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Flüchtlinge: Wie nur 4 Minuten etwas verändern könnten

4 Minuten. In dieser Zeit kann man das perfekte Frühstücksei kochen, die tägliche Zahnhygiene erledigen oder eine Beziehung zu einem vollkommen fremden Menschen aufbauen. Und dabei muss man nicht einmal die gleiche Sprache sprechen.

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Look beyond borders - Amnesty
© Screenshot/ Look beyond borders - Amnesty

Man muss sich nur ansehen. 4 Minuten lang. Diese Theorie stellte 1997 der Psychologe Arthur Aron auf und untermauerte sie mit einer wissenschaftlichen Studie unter dem Titel "The Experimental Generation of Interpersonal Closeness". 4 Minuten Augenkontakt genügen, um eine Verbindung, Nähe oder gar Intimität mit einem zuvor unbekannten Menschen aufzubauen.

Genau das haben aktuell eine Handvoll Frauen, Männer und Kinder aus Deutschland, Belgien, Italien, Polen und Großbritannien am eigenen Leib getestet. Ihnen gegenüber saßen Menschen, die aus Syrien und Somalia flüchten mussten. Im folgenden Video hat man diese erstaunlichen Begegnungen eingefangen, die nicht vieler Worte bedürfen, sondern einfach nur einen (Augen)Blick.

Look beyond borders - Amnesty

Und dieser Blick zeigt, dass Grenzen nur zwischen Ländern, aber nicht zwischen Mitmenschen bestehen. Denn diese kurze Zeit genügte tatsächlich, um am Schicksal des oder der Anderen teilzunehmen, gemeinsam zu lachen und Mitgefühl zu entwickeln. In all den Diskussionen und Berichten in Bezug auf Flüchtlinge heutzutage sehen wir ja nur mehr die hervor beschworene Krise und die geschürten Ängste voreinander, statt die einzelnen Menschen, die einfach nur Hilfe, Aufnahme und oft auch eine Aufgabe benötigen. Menschen wie wir, mit Familien, Freunden, Geschichten, Träumen und Zielen.

Kein Gespräch, nur Blickkontakt - und mehr braucht es nicht

"Look Beyond Borders" heißt das berührende Video von Amnesty International, das in einem simplen Experiment die natürlichen und spontanen Reaktionen von Personen zeigt, die sich das erste Mal treffen - und einfach nur ansehen:

Thema: Report