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Finanz-Tipps für Paare

Über nichts streiten Paare, so häufig wie über Finanzen. Wie du alltägliche Konflikte von vornherein vermeiden kannst, verrät Rechtsanwältin Katharina Braun.

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Finanz-Tipps für Paare

Mein Geld, dein Geld, unser Geld?

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Geld regiert die Welt - und vielleicht auch die Liebe? Laut einer Studie des Goethe-Instituts sprechen Paare zwar über ihre sexuellen Vorlieben, sobald es jedoch um Finanzen geht, üben sie sich in Enthaltsamkeit. Zu schnell können dicke Wolken den Liebeshimmel trüben. Immerhin, bei 39 Prozent aller Paare ist der Umgang mit Geld das Streitthema Nummer eins, so das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Männer sind nun einmal anders, Frauen bekanntlich auch - und wenn es um Geld geht, sowieso. Das fängt bei der Frage nach getrennter oder gemeinsamer Kassa an. Grundlegende Punkte der Geldverwertung werden nicht geklärt, stattdessen fliegen die Tassen bei Meinungsverschiedenheiten über Einteilung des Haushaltsbudgets. Nicht selten ringt da der Geizkragen mit dem Verschwender. Er versteht nicht, dass sie teure Konzertkarten gekauft hat, sie ärgert sich, dass der Kühlschrank noch immer leer ist, obwohl er einkaufen war. Alles Verhandlungssache meint Rechtsanwältin Katharina Braun (rechtsanwaeltin-braun.at) und erklärt, wie es funktioniert.

1

KONTO. Gemeinsam oder getrennt. Vorteil von getrennten Konten: Keiner muss dem anderen Rechenschaft ablegen, im Alltag jedoch eher unpraktisch. Trotzdem ist ein gemeinsames Konto so manchem dann doch zu viel des Guten. Besser: Eine extra angelegte Bankverbindung, an die jeder monatlich, im Verhältnis zu seinem Einkommen, einen Fixbetrag überweist. Davon können Kosten für Unternehmungen, wie Kino, Essen gehen, Lebensmittel etc. gedeckt werden. Alternative: Das Geld in einem Kuvert im Küchenschrank sammeln, allerdings ist da die Transparenz nicht so gegeben, ein Dauerauftrag ist leichter händelbar.

2

VERDIENST. Unterschiedliche Höhen. Kommt häufig vor und sorgt nicht selten für Krisenstimmung - ein Partner verdient mehr, der andere weniger oder gar nichts. Derjenige, der nicht so viel zum Materiellen beitragen kann, könnte einen immateriellen Ausgleich, durch Kinderbetreuung, mehr Hausarbeit etc. schaffen.

3

HAUSHALTSGELD. Anspruchsberechtigt. Das wissen viele nicht! Ist man verheiratet und verdient weitaus weniger als der Partner, oder hat gar kein Einkommen, ist man vom Gesetz her unterhaltsberechtigt. So errechnest du es: Beide Gehälter zusammenzählen, davon 40 Prozent nehmen, das geringere Einkommen davon abziehen, schon hast du deinen Unterhalt. Falls der finanzielle Pontentere aber schon die Hauptkosten bestreitet, wie Miete, Kredit, Kinder, reduziert sich dieser Betrag wesentlich.

4

ANSCHAFFUNGEN. Geteilte Finanzierung. Wenn größere Ausgaben anstehen, wie Autokauf oder Wohnungseinrichtung, ist es sinnvoll, wenn nur einer jeweils die Kosten übernimmt. So kommt es beim eventuellen Trennungsfall erst gar nicht zu Streitereien. Wichtig: Alle Rechnungen aufbewahren.

5

TEURES HOBBY. Aufteilung erforderlich. Gemeinsames Konto und ein Partner leistet sich davon seinen Golfplatzmitgliedsbeitrag und die coole Ausrüstung? Das muss er schon vom eigenen Geld bestreiten.

6

KREDIT. Schuldenfalle. Hier heißt es aufpassen! Denn falls ein gemeinsamer Kredit aufgenommen oder eine Bürgschaft übernommen wird und der Partner zahlungsunfähig wird, kann man alleine die restlichen Schulden abstottern. Als Ausgleich zur Ratenabzahlung des Partners könnte man stattdessen gesteigert Alltagskosten übernehmen.

7

SPAREN. Eigenerlag. Gespart werden sollte getrennt. Es schafft Unabhängigkeit und Konfliktvermeidung. So kann jeder seine ganz speziellen Bedürfnisse stillen, wie den Sport-Urlaub buchen oder lieber in die Altersvorsorge oder Lebensversicherung einzahlen.