Ressort
Du befindest dich hier:

Ferrante-Fieber geht weiter: "Meine geniale Freundin" als Serie!

Für alle, die noch immer nicht verkraftet haben, dass der vierte Band der neapolitanischen Saga von Elena Ferrante, der letzte war: Rettung naht! Die Geschichte von Elena und Lila wurde als Serie verfilmt.

von

Ferrante-Fieber geht weiter: "Meine geniale Freundin" als Serie!
© HBO/rai

Aktuell zeigt eine Studie: Social Media macht abhängig. Was wir schon viel länger wissen: Auch Bücher machen süchtig! Inklusive aller Verhaltensweisen, die klassisch bei Suchterkrankungen auftreten: Die Nervosität beginnt schon 50 Seiten vor der letzten Seite: "Gleich ist der (Lese-)Stoff zu Ende! Hilfe!". Dann: Das Loch. Ist die Geschichte erst einmal zu Ende, fallen wir einen Zustand der Leere, wissen nicht, wie wir Abhilfe schaffen könnten. Gestresste Gedanken treten auf: "Wie komme ich verdammt noch mal an Nachschub?". Ein Glück, wenn sich um eine mehrteiligen Geschichte handelt - was im Fall der Ferrante so ist: Die italienische Frauen-Saga besteht aus vier dicken Bänden, die von der Kindheit bis zum hohen Alter, anhand der Freundschaft zweier Mädchen italienische Geschichte erzählt. Von den 1950er Jahren bis in die 2000er Jahre.

Wir entkommen also dem Loch, indem wir sofort ins Buchgeschäft laufen und uns Band II sichern - oder wenn es noch schnneller gehen muss, binnen Sekunden das E-Book auf unseren Reader laden. Ratzfatz geht auch dieser Band zu Ende - langsam lesen ist bei dieser Geschichte einfach nicht. Es folgt Band III und dann der unwiderruflich letzte Teil der Geschichte: Band IV. (So manche deutschsprachige Leserin hat sich aus Sucht-Gründen sogar auf eine neue Sprache eingelassen - und in Anbetracht der sich verzögernden deutschen Übersetzung vorab noch die englische Ausgabe gelesen...) Aber: Ist diese erst einmal zu Ende, gibt es keinen Nachschub, keine Hilfe mehr.

Ab dieser Woche jeden Montag bei HBO!

Das glaubte ich jedenfalls seit dem vergangenen Februar: Damals habe ich grippekrank im Bett den letzten Teil zu Ende gelesen und wusste nicht, wie ich - wohl auch wegen dem hohen Fieber - jemals wieder auf die Füße kommen soll. Keine Ferrante mehr. Endgültig. Und jetzt, wo ich längst wieder gesund bin und nicht mehr daran dachte, die alles verändernde Nachricht: Der erste Band mit dem Titel "Meine geniale Freundin" wurde verfilmt und kommt diese Woche ins Fernsehen! Wahnsinn. (Ins Fernsehen heißt in dem Fall: HBO strahlt die Serie immer Montags um 20:00 Uhr aus, die erste Staffel hat 8 Folgen.)

Ferrante: Hohe Erwartungen an Regisseur

Zugegeben: Verfilmungen von Klassikern der Literatur, bei denen man so derartig mitgefühlt hat, sind ein Wagnis. Ein großes sogar. Insofern schreibt auch Autorin Elena Ferrante selbst in einem Text im britischen "Guardian": Die Verfilmung als Serie sei „eine der möglichen Inkarnationen des Romanstoffs“. Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur, Saverio Costanzo, der die Serie für HBO und die italienische RAI verfilmte, dürfte nicht ganz einfach gewesen sein. Sie hat selbst an der Produktion mitgearbeitet und hatte große Erwartungen an ihn: „Es ist nichts falsch daran, dass ein Mann meine Bücher verfilmt; es ist sogar ein gutes Zeichen. Aber in diesem Fall darf ich nicht nachgiebig sein. Auch wenn er selbst einen sehr klar definierten, eigenen Blick auf den Stoff hat, verlange ich von ihm, meine Sicht der Dinge zu respektieren, sich meiner Welt anzupassen, sich ganz in meine Geschichte hineinzubegeben, ohne seine daraus zu machen.“ Wir dürfen also gespannt sein, ob uns Süchtigen die Serie, den erhofften "Kick" bringt.

Was ist das "Ferrante-Fieber"?

Für alle, die noch nicht dem Ferrante-Fieber verfallen sind: Worum geht's eigentlich und warum sind alle so verrückt danach? Die italienische Autorin, die nur unter ihrem Pseudonym Elena Ferrante bekannt ist, hat die 4-teilige Geschichte bereits in den 1990er Jahren veröffentlicht. Auf Deutsch ist das Werk aber erst im vergangenen Jahr erschienen und hat ein regelrechtes "Fieber" ausgelöst - Ferrante-Süchtige, wohin das Auge auch blickte. In dem Buch geht es um die Freundschaft zweier neapolitanischer Mädchen, die Entwicklung der italienische Gesellschaft nach dem 2. Weltkrieg, Faschisten und Kommunisten, Bildung und Armut, Erwachsenwerden, Liebe, Sexualität und das harte, neapolitanische Leben.

Und für alle, die das Buch noch nicht gelsen haben, DRINGENDE EMPFEHLUNG!

Was kann ich nach Ferrante lesen?

Und für alle, die auf der Suche nach Linderung für Ferrante-Entzug sind, hier noch ein Extra-Tipp: In "Das achte Leben (Für Brilka)" wird von 1900 bis heute die Geschichte eine georgischen Familie erzählt, anhand der starken Frauenpersönlichkeiten, die seit jeher die Geschicke der Familie lenken. Sprachlich unfassbar gut, die Geschichte so packend und ganz nebenbei lernt man noch einmal die ganze, spannende Geschichte der Sowjetunion und dem, was daraus wurde. Ganz große Empfehlung der Redaktion. Und nachdem die Grippewelle wieder im Anmarsch ist: Die Chancen stehen gut, dass ihr die 1.300 Seiten relativ schnell bewältigt.

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .