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Flohmarkt-Guide: So kaufst richtig du am Flohmarkt ein

Du bist neugierig auf Mode vom Flohmarkt, weißt aber nicht wie du das Richtige findest? Wir verraten dir alles, was du über das Einkaufen am Flohmarkt wissen musst.

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Flohmarkt-Guide: So kaufst richtig du am Flohmarkt ein
© istockphoto.com

Seit ich denken kann, gehe ich auf Trödelmärkte. Und so freut es mich natürlich, dass vor allem Mode-Flohmärkte bei uns immer populärer werden, aber ich finde, dass sie Potenzial noch nicht ganz ausgeschöpft haben. Second Hand Mode wird ein bisschen skeptisch beäugt, "Ist das denn hygienisch?", fragen mich meine Freundinnen oft. Natürlich kostet es am Anfang vielleicht Überwindung, die Sachen anderer Leute zu kaufen, aber es lohnt sich.

Einerseits ist Flohmarkt-Mode die kostengünstige Alternative zu nachhaltiger Kleidung, die aus guten Gründen ein wenig teurer ist. Andererseits kauft man sich ein Stück Individualität im Trenddschungel ein, da man ja nie wissen kann, welche Teile auf den Wühltischen lauern. Und da ein großer Part meines Kleiderschrankes aus Second Hand Mode besteht, verrate ich euch fünf Tipps mit denen ihr zu erfolgreichen Flohmarkt-Schnäppchenjägerinnen werdet.

Hier geht's übrigens zu Teil 1 des Flohmarkt-Guides: Mit Erfolg verkaufen.

Was finde ich auch welchen Flohmärkten?

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Wenn es um "normale" Flohmarktware wie Haushaltskram, Bücher und Kindersachen geht, dann kann man schon mal auf einen klassischen Sonntagsflohmarkt wie der am Wienerberg in Wien herumstöbern. Dort ist die Auswahl zwar groß, aber man kann sich nicht unbedingt darauf verlassen, das Gesuchte zu finden. Bei genauen Vorstellungen sollte man auf spezialisiertere Gelegenheiten, wie einen Kinderflohmarkt oder Antiquitätenmarkt, warten.

Für Klamottenjägerinnen bieten sich die in Österreich immer populärer werdenden kuratierten Flohmärkte à la Turnhallen-Flohmarkt oder Tingel Tangel Flohmarkt an. Kuratiert bedeutet in diesem Fall, dass die Veranstalter Bewerbungen von Verkäufern annehmen und dann die geeigneten aussuchen. Wenn der Fokus etwa auf Vintage-Mode liegt, also Kleidung aus vergangenen Jahrzehnten, dann werden Verkäuferinnen mit Zara, H&M und Co ausgefiltert. Bei einem Second Hand Markt wird diese Auswahl meistens umgekehrt. Mittlerweile gibt es in Wien sogar einen Beautyflohmarkt, wo vor allem Bloggerinnen Presse-Samples auf dem Beauty-Bereich verkaufen. Leider mangelt es im Rest von Österreich noch an solchen Flohmärkten.

Flohmarkt einkaufen
Wichtigster Tipp vorweg: Lass dich nicht von der Auswahl verunsichern!

Wie kaufe ich richtig ein?

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Wer regelmäßig auf Flohmärkten ist, weiß, dass der Reiz eines solchen im Chaos und in der Unübersichtlichkeit liegt. Neulinge müssen sich erst einmal von den Konventionen in Modegeschäften lösen, wo alles schön ordentlich sortiert ist und man das Gesuchte fast auf den ersten Blick erkennt. Auf einem Flohmarkt muss man sich ganz seiner haptischen Seite ergeben und einfach drauflos kramen. Und selbst wenn man die einzige Person bei einem Stand ist und von der Verkäuferin angequatscht wird, darf man ruhig schauen ohne zu kaufen.

Am Anfang ist das noch schwer, weil man noch ein bisschen schamvoll ist und ein schlechtes Gewissen kriegt, wenn die verkaufende Person besonders nett war. Aber den Begriff „schlechtes Gewissen“ streicht man am besten aus seinem Vokabular, zumindest so lange wie man shoppt. Es lohnt sich auch, einen Flohmarkt mehrmals von vorn bis hinten zu durchwandern, auch wenn man das Gefühl hat, es gibt irgendwie nichts. Denn beim zweiten und dritten Blick tauchen oft Dinge auf, die man gar nicht gesehen hat. Du stehst bei einem Stand und dir gefallen ein-zwei Teile, doch nicht so sehr, dass du sie kaufen würdest? Bleib trotzdem da und schau dir alles genau an, denn bei dieser Verkäuferin ist anscheinend die Wahrscheinlichkeit größer, dass du noch was findest, das dir gefällt. Genauso verhält es sich mit der Sympathie: Hast du eine Verkäuferin erblickt, die deinen Kleidungsstil hat, dann ist ihr Stand vielleicht deine Fundgrube für dich.

Wie erkenne ich, wie viel welches Teil wert ist?

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Stell dir vor, du hast ein T-Shirt gefunden, das du haben willst und die Verkäuferin nennt einen Preis von zehn Euro. Wenn du dir nicht sicher bist, ob der Preis angemessen ist, schau dir das Teil nochmal genauer an und geh im Kopf diese Liste durch:

  • Ist das Teil intakt?
  • Hat es irgendwelche Fehler, wie Löcher?
  • Wurde es zu oft gewaschen, sprich ist es fusselig, oder zu klein für die angegebene Größe?
  • Welche Marke hat das Shirt?

Selbst wenn du dich mit Marken nicht auskennst, kannst du mit den objektiven Faktoren, erkennen, wie viel das Shirt, deiner Meinung nach wert ist. Und auch wenn du beschädigte Designersachen kaufen möchtest musst du dir keinen hohen Preis einreden lassen, nur wegen der Marke. Auf dem Flohmarkt herrscht eine andere Ordnung: Je intakter und neuer die Ware erscheint, desto mehr kann ein Verkäufer auf seinen gewünschten Preis bestehen.

Bei Silberschmuck achte auf etwaige Gravierungen, wobei "925" die häufigste ist. Dies bedeutet, dass du ein Stück aus echtem Silber und keinen Modeschmuck kaufst, was sich natürlich auf den Preis auswirken kann. Bei Porzellangeschirr und anderen Antiquitäten lohnt es sich, vorher ein bisschen zu recherchieren, was die Echtheit des Gesuchten Stücks anbelangt. Mit einem Smartphone kann man sich auch direkt am Markt über ein Stück informieren.

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Man muss sich die Teile genau anschauen!

Wie handle ich richtig am Flohmarkt?

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Vielen ist es ein Gräuel, andere kriegen nicht genug davon: Handeln ist die Urform einer jeden Transaktion. In unserem Alltag brauchen wir diese Kommunikationsform nur in den seltensten Fällen und dazu gehört eben ein Flohmarkt. Das Wichtigste beim Handeln ist: Jeder (!) Preis ist verhandelbar, egal ob man ihn für angemessen oder für überteuert hält. Selbst wenn ein Preisschildchen am Teil klebt, ist die Summe verhandelbar.

Und weil es Vielen sehr schwerfällt, hier das kleine 1x1 des Handelns: Durchatmen und den Begriff "schlechtes Gewissen" vergessen. Ebenso vergessen, dass man gleich eine fremde Person ansprechen wird. Einen Preis überlegen und dann ab durch die Mitte:

Handeln: Passiver Ansatz

Wer mit den Worten: "Wie viel möchtest du dafür haben?" anfängt, wählt die gemäßigtere Methode.Einerseits weil man als fragende Person die passive Rolle einnimmt und andererseits, weil man so noch mehr Zeit zum Nachdenken über den eigenen Preis bekommt. Hier läuft man Gefahr, dass der Verkäufer einen weit höheren Betrag nennt, als man geglaubt hätte. Dann kommt man vielleicht nicht dorthin, wo man eigentlich hinwollte. Man kann noch versuchen, so zu tun, als würde man das Teil nicht mehr kaufen wollen und später nochmal vorbeischauen. Der Verkäufer merkt vielleicht, dass er mit seinem Preis nicht weiterkommt und geht auf deinen neuen Vorschlag ein.

Handeln: Aktiver Ansatz

Wenn man mit den Worten "Drei Euro für diesen Pulli?" öffnet, dann kann nimmt man den Verkäufern oft den Wind aus den Segeln und bringt sie dazu deinen gewünschten Preis zu übernehmen, oder nur ein-zwei Euro raufzugehen. Man nimmt die aktive Rolle ein und zeigt, dass man ein harter Hund ist. In diesem Fall kann ein Stolperstein sein, dass der Verkäufer ebenso ein harter Hund ist und die "Oh mein Gott, weißt du überhaupt, dass das ein Pulli von XY ist? Der kostet neu so-und-so-viel und ich habe ihn nur einmal angezogen..."-Karte spielt.

Handeln: Nur nicht nachgeben!

Das soll dir wiederum den Wind aus den Segeln nehmen und dich kleinlaut werden lassen. Ab diesem Punkt schluckst du am besten alle Konventionen runter und bleibst stark, selbst wenn du wirklich nicht wusstest, dass dies eigentlich ein teures Stück ist. Du sagst gelassen "Achso, ok. Dann eben zehn Euro.", oder "Achso, ok." und lässt das Teil da. Wenn die Person den Pulli loswerden will, wird sie in beiden Fällen auf dich zukommen. Wenn nicht, dann eben nicht – es ist ja auch nur ein Pulli!

Was, wenn das Einkaufen bei einem Flohmarkt nicht klappt?

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Nicht jeder Flohmarkt ist gleich gut, denn manchmal findet man rein gar nichts obwohl man große Hoffnungen hatte. Trotzdem zahlt es sich immer aus, innerlich geduldig zu bleiben und auch den fünften Wühlkorb zu durchstöbern. Da jeder Anbieter einen anderen Geschmack hat, kann sich auch in jeder Kiste eine neue Möglichkeit auftun, das neue Lieblingsteil zu finden. Und wie gut sich so ein Fund anfühlen kann, weiß man erst, wenn man es selbst erlebt hat.

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