.

Ich habe auf meine Artikel bisher nur EINEN einzigen schlimmen Kommentar bekommen. Jemand schrieb mir, ich solle mich doch zusammenreißen, meinen Arsch hoch kriegen für meine anderen Kinder und mal daran denken, dass andere Frauen GAR KEINE Kinder bekommen können. Ich hätte ja immerhin schon welche.

Kurz war ich furchtbar verletzt und habe dann beschlossen das Spiel „Dieses Leid ist schlimmer als deines“ nicht mitzuspielen. Kinder sind kein Spiel. Leid ist auch kein Spiel.

Was man nach einer Fehlgeburt nicht sagen sollte:

  • Ihr habt doch noch so viel Zeit!
  • War das Kind denn ein Wunschkind?
  • Immerhin weißt du jetzt, dass du schwanger werden kannst.
  • Ihr habt doch schon ein gesundes Kind.
  • Es war ja noch kein richtiges Baby!
  • Vergiss es und mach ein Neues!
  • Das kenne ich. Ich war auch schon einmal wegen meinem Blinddarm im Krankenhaus.
  • Na ja, ein behindertes Kind hättest du ja eh nicht gewollt.
  • Vor der 12. Schwangerschaftswoche sollte man rational bleiben. Das passiert halt.
  • Immerhin bleibt dir so eine Abtreibung erspart.
  • Es ist doch schon x Wochen her.
  • Dann kannst du ja heute mit uns feiern gehen!

Fehlgeburten sind meiner Meinung nach für Betroffene oder zumindest für mich nicht anders zu werten, wie der „reguläre“ Tod eines geliebten Menschen. Sei es die Oma, die Freundin, der Bruder oder die eigenen Eltern. Nimm, was für deine Situation passt.

Niemandem wird man nach der Nachricht „Meine Mama ist gestorben“ wohl antworten mit „Du hast ja noch deinen Papa und der ist doch auch super.“

„Ab dem 70. Geburtstag sollte man realistisch bleiben. Das passiert halt.“

Oder wenn man seine Oma verloren hat, wird man hoffentlich nie hören „Wie gut, dass es jetzt passiert ist, dann musstest du sie wenigstens nicht ins Heim geben.“.

Ich könnte jetzt noch viele weitere Beispiele anführen, aber ich glaube, ihr versteht nun, worum es geht! Jetzt stellt sich natürlich die Frage:

Was kann man nach einer Fehlgeburt sagen?

Die Antwort ist denkbar einfach:

  • Das tut mir sehr leid für dich!
Fehlgeburt

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