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Junges ORF-Team auf dem Vormarsch: Wer ist Florian Petautschnig?

Florian Petautschnig gehört zur jungen Garde im ORF und arbeitet in der Wissenschaftsredaktion. Diese ist mit dem Aufkommen des Corona-Virus verstärkt in den Fokus gerückt - und damit der 29-Jährige öfter vor die Kamera. Wir haben mit ihm über Nobelpreisträgerinnen, seine Karriere sowie erste TV-Auftritte gesprochen und wie es ist, von Maschek nachvertont zu werden.

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Junges ORF-Team auf dem Vormarsch: Wer ist Florian Petautschnig?
© ORF

WOMAN: Verrätst du uns dein Alter und wo du geboren wurdest?
Petautschnig: Ich bin 29 und ich wurde in Wien geboren. Aufgewachsen bin ich in Villach.

WOMAN: Wie verlief dein beruflicher Werdegang?
Petautschnig: Ich habe als freier Mitarbeiter in der Wissenschaftsredaktion von Ö1 begonnen, danach arbeitete ich für knapp zwei Jahre bei Ö3. Nach einer kurzen Zwischenstation im ZDF Büro Wien ging es für mich schon in die Wissenschaftsredaktion der Zeit im Bild, wo ich nun seit knapp fünfeinhalb Jahren arbeite.

WOMAN: War es immer dein Ziel zur ORF-Wissenschaftsredaktion zu gehören?
Petautschnig: Sagen wir es so, es war von Beginn an eine der Redaktionen, die mich sehr interessiert haben. Dass ich bereits zu Beginn meines beruflichen Werdegangs dort gelandet bin, hat sich so ergeben. Aber das Themenfeld ist für mich sehr spannend, auch, weil es so breit gefächert ist. Klar, derzeit geht es hauptsächlich um das neuartige – aber mittlerweile vielleicht nicht mehr ganz so neue – Coronavirus. Aber wir machen auch viele Beiträge über Raumfahrt, über Zeitgeschichte, über Medizin, Biologie, etc… Dabei schätze ich sehr, dass ich mit so vielen spannenden Menschen in Kontakt komme, ich bekomme Einschätzungen und Informationen aus erster Hand. Vor ein paar Jahren wurde ich schon einmal danach gefragt, was ich an meinem Beruf mitunter am meisten schätze. Damals sagte ich, dass von all jenen, die ich irgendwann einmal interviewt habe, auch jemand dabei sein könnte, der eines Tages den Nobelpreis bekommt. Heuer ist das passiert – Emmanuelle Charpentier wurde mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Sie durfte ich vor ein paar Jahren in Wien interviewen und mit ihr über ihre Forschung sprechen.

»Vor ein paar Jahren wurde ich gefragt, was ich an meinem Beruf am meisten schätze. Damals sagte ich, dass von all jenen, die ich irgendwann einmal interviewt habe, auch jemand dabei sein könnte, der eines Tages den Nobelpreis bekommt. Heuer ist das passiert.«

WOMAN: Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus?
Petautschnig: Den normalen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. In einer großen Redaktionssitzung vormittags werden die Themen besprochen, manchmal weiß man schon, was auf einen zukommt, manchmal muss man aber sehr schnell und flexibel sein. Das macht den aktuellen Dienst aus.

WOMAN: Kannst du dich noch an deine erste TV-Moderation erinnern?
Petautschnig: Ich bin ja kein Moderator in dem Sinn – ich bin ein Redakteur, der manchmal vor der Kamera steht. Aber an die erste geplante Live-Schaltung kann ich mich gut erinnern. Die war dann nämlich nicht live, weil wir keine Verbindung herstellen konnten. Wir haben sie aufgezeichnet, sind an einen Ort gefahren, wo die Verbindung geklappt hat, und haben dann die Aufzeichnung überspielt.

WOMAN: Ist dir schon einmal etwas Peinliches vor der Kamera passiert?
Petautschnig: Was Peinliches ist mir jetzt eigentlich nicht in Erinnerung. Aber während des ersten Lockdowns in der Coronapandemie dieses Jahr musste ich live aus meinem Homeoffice berichten. Da wurde ich unter anderem von Maschek in der Comedysendung Willkommen Österreich nachvertont. Das war wirklich originell und hat mich sehr gefreut – bei einem Lockdown gibt es ohnehin sonst wenig zu lachen.

»Dieses Jahr musste ich live aus meinem Homeoffice berichten. Da wurde ich von Maschek nachvertont. Das hat mich sehr gefreut – bei einem Lockdown gibt es ohnehin sonst wenig zu lachen.«

WOMAN: Was ist deine persönliche Motivation bei der Arbeit?
Petautschnig: Ich kann mich für sehr viel begeistern, und lasse mich von vielen Dingen begeistern. Wenn ich mit einem Forscher/einer Forscherin über sein oder ihr Themengebiet spreche und was darüber lerne, finde ich das immer toll, das ist ein großes Privileg bei meiner Arbeit. Und es macht mir große Freude, dann Geschichten darüber zu erzählen, kurz und auf den Punkt gebracht, sodass daraus ein interessanter Teil einer Sendung wird. Dieser ganze Prozess von der Recherche bis zum Produkt reizt mich total.

WOMAN: Was würdest du angehenden JournalistInnen empfehlen?
Petautschnig: Ich weiß nicht, ob ich hier einen passenden Rat geben kann. Aber wenn jemand an Menschen, Themen und an der Welt im Allgemeinen interessiert ist und dort sein will, wo spannende Geschichten entstehen, wer gut Zusammenhänge erkennen kann und gern in Gesellschaft ist, hat schon einmal ganz gute Grundvoraussetzungen, wenn er oder sie sich für diesen Beruf interessiert.

Florian Petautschnig in Aktion: In der Zeit im Bild um 13:00 Uhr vom 21. März 2020: