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Foodblog: "Kochen, Kunst & Ketchup"

Mit ihrem Blog "Kochen, Kunst & Ketchup" wurde Natali in der Kategorie "Newcomer" für den "AMA Food Blog Award 2013" nominiert. Wir baten die in Berlin lebende Genießerin zum Talk.

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Foodblog: "Kochen, Kunst & Ketchup"
© Kochen, Kunst & Ketchup

WOMAN: Wie bist du auf das Foodbloggen gekommen?

Natali: Ich habe zwei Leidenschaften: das Kochen und das Schreiben. Das Foodbloggen ermöglicht mir diese beiden Leidenschaften zu vereinen. Ich habe früher als Journalistin gearbeitet und immer schon leidenschaftlich gerne gekocht. Vor einigen Jahren habe ich begonnen über Essen zu schreiben und versucht, einige der Rezepte, die jeden Tag sehr intuitiv in meiner Küche entstehen aufzuschreiben. Dies war der Wunsch meiner Familie und Freunde, denn auch sie wollten einige Gerichte gerne nachkochen. Letztes Jahr kam mir dann gemeinsam mit meinem Mann die Idee, das Ganze gleich im Internet zu tun. Ich hatte bis dahin noch keinen Foodflog verfolgt und erst als ich das Design und das inhaltliche Konzept für “Kochen, Kunst & Ketchup” fertig hatte, wurde mir bewusst, wie viele tolle Blogs es im Internet bereits gibt. Das hat mich sowohl erschreckt als auch sehr motiviert.

WOMAN: Woher holst du dir deine Inspiration?

Natali: Überall! Ich gehe sehr gerne Essen und merke mir Kombinationen, die ich dann in meine Küche einfließen lasse. Auf meinem Nachttisch liegen immer Kochbücher oder Kochzeitschriften, aus denen ich mir Anregungen hole. Rezeptgetreu koche ich nur sehr selten nach - das liegt daran, dass ich in der Regel zu faul bin, alle die angegebenen Zutaten einzukaufen. Ich improvisiere dann mit dem was da ist und so entstehen neue Kreationen. Sehr gerne lasse ich mich inspirieren durch Einladungen - z.B. mit meinem Küchenhocker - bei Freunden. Aber am allermeisten inspirieