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Ferdinand Sarnitz im Gespräch mit WOMAN: André Hellers Sohn und sein ganzer Stolz!

Er ist André Hellers einziger Sohn und bastelt als „Left Boy“ an seiner Musikkarriere. In WOMAN spricht der 20-Jährige über sein behütetes Nest, den berühmten Vater, Toilettensex & Dealer-Freunde.


Ferdinand Sarnitz im Gespräch mit WOMAN: André Hellers Sohn und sein ganzer Stolz!
© Susanne Spiel

"Ich werde Ferdinands Mutter immer auf den Knien meines Herzens danken, dass sie sich über meine ursprüngliche Kinderablehnung hinweggesetzt hat. Sie hat gemacht, was sie will! Andere hätten gemacht, was ich will, und hätten das Kind nicht bekommen. Dann hätte ich jetzt nicht diesen tollen Sohn“, bot uns Allroundkünstler André Heller, 62, vor Jahren mal tiefe Einblicke in sein Seelenleben. Obwohl er mit der Mutter seines Filius, Fotografin Sabina Sarnitz, 51, nur wenige Monate zusammen war, hat er sich vor seinen väterlichen Pflichten nie gedrückt. Und statt Strenge hat Heller seinem Ferdinand, 20, dem „Glück seines Lebens“, einfach nur „mehr Liebe“ mit auf den Weg gegeben. Weil er überzeugt ist, dass „kein Mensch durch bedingungslose Liebe beschädigt, grob oder primitiv wird, sondern nur durch den Mangel an Behutsamkeit und Mitgefühl …“. Und Hellers gefühlvolle Maxime hat sich
bewahrheitet. Denn als wir Ferdinand – er möchte sich als Hip-Hop-Musiker etablieren – zuhause in der Wiener City-Wohnung seines Vaters besuchen, spüren wir sofort, dass der zierliche Absolvent einer amerikanischen Schule in Wien auch charakterlich ein feiner, zart besaiteter junger Mann ist …

„Mein Vater ist mein bester Freund
Ferdinand, Sie haben die letzten eineinhalb Jahre in New York gelebt, dort Tontechnik studiert und wollen nun als alternativer Hip-Hopper mit dem Namen „Left Boy“ Karriere machen. Von wem fühlen Sie sich verlassen?
(lacht) Von einem Freund, mit dem ich während der Schulzeit eine Band hatte. Aber seit er nach New Mexico ausgewandert ist, bin ich solo unterwegs. Also ein allein gelassener „Left Boy“! Ich arbeite nur projektbezogen mit anderen Musikern zusammen. Deshalb ging ich nach der Schule auch nach Amerika. Um dort Kontakte mit Hip-Hoppern zu knüpfen. Der Sohn des Run-DMC-Sängers Rev Run drückte zum Beispiel mit mir am Institute of Audio Research die Schulbank. Wir waren aber nicht befreundet – aufgrund seiner Hochnäsigkeit. Die Zeit in New York ließ mich innerlich wachsen. Das Leben dort ist der totale Kontrast zu Wien. Hier bin ich zuhause, fühle mich geborgen. In der New Yorker Schule waren meine Kollegen mehrheitlich Ghettokinder mit der Ambition, aus der bitteren Not zu Star-Ruhm zu gelangen. Ich wurde erstmals hautnah mit dieser Art von Verzweiflung konfrontiert. Manche aus meinem Freundeskreis hielten sich nur mit dem Verkauf von Crack über Wasser.
Haben Sie auch Drogen ausprobiert? Peergroup-Verhalten verleitet oft …
Ab und zu einen Joint. Aber nie etwas Hartes, weil ich studieren konnte, wie haltlos und verstört es die Konsumenten auf Dauer macht. Bei meinen Musikerfreunden, die dealten, habe ich erkannt, dass sie nur ein hart wirkendes Pokerface trugen. In Wirklichkeit sind sie um Zuneigung buhlende Angstkinder! Hip-Hop spielt die Hauptrolle in ihren Leben. Sie sehen in den Medien die Rap-Superstars mit ihren Bentleys, Markenklamotten und Groupies und streben auch diese Statussymbole an. Um sich und der Umgebung zu imponieren. Ich bin zum Glück mit einem anderen Wertesystem aufgewachsen. Ich bin mir dieses Privilegs sehr bewusst …
Wie profitierten Ihre Freunde von Ihrer Bekanntschaft?
Wir haben unsere unterschiedlichen Erfahrungen gegenseitig bestaunt. Ich zeigte ihnen meine Welt in NoHo (teurer Stadtteil in Manhattan) und sie mir ihre „Hood“ in Brooklyn (teils ärmere Viertel). Was wir voneinander lernten, floss fruchtbar in unsere Gemeinschaftsproduktionen.
Seit wann wollen Sie Musiker werden?
Seit meiner Kindheit. Als Teenie versuchte ich mich als DJ und Beatboxer. Und organisierte sogar die erste Beatbox-Weltmeisterschaft mit. Mit 16 schrieb ich mein erstes Lied – „Negative Influence“. Ein grauenvoller Song aus heutiger Sicht. Anfängerniveau (lacht). Ich wollte cool sein – genau das hat man gemerkt. Mittlerweile kenn ich mein Potenzial. Ich komponiere, texte, produziere alles selbst. In Österreich bin ich wohl mit meinem collagenhaften Stil – ich mixe Jazz, Klassik, Elektro- und Weltmusik – ein Außenseiter. Das hörte ich als Bub mit meinen Eltern gern. Noch kann man meine Lieder nur über meine Homepage leftboy.com oder youtube.com hören. In Hongkong lief meine Musik aber jüngst auf der meistgehörten Radiostation! Auch in Österreich beginnt man sich zu interessieren. Sonst wären Sie nicht hier …

LESEN Sie das ganze Interview in WOMAN 24/09!