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Flohmarkt-Guide: So verkaufst du deine Waren mit Erfolg

Du hast viele Dinge, die du nicht mehr brauchst, weißt aber nicht wohin damit? Wir verraten dir alles, was du zum Verkaufen am Flohmarkt wissen musst.

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Flohmarkt-Guide: So verkaufst du deine Waren mit Erfolg

So viel Zeug... Verkaufe es am Flohmarkt!

© istockphoto.com

Die Flohmarkt-Saison zieht sich von Herbst bis Winter und von Frühling bis Sommer. Seit ich denken kann, war ich auf Flohmärkten unterwegs und das nicht nur als Käuferin, sondern auch als Verkäuferin. Ich habe alles gesehen, vom schäbigen Antiquitätenhandel, über spezialisierte Trödelmärkte, bis hin zu kuratierten Fashion-Flohmärkten. Das Verkaufen am Flohmarkt ist gar nicht so schwer oder aufwendig, wie man denkt!

Und deswegen ist es nicht fair, wenn ich mit meinem Know-How geize. Mit diesen fünf Tipps bist du bestens ausgestattet, um einen Verkaufstag am Flohmarkt zu starten und ihn mit Gewinn abzuschließen.

Hier geht's zu Teil 2 des Flohmarkt-Guides: So kaufst du richrig am Flohmarkt ein

Bei welchem Flohmarkt verkaufe ich welche Waren?

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Dies sollte die erste Frage sein, die du dir zuhause stellst. Denn für ziemlich alles gibt es einen eigenen Markt. Wenn man also eine Garage voll herausgewachsener Kindersachen und Spielzeug hat, sollte man sich nach einem Kinderflohmarkt umsehen. Wenn es Damen- und Herrenbekleidung ist, die man als modisch und gut erhalten beschreiben würde, dann ist man bei einem Mode-Flohmarkt à la Tingel Tangel Flohmarkt richtig.

Und wenn man eine Mischung aus allem hat, also Haushaltskram, Klamotten, Kindersachen und Bücher, dann sollte man seinen Stand auf einem "klassischen" Sonntagsflohmarkt zum Beispiel am Wienerberg in Wien oder vorm Center-West in Grauz aufschlagen.
Wer nicht in Wien wohnt, wo der Kalender etwas praller und mit diverseren Märkten gefüllt ist, sollte darauf achten, einen Einmal-im-Jahr-Flohmarkt wie etwa den Altstadtzauber in Klagenfurt zu erwischen, weil da der Andrang von Interessenten besonders groß ist. Ansonsten bleibt immer noch der bewährte, oben erwähnte Sonntagsflohmarkt.

Verkaufen am Flohmarkt
Aufmerksam, aber nicht zu aufdringlich sein - das ist die Devise beim Verkaufen am Flohmarkt!

Welchen Standplatz wähle ich?

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Hier gilt das altbekannte Motto: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Und bei manchen Flohmärkten ist damit ein nachtaktiver Vogel gemeint. Eine meiner liebsten Anekdoten zu diesem Thema: Während ich das Autofahren für die Führerscheinprüfung übte, lotste mich meine Begleitung eines Samstagabends auf den Obi-Parkplatz in Wiener Neustadt um dort das Einparken zu probieren. Als ich auf den Platz einbog, sahen wir, dass alles voll mit Autos und geschäftigen Menschen war, die Stände aufstellten. Es war die Nacht vor dem allwöchentlichen Sonntagsmarkt und die Verkäufer räumten zirka zehn Stunden vor Beginn ihre Sachen aus, um sich den besten Platz zu sichern.

Diese Anekdote soll niemanden abschrecken, aber eins sichtbar machen: Bei Open-Air-Flohmärkten mit unbegrenzten Standplätzen lassen sich die "Profis" nicht in den Kaffee spucken. Normalo-Verkäufer müssen dem nicht Nacheifern, aber es ist natürlich umso besser, wenn man mehrere Stunden vor Beginn dort ist, einfach nur um genug Zeit zu haben den Stand vorzubereiten. Bei Märkten die drinnen stattfinden ist es ein wenig einfacher, weil meistens schon vorher die Zahl der Verkäufer festgelegt wird und man nach Anmeldung fix einen Platz haben wird.

Welche Ausstattung brauche ich zum Verlaufen am Flohmarkt?

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Hier kommt es wieder drauf an, welche Waren man hat. Ein Malertisch ist der absolute Alleskönner, einerseits weil wir alle mindestens eine Person im Bekanntenkreis haben , der einen hat und ihn gerne herborgt. Andererseits, weil man ihn mit Tischdecken oder Tüchern sehr gut individualisieren kann. Für einen Fashion-Flohmarkt bietet sich noch eine mobile Kleiderstange an, die man leicht auf- und abbauen kann. Kleinkram wie Nagellack, Schmuck oder Anstecker wirkt auf einer mehrstöckigen Kuchenplatte eleganter und übersichtlicher.

