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Fitness-Tracker helfen NICHT beim Abnehmen

Fitness-Tracker messen dein Laufpensum, deinen Kalorienumsatz - aber helfen sie auch beim Abnehmen? Nein, sagt eine neue Studie. Die Hintergründe.

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Fitness-Tracker helfen NICHT beim Abnehmen
© iStockphoto

Wie ein gutes Paar Laufschuhe, ein ordentlich sitzender Sport-BH oder atmungsaktive Workout-Kleidung gehören Fitness-Tracker mittlerweile zur Grundinvestition all jener, die regelmäßig Sport treiben und ihren Körper formen wollen. Leider helfen die Fitness-Armbänder und Apps aber nicht dabei, ordentlich Gewicht zu verlieren. Das zumindest ergab eine neue Studie, die im Journal der American Medical Association veröffentlicht wurde.

Forscher: "Fitness-Tracker geben ein (falsches) Gefühl der Sicherheit"

Forscher der Universität von Pittsburgh beobachteten 470 übergewichtige bis fettleibige Probanden im Alter zwischen 18 und 35 Jahren über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Teilnehmer wurden auf eine kalorienarme Diät gesetzt, dazu erhielten sie einen genauen Fitnessplan, wie sie ihre körperliche Aktivität sukzessive auf 100 bis 300 Minuten pro Woche steigern sollten.

Dazu führten sie ein Tagebuch, in dem sie ihre Aktivitäten und Fortschritte festhalten sollten – und nahmen an regelmäßigen Treffen mit Ernährungs- und Fitnesscoaches teil, die ihre Fortschritte überprüften. Tatsächlich speckten alle Teilnehmer in nur sechs Monaten ordentlich ab.

Nach diesem Zeitraum wurde die Gruppe zweigeteilt. Die Hälfte arbeitete weiter wie bisher – die andere Gruppe bekam Fitness-Tracker (eine Bodymedia Fit Core -Armbinde, die am Oberarm befestigt wurde). Diese Probanden nahmen nicht mehr an den Meetings teil und führten auch kein Tagebuch mehr über ihre Erfolge. Diese Arbeit sollte fortan von der App übernommen werden.

Warum man mit Fitness-Apps nicht so schnell abnimmt

Tatsächlich hielten 350 Probanden - und damit 75% der ursprünglichen Teilnehmer – das Programm über zwei Jahre lang konsequent durch. Die Teilnehmer aus Gruppe 1, die mit Coaches und Tagebüchern arbeiteten, verloren im Schnitt 13 Kilo. Diejenigen, die mit der Fitness-App gearbeitet hatten, konnten in 18 Monaten nur rund 8 Kilo abnehmen.

Woran das lag? Die These von Studienautor John Jakicic: "Die Tracker geben ein falsches Gefühl von Sicherheit. Die Probanden legten nicht mehr so viel Aufmerksamkeit auf ihr Programm und das richtige Essverhalten. Sie hatten offenbar das Gefühl, dass ihnen die App nicht nur Messwerte liefert, sondern ihnen regelrecht Arbeit abnimmt."

Welche Conclusio wir daraus ziehen? Selbst wenn du eine Fitness-App hast, die deine Bewegungsmuster misst – hör trotzdem nicht auf, deine Schritte zu zählen!

Themen: Diät, Fitness, Apps