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Der traurige "Feminismus" von Ivanka Trump

Ivanka Trump ist das Aushängeschild der US-Regierung als starke Frau und daher setzt sie sich offiziell für Frauenrechte ein. Dabei zeigt sie jedoch leider das komplette Gegenteil von Gleichberechtigung...

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Der traurige "Feminismus" der Trumps
© instagram.com/ivankatrump

Eine Frau zwischen zwei Männern - dieses Foto, das die Tochter des US-Präsidenten auf Instagram postete, ging um die Welt: Zu sehen war darauf Donald Trump selbst, sein Staatsbesuch, der kanadische Premierminister Justin Trudeau und Ivanka Trump, die es sich kurz auf dem Sessel des Staatsoberhauptes im Oval Office bequem machen durfte. Darunter schrieb sie die Worte: “A great discussion with two world leaders about the importance of women having a seat at the table!” (übersetzt: "Eine großartige Diskussion mit zwei Weltpolitikern über die Wichtigkeit, dass Frauen einen Platz am Tisch erhalten.").

Rein theoretisch ein guter und richtiger Ansatz. Der jedoch massive "Schönheitsfehler" beinhaltet. Denn in diesem Fall bekam sie den Platz am Tisch nur, weil sie die privilegierte Tochter ist. Weil quasi zwei weiße Männer ihr für den Fototermin gestattet haben, kurz einmal mitzuspielen. Weil sie Beziehungen hat. Man könnte es also eher als Vetternwirtschaft bezeichnen, die sich auch dramatisch in Form des Einmischens ihres Vaters in seiner Funktion als US-Präsident in ihre privaten Geschäfte zeigt.

Dabei hätte die USA tatsächlich eine Chance gehabt, diesen Platz am Tisch einer Frau zu geben - nämlich bei der letzten Präsidentschaftswahl, als ein vom Volk gewähltes, erstes weibliches Staatsoberhaupt. Aber aufgrund des eigentümlichen US-Wahlrechts ging diese Funktion nicht an Hillary Clinton, obwohl sie sogar satte 2,9 Millionen mehr Stimmen hatte.

Ivankas "Feminismus" zeigt nicht die Selbstverständlichkeit, dass Frauen in allen Bereichen sichtbar sind und eine Stimme haben, sondern dass sie von Männern dazu erst die Erlaubnis bekommen müssten.

Und das noch dazu von einem Mann, der mit wiederholten sexistischen und untergriffigen Äußerungen gegenüber Frauen bewiesen hat, was er von einer Gleichstellung der beiden Geschlechter hält. Was sich auch in der Politik seiner erst so kurzen Präsidentschaft widerspiegelt, weswegen Millionen Frauen sogar auf die Straße gingen, um gegen ihn zu protestieren.

Thema: Feminismus