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Warum wir im Supermarkt wieder zu Vollfett greifen!

Vollfettstufe? Böse, böse! Zumindest hält sich die Mär vom ungesunden Fett seit Jahren. Warum Fette für die ausgewogene Ernährung wichtig sind.

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Warum wir im Supermarkt wieder zu Vollfett greifen!
© Instagram/TheWholeTara

Fett macht fett. Und damit krank. So lautete über Jahre eine Ernährungsregel. Weshalb wir im Supermarkt brav zu Light-Produkten und Magermilch gegriffen haben, tunlichst alles Fett gemieden haben wie der Teufel das Weihwasser.

Völliger Quatsch, sagen Ernährungsexperten jetzt. Fett ist ein unterschätzter, aber wichtiger Ernährungsbaustein. Ohne Fett gäbe es keine intakten Zellmembranen, kein Vitamin D für die Knochen. Auch die Vitamine A, E und K sind fettlöslich - der Körper braucht erst mal Fett, um sie aus der Nahrung aufzunehmen. Und während die Kohlenhydratspeicher schon nach weniger als einem Tag erschöpft sind, können die als Fett gelagerten Energiereserven durch Hungerperioden helfen.

Wie gesund ist Fett?

Trotzdem ist in unseren Köpfen verankert, dass gegessenes Fett sich quasi direkt in Körperfett niedersetzt. Was stimmt: Zu viel, vor allem aber zu viel falsches Fett ist ähnlich schädlich wie Zucker.

Mit "falschem" Fett sind die gesättigten Fette gemeint. Die lassen, wenn sie in großen Mengen verzehrt werden, den Cholesterinspiegel ansteigen. Enthalten sind die gesättigten Fette vor allem in Wurst, Fleisch, Butter und gehärteten Fetten (also in vielen herzhaften und süßen Snacks).

Lebensnotwendig dagegen sind die mehrfach ungesättigten Fette. Die können wir Menschen nicht selbstständig bilden, wir müssen sie also mit der Ernährung zu uns nehmen. Mandeln, Sesam oder fetter Seefisch sind die Lieferanten.

Auch das ebenfalls gesunde, einfach ungesättigte Fett können wir nicht selbst produzieren, sondern müssen es zu uns nehmen - über Olivenöl, Avocados, Nüsse oder Margarine. Margarine hatte für eine Weile einen schlechten Ruf, weil bei der Herstellung ungesunde Fette entstehen. Doch mittlerweile gibt es Entwarnung: Bei der Margarine kommt es ganz entscheidend auf die Zusammensetzung an. Wenn Rapsöl oder Sojaöl in der Zutatenliste vorkommt, hat man einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren.

Eine große, 2013 veröffentlichte Studieergab, dass eine Diät mit höherem Fettanteil für die Gesundheit der Herzgefäße vorteilhaft ist - vorausgesetzt, es werden vor allem ungesättigte Fettsäuren verzehrt, wie etwa die aus Olivenöl und Nüssen. Mit einem Wort: die Mittelmeer-Diät wäre die optimale Ernährungsform.

Wie viel Fett ist gesund?

Durchschnittlich sollte eine Frau mit Mitte Zwanzig, etwa 60-73 Gramm Fett am Tag zu sich nehmen. Das sind in etwa 4-5 Esslöffel Erdnussbutter, 13-16 Teelöffel Butter, 16-18 150-g-Becher Joghurt mit zwei Prozent Fett. Obwohl wir weder 16 kleine Joghurtbecher noch 16 Teelöffel Butter empfehlen würden, aber wer Lust hat...

Thema: Ernährung