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dotdotdot: Das beste Filmfestival des Sommers startet!

Bis 28. August werden im Garten des Wiener Volkskundemuseums nicht nur grandiose Kurzfilme gezeigt - es wird auch diskutiert, gelacht und gefeiert. Der Schwerpunkt dreht sich um den "kommunikativen Ausnahmezustand", der nicht zuletzt rund um #MeToo entstanden ist.

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dotdotdot: Das beste Filmfestival des Sommers startet!
© PYNK_Emma_Westenberg

Lisa Mai ist einer jener Menschen, die nicht nur für das brennen, was sie tun - sondern diese Leidenschaft und Begeisterung auch binnen Sekunden an ihr Gegenüber weitergeben. Am Tag des Interviews über die neunte Auflage des Open-Air Kurzfilm Festival „dotdotdot“, das am 3. Juli im Wiener Volkskundemuseum seinen ersten "Kick-Off" feiert, hat die Festival-Leiterin bereits seit 5 Uhr früh den gesamten Bühnenaufbau und noch viele andere Kisten quer durch die Stadt transportiert. Aber: Das tut ihrem Elan und der überschwappenden Vorfreude keinen Abbruch - am liebsten würde man sich noch am selben Abend einen der von ihr beschrieben Filme anschauen.

Und genau das kann man ab heute bzw. Donnerstag machen. Was die Besucherinnen und Besucher in diesem Sommer erwartet? Altbekanntes und Neues. Fangen wir mit dem an, was bleibt, wie gehabt: „Woran sich nichts geändert hat ist: Wir bieten den Wienerinnen und Wienern 16 mal Open Air Abende, die wie immer barrierefrei sind. Dabei begreifen wir die Kurzfilme als Impuls, ein Festival zu machen - aber in Wirklichkeit sind die Menschen, die teilnehmen, das Festival.“ Das heißt: „Es liegt an ihnen, etwas daraus zu machen.“ Und deren Erwartungen wären beim 9. Durchgang schon „extrem hoch“, sagt Lisa Mai. Aber genau das „stachle das Team an, keine belanglose Bespaßung anzubieten. Da steckt immer mehr dahinter.“

Von Anfang an dabei: Lisa Mai.

Schwerpunkt: #meetoo-Debatte und kommunikativer Ausnahmezustand

Seien es die Extra-Aktivitäten wie die Workshops, die auch im Rahmen des Festivals stattfinden. Oder auch der diesjährige Programmschwerpunkt. Und damit wären wir auch bei der Frage angelangt, was neu ist. Unter dem Motto „We’re in this together now“ widmet sich dotdotdot im weitesten Sinne der #meetoo-Debatte. Oder besser: All dem, was mit dieser gesellschaftlichen Auseinandersetzung verbunden ist. Dabei fragt sich das Festival, ob wir uns nicht längst in einem „kommunikativen Ausnahmezustand“ befinden - das Gesprächsklima sei von „extremen Positionen“ geprägt. Und genau hier will das Festival Abhilfe schaffen und einen „Ausnahmezustand ausrufen, der von einer Kultur des Zuhörens geprägt ist und als glühende Einladung für das aufeinander zugehen“ verstanden wird. Denn: „We’re in this together now!“.

Fest und Film im Zeichen der Liebe

Deshalb wird es auch nicht beim Filmschauen belassen - die Menschen werden unter dem Hashtag #ITSYOUTOO dazu eingeladen, zu diskutieren, zu lieben, zu streiten, zu intervenieren, zu tanzen und zu feiern. Und alle, die schon einmal dabei waren wissen, dass sich all diese Dinge unter freiem Himmel im wunderschönen Museums-Garten besonders gut realisieren lassen. Los geht’s heute, Dienstag 3. Juli, mit dem gemeinsamen Fest mit dem Volkskundemuseums, das unter dem Motto „Liebe in Zeiten wie diesen“ auch der "Kick-Off" zum Festival ist.

Ab 17 Uhr gibt’s Programm, des Nächtens startet dann das Open Air Screening mit dem Supercut „Wie viel Liebe hältst aus?“ Im Rahmen des gesamten Festivals wird auch inhaltlich intensiv mit dem Museum zusammen gearbeitet, eine Überschneidung wäre etwa die Ausstellung zum Thema „40 Jahre Frauenhäuser“ unter dem Motto „Am Anfang war ich sehr verliebt“, zu der es auch im Programm von dotdotdot etwas geben wird.

Auch Katzen kann man beim Filmfestival sehen.

Die eigentliche Festival-Eröffnung findet dann am Donnerstag, den 5. Juli statt - ab dann gibt es Programm, den ganzen Sommer lang. Jeden Donnerstag und Freitag werden bei Dämmerung im Garten Filme gezeigt, bei Schlechtwetter im großen Saal im 1. Stock. Dabei ist nicht nur der Zugang barrierefrei, sondern auch für Menschen mit Hörbehinderungen steht eine induktive Höranlage sowie bei gekennzeichneten Filmen deutsche Untertitel oder eine Übersetzung in Gebärdensprache zur Verfügung. Was den Eintritt betrifft gilt wie immer: Pay as you wish! Das heißt: Wer es sich leisten kann, gibt ein bisschen mehr - sodass jene, die keine ausreichenden finanziellen Mittel haben, trotzdem in den Genuss des Filmfestivals kommen können.

Vom Cat Video Festival bis zum Kinderprogramm

Ansonsten empfiehlt sich ein ausführlicher Blick in das Programm des Festivals - selbst wenn man sich hier nur auf die Highlights beschränken würde - es würde den Rahmen sprengen. Denn die Filme reichen vom Programm für Kinder ab 4 Jahren, über das Cat Video Festival und die Vorstellung der „Visual Mothers“ österreichische Filmemacherinnen bis hin zu den animierten Filmen der Tricky Women. Ganz zu schweigen von der gemeinsamen Eroberung des öffentlichen Raums mit Rädern im Rahmen eines „Lunar Ride“ bis hin zu Workshops von und mit Sorority zum Thema „No more Bullshit“. Also, vorbeikommen zahlt sich auf jeden Fall aus, beim wahrscheinlich tollsten Filmfestival, das Wien zu bieten hat.

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