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Zählt dein Fitness-Tracker die Kalorien falsch?

FitBits oder Apple Watch: Mit Fitness-Tracker zählen wir die verbrannten Kalorien. Eine neue Studie meldet nun Zweifel an der Genauigkeit der Daten.

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Zählt dein Fitness-Tracker die Kalorien falsch?

Fitness-Guru Kayla Itsines

© Instagram/KaylaIstines

Eine Stunde bin ich gelaufen, etwa 456 Kalorien habe ich dabei verbrannt. Sagt zumindest der smarte Fitness-Tracker an meinem Handgelenk. Dem habe ich bislang vertraut, wenn es um Herzfrequenz, Anzahl der gelaufenen Schritte und eben den Kalorienverbrauch geht...

Doch Forscher der renommierten Stanford Universität in Kalifornien melden nun Zweifel an der Genauigkeit der Daten an. Dafür analysierten sich den Energieverbrauch und die Herzfrequenz von 60 Teilnehmern während dem Sitzen, Spazierengehen, Laufen oder Radfahren.

Zusätzlich wurden die Werte durch die Fitness-Tracker Apple Watch, Fitbit Surge, Basic Peak, Microsoft Band, PulseOn, Mio Alpha 2 und die Samsung Gear S2 erhoben und mit den Analysen der Sportmediziner verglichen.

Fitnesstracker: Fehlerquote von bis zu 93%!

Laut der Studie messen die Fitnessbänder am Handgelenk die Herzfrequenz-Werte zwar "adäquat" – die aufgewendete Energie (Kalorien) aber würden durch die Tools "extrem schlecht geschätzt".

Eine Fehlerquote von 5% wäre für die Forscher noch akzeptabel gewesen – tatsächlich aber variierte die Fehlerquote der Geräte bei den diversen Aufgaben zwischen 27,4% und in einigen Fällen sogar bei 92,6% (!). Sogar bei einer vergleichsweise einfachen Aktivität wie dem Spaziergang lag die Fehlerquote bei der Kalorienmessung laut der Untersuchung noch bei 31,8%.

Besser lief die Messung der Herzfrequenz. Vor allem beim Radfahren gab es hier nur eine Abweichung von 1,8%, beim Wandern war die Fehlerquote 5,5%.

Studienautor Dr. Euan Ashley zur BBC: "Für eine tatsächliche Messung des Kalorienverbrauchs taugen die getesteten Fitness-Tracker nicht. Es sind eher grobe Schätzungen. Was bedeutet: Wenn dein smartes Armband dir suggeriert, dass du schon wahnsinnig viele Kalorien verbraucht hast, dann stimmt das nicht."

Hersteller FitBit reagierte mit einer Stellungnahme: "Der Erfolg unserer Fitness-Armbänder beruht darauf, dass sie den Nutzern die Gesundheits- und Fitnessentwicklung über einen gewissen Zeitraum anzeigen. Das ist von viel größerer Bedeutung als die kurzfristige Kalorienmessung."

Thema: Fitness