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Das Festival für alle: Ars Electronica 2018

Von 6. bis 10. September ruft die Ars Electronica wieder hunderte KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, IngenieurInnen, DesignerInnen und mehr aus der ganzen Welt nach Linz. Deren Ideen, Kunstwerke, Performances und Konzerte sollen so viele Menschen wie möglich inspirieren und daher geht das Event hinaus aus den klassischen Räumen der Kultur und Wissenschaft und setzt sich als weltweit einzigartiges Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft mitten in der Stadt für alle zugänglich in Szene.

von

SEER: Simulative Emotional Expression Robot
© Takayuki Todo

Von 6. bis 10. September versetzt die diesjährige Ars Electronica die Linzer Innenstadt wieder in
einen kreativen Ausnahmezustand. Das Programm umfasst mehr als 500 Einzelveranstaltungen, die entlang einer Festivalmeile vom Hauptbahnhof bis hinauf zum Pöstlingberg angeboten werden. Zwölf Locations werden bespielt und in temporäre Frei- und Spielräume verwandelt, in denen sich alles um Ideen und Visionen für die Zukunft dreht. Hauptschauplatz ist wieder die POSTCITY.

Das diesjährige Festival steht unter dem Motto "Error - The Art of Imperfection" (übersetzt: "Irrtum - die Kunst der Fehler") und geht dabei auf unterschiedlichste Art und Weise den Fragen nach: Wann wird aus einem Irrtum ein Fehler, ein Versagen und wodurch wird er zur gefeierten Quelle unvorhergesehener Ideen und Erfindungen? Wann ist ein Irrtum ein Versehen und wann absichtliche Täuschung, Fake?

Ein Error ist die Abweichung von dem, was wir erwarten, eine Abweichung von der Norm - aber was ist die Norm und wer legt sie fest? Ein Error muss kein Fehler sein, er kann eine Chance sein!

Beobachtet man die aktuelle Situation, dann kommt sehr schnell der Eindruck auf, dass einiges schief gelaufen ist mit der digitalen Revolution und dem 21.Jahrhundert. Millionen von Menschen fühlen sich um ihre Privatsphäre betrogen, Täuschung und Fake sind Alltagsrealität geworden und beeinflussen öffentliche Stimmung und politische Meinungsbildung. Und über allem schwebt eine diffuse Angst, in der rasanten Dynamik der Entwicklung auf der Strecke zu bleiben. War der Traum von der schönen digitalen Welt ein Irrtum und wie können wir diesen Traum retten?

Unsere Zeit ist gekennzeichnet von Perfektionswahn und einer, wie es scheint, unerschütterlichen Technologiegläubigkeit. Im Wunsch nach Optimierung, Effizienz- und Produktivitätssteigerung und viel öfter noch für das bloße Vergnügen an den Möglichkeiten, die uns digitale Technologien und soziale Medien verschaffen, liefern wir uns einer Maschinerie aus, die alles daran setzt, uns zu digitalen Konsum-Lemmingen machen.

Big Data Surveillance spürt präventiv jede Abweichung von unseren Gewohnheiten auf und Social Scoring soll in Zukunft unser Verhalten noch besser an den gesellschaftlichen Normen und Standards optimieren. Umso perfekter und leistungsfähiger die dafür eingesetzten Technologien werden, umso enger wird es für uns. Wer nicht rein passt, fällt raus.

Kissing Data

Dabei liegt doch gerade in der Unvollkommenheit das größte Potenzial für neue Lösungen. Nicht die Optimierung sollte unser Ziel sein, denn sie ist bloß eine bestmögliche Annäherung und Anpassung an das, was wir jetzt denken können und für richtig halten. Optimierung lässt keinen Spielraum für Unerwartetes und damit auch keinen Spielraum, um tatsächliche Fehlentwicklungen zu erkennen und zu korrigieren oder mit besseren neuen Ideen, andere Wege einzuschlagen.

Fehlerkultur, Risikobereitschaft und Kreativität sind die vielleicht wichtigsten Zukunftskompetenzen unserer Zeit.

In the rain

Wie viele Irrtümer musste die Evolution in den genetischen Sequenzen der Lebewesen machen bis aus LUCA (dem Last Universal Common Ancestor vor 3,5 Mio Jahren) Homo Sapiens wurde? Und aus wie viel Irrtümern musste der Homo Sapiens lernen, um den heutigen Entwicklungsstand zu erlangen? Um wie viele Erfahrungen und Erkenntnisse wäre die Menschheit ärmer, hätte es immer nur „normale“ Menschen und statistisches Mittelmaß gegeben … keine Andersartigen, Andersdenkenden, Andersfarbigen, Andersgläubigen?

Daher propagiert das Festival den Mut zur Unvollkommenheit, denn vielleicht ist es ja gerade das, was uns immer von den Maschinen unterscheiden wird?

Das gesamte Programm findest du hier: ars.electronica.art

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