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Felix Baumgartner: "G'sunde Watsche"

Nach seinem Sprung aus der Stratosphäre wurde Felix Baumgartner verehrt, jetzt wünscht man sich, er würde schweigen. In einem Interview sagte der Extremsportler: "Ich bin für die g'sunde Watsche."

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Felix Baumgartner: "G'sunde Watsche"

Manchmal wünscht man sich für jemanden, dieser hätte besser den Mund gehalten. Um seiner selbst Willen.

So geht es uns in letzter Zeit mit Extremsportler Felix Baumgartner. Mit seinem Rekordsprung aus der Stratosphäre wurde der Red Bull -Sportler zum modernen Helden, versammelte auf seiner Facebook -Seite nicht weniger als 1,5 Millionen Fans. Doch nun arbeitet Baumgartner offenbar an seiner Demontage.

»Gesunde Ohrfeige, wenn's sein muss...«

Zunächst sorgte der Stratosphären-Springer nach seinem Sprung in einem Interview mit der Kleinen Zeitung für erhebliche Irritierung. Eine "gemäßigte Diktatur" sei für ihn nicht das schlechteste politische Modell, brabbelte der Sportler. Letztes Jahr dann wurde Baumgartner rechtskräftig wegen Körperverletzung verurteilt. Er habe zwar nur einen Streit schlichten wollen, argumentierte er. Doch am Ende schlug er zu...

Nun präsentiert sich der Sport-Extremist auch in einem Gespräch mit dem deutschen Magazin Bunte als Hardliner: Er sei bei der Erziehung für "die gesunde Watsche, wenn's sein muss." Bei seinem Vater sei dies auch nicht anders gewesen.

Wie er zu dieser radikalen Meinung kommt? Der Zustand der Gesellschaft störe ihn schon sehr, so Felix Baumgartner weiter. Wie etwa der fehlende Respekt bei Jugendlichen: "Nicht einmal für eine schwangere Frau stehen die im Bus auf."

Er vermisse den Mut zum Handeln: "Keiner traut sich mehr, was zu sagen, geschweige denn zu riskieren. Ich vermisse den Mut und die Hartnäckigkeit, die zum Ziel führen."

Mut, Beharrlichkeit, Zivilcourage, Respekt: Gegen all das ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Doch eine Ohrfeige, so bestätigen alle Erzieher und Therapeuten, ist definitiv KEINE "gesunde" Erziehungsmethode. Niemals sollte man in einem Gewaltakt gegen einen Schwächeren eine positive Maßnahme sehen. Denn auch wenn das Kind dann vielleicht "spurt": Seine Reaktion beruht nicht auf dem Verständnis, was es falsch gemacht hat, sondern nur darauf, keine weitere Ohrfeige zu bekommen.