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Flötistin klagt Orchester wegen ungleicher Bezahlung

Gender Pay Gap: Die US-amerikanische Flötistin Elizabeth Rowe klagt das Boston Symphony Orchestra wegen ungleicher Bezahlung aufgrund des Geschlechts.

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Flötistin
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Nur einen Tag nachdem ein neues Gesetz im US-Bundesstaat Massachusetts in Kraft getreten ist, reicht die Flötistin Elizabeth Rowe Klage gegen das Boston Symphony Orchestra ein. Die Musikerin, die die erste Querflöte im Orchester spielt, behauptet, sie verdiene weitaus weniger als ihr männlicher Kollege in einer vergleichbaren Position. Der erste Oboist des Orchesters John Ferrillo erhalte nämlich ganze 25 Prozent mehr Gehalt als sie. Jährlich entgehen der Flötistin rund 70.000 Dollar. Das Gesetz, auf das sich Elizabeth Rowe beruft, legt die gleiche Bezahlung für eine vergleichbare Tätigkeit fest. Ganze 27 Mal ist sie als Solistin aufgetreten – öfter als alle anderen Hauptmusiker des Orchesters.

Klassische Musik – eine männerdominierte Welt

Laut der New York Times sei dies vermutlich die erste Klage nach dem Inkrafttreten des Gesetzes gegen ungleiche Bezahlung aufgrund des Geschlechts. Sie sei zudem die erste, führende Orchestermusikerin, die aufgrund des Gender Pay Gaps Klage einreicht. In der historisch männlich dominierten Welt der klassischen Musik, dürfte die Klage die Debatte um die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern anheizen. Der Anteil von Frauen in Orchestern der USA liege laut der Times bei 47 Prozent. Zum Vergleich: Bei den Wiener Philharmonikern liegt der Frauenanteil unter 10 Prozent. Die Wiener Symphoniker nehmen erst seit 1986 Frauen in das Orchester auf. Dort lag der Frauenanteil im Jahr 2016 bei 21 Prozent.