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Sind Flip-Flops ungesund?

Plattfüße, Fehlstellungen, keine Dämpfung: Wie ungesund sind Flip-Flops wirklich? Wir haben uns die größten Mythen rund um die offenen Sandalen angesehen.

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Sind Flip-Flops ungesund?

Zehenfreiheit!

© Corbis

Kaum wird es wärmer, rufen wir die große Zehenfreiheit aus! Bestellen uns neue kunterbunte Flip-Flops und offene Sandalen, gönnen dem über den Winter eingezwängten Fuß endlich wieder ein wenig Frischluft.

Aber ist euch auch schon aufgefallen? Kaum trägt man Flip-Flops, verfällt man sofort in einen leicht schlurfigen Gang. Die Füße heben? Viel zu schwierig. Überhaupt hält sich ein Gerücht erstaunlich lange: Flip-Flops seien gesundheitsschädigend. Keine Dämpfung haben sie, das Fußbett fehlt, der Fuß hat keine Stütze. Ein Orthopäden-Graus! (So die Fama!).

Stimmt aber so nicht. Denn Flip-Flops sind besser als ihr Ruf. Wir klären auf:

1

Die Muskeln werden überlastet. Falsch. Wer gesunde Füße hat, bekommt auch in Zehensandalen keine Probleme. Bei Fußproblemen kann die Umgewöhnung vom geschlossenen auf den offenen Schuh etwas länger Zeit brauchen, hier muss man anfangs mit leichten Schmerzen rechnen. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Schuh perfekt passt. Die meisten Menschen kaufen Flip-Flops einfach nach ihrer Schuhgröße, auf ein Probetragen wird oft verzichtet. Dabei sind die Angaben der Hersteller auch bei Sandalen oft recht unterschiedlich. Es gilt: Die Schuhe sollten die Zehen nicht überragen und die Riemen nicht zu eng am Fuß anliegen (sonst kommt es zu Reibung und Blasen). Sitzen die Riemchen aber zu locker, dann rollt man den Fuß beim Gehen nicht normal ab, sondern versucht, die Schuhe mit den Zehen festzukrallen. Das kann dann zu Überlastungsschmerzen führen. Also: Anprobieren, damit die Flip-Flops nicht zum Flop werden!

2

Die fehlende Dämpfung führt zu Verletzungen. Flips-Flops oder leichte Sommersandalen haben selten eine dicke oder weiche Sohle. Es fehlt eine Dämpfung, der Fuß wird bei jedem Tritt belastet. So die Mär. In Wahrheit, so haben zahlreiche Studien ergeben, wird die Gefahr von Einwirkkräften auf den Fuß gerne überschätzt. Sportmediziner raten: Wer sich in flachen, offenen Schuhen wohlfühlt, muss keine Sorge haben, dass er seinen Füßen schadet. Komfort ist entscheidend.

3

Ohne Fußbett wird der Fuß zerstört. Wenn die Fußmuskeln funktionieren, braucht man kein besonderes Fußbett noch eine Einlage. Wichtiger ist es, öfter mal den Schuh zu wechseln und in Wiesen oder am Strand auch barfuß herumzulaufen. Durch die Abwechslung erhält der Fuß neue Reize, wird stimuliert und vernachlässigte Muskeln werden trainiert. Sollte man bereits orthopädische Probleme haben: Mittlerweile gibt es Flip-Flops, die man sich mit individuellem Fußbett anfertigen lassen kann. Also quasi eine Einlage für die Strandsandale.

Thema: Schuhe