Für Sachen, die dir nicht so wichtig sind, oder wo du weißt, dass sie nur noch ein-zwei Euro wert sind, stellst du eine Wühlkiste auf, die du mit dem entsprechenden Preis betitelst. Solche Boxen lösen die Hemmungen der Käufer, da sie nicht nach dem Preis fragen müssen. Und das zwanglose Kramen wird dann in den meisten Fällen zum Bestaunen deiner anderen Waren. Der Held eines Fashion-Flohmarktes (aber auch auf anderen Märkten) ist man, wenn man einen Spiegel zum Aufstellen dabei hat. Es kann sich durchaus lohnen, im Bekanntenkreis etwas länger nach so einem herumzufragen, da viele Flohmarktverkäufer nicht daran denken, oder keinen auftreiben können. So landen viel mehr Leute vor deinem Spiegel und somit bei deinem Stand.

Die Ausstattung auf einen Blick:

  • Malertisch
  • Tischdecken oder Tücher
  • Mobile Kleiderstange
  • Boxen & Kisten
  • Ganz wichtig: Spiegel!

Wie viel sollen meine Waren kosten?

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Natürlich willst du als Verkäuferin all deine Sachen loswerden und so viel Geld wie möglich machen. Aber denk immer dran: Die meisten deiner Sachen sind benutzt und haben deswegen einfach nicht mehr ihren ursprünglichen Wert. Und auf einem Flohmarkt herrschen einfach Flohmarktpreise, soll heißen, dass man sich daran gewöhnen sollte, ein T-Shirt auch mal um drei Euro und eine Jeans um fünf Euro zu verkaufen. Bei Designersachen ist das natürlich was anderes, aber auch da gilt eine recht große Preisreduktion.

Anfangs mehr, später weniger

Am besten hörst du aber auf dein Bauchgefühl und hältst dich an diese einfache Regel: In den Anfangsstunden des Flohmarkts bleibst du stark, wenn jemand versucht zu handeln und je später es wird, desto liberaler kannst du sein. Halte immer vor Augen, dass du die nicht gekauften Sachen wieder nachhause nehmen musst. Und bei alten Jeans, in die du nicht mehr reinpasst ist das auch eine andere Sache, als bei Schuhen von Prada. Bei den Schuhen kannst du länger warten, wogegen du die Jeans am Ende einfach verscherbeln solltest. Kleinvieh macht nämlich mehr Mist, als man glauben würde.

Preisschild: Vor- und Nachteile

Etwas, was viele Verkäufer machen, ist jede Ware mit einem Preisschild zu bestücken. Damit hoffen sie den Handel-Versuchen ihrer Interessenten zu entgehen und fixes Geld einzunehmen. Auf der einen Seite kann dies dazu führen, dass Leute den Stand einfach verlassen, weil sie sich nicht trauen zu handeln, aber trotzdem kaufen würden, wenn man ihnen einen Rabatt anbieten würde. Auf der anderen Seite hilft es, wenn man Pause machen möchte und eine Kollegin bittet, auf den Stand aufzupassen. Es hat also Vor- und Nachteile.

Verkaufen am Flohmarkt
Der Kundin gefällt ein Teil, dann ist die Chance groß, dass ihr noch mehr gefällt.

Wie verkaufe ich am besten am Flohmarkt?

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Du hast einen guten Platz ergattert, den Stand so ansprechend wie möglich gestaltet und wartest nun auf Kunden. Keine Sorge, sie werden kommen. Wir alle verhalten uns nämlich ein bisschen wie Schafe: Wenn wir sehen, dass an einem Stand besonders viel geguckt und gekramt wird, wollen wir auch schauen, was es dort gibt. Dass heißt, man kann als Verkäuferin das ganze ein bisschen ankurbeln, indem man Freunde und Bekannte bittet, den eigenen Stand zu bevölkern.

Zu deinen Kunden solltest du freundlich sein und ihnen anbieten, weiterzuhelfen, wenn sie es brauchen. Achte darauf, welche Teile sie sich anschauen. Wenn ein Kunde deine Jeans durchblättert, dann weise ihn darauf hin, dass du auch einen netten Herrenanzug auf der Kleiderstange hast. Sei dabei nicht zu aufdringlich, indem du die Person zu sehr beobachtest. Wir kennen alle dieses unangenehme Gefühl, in einem Geschäft von dem Verkäufer wie ein Schatten "verfolgt" zu werden. Und dieses Gefühl willst du auf keinen Fall vermitteln.

Das absolute No-Go:

Das absolute No-Go für Verkäufer ist meiner Meinung nach das Handyschauen. Vor kurzem war ich auf einem Flohmarkt von Bloggerinnen, von der mehr als die Hälfte auf ihrem Smartphone surfte, einige sogar auf dem Laptop. Ich weiß schon, dass man heutzutage immer erreichbar ist und es spricht nichts dagegen, manchmal die Nachrichten und Emails zu checken, aber beim unmotivierten Scrollen durch Facebook hört der Spaß auf. Damit vermittelt man nur, dass einem irrsinnig fad ist und man eigentlich gar nicht hier sein will. Als Kundin habe ich mich sehr abgelehnt gefühlt und deswegen den Flohmarkt auch so schnell wie möglich verlassen. Im Endeffekt kommt es natürlich auf die richtige Balance an, wenn absolut nichts los ist, dann kannst du schon mal surfen, wenn jemand kommt, weg mit dem Handy und das Lächeln rausholen!

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Thema: Shoppingtipps

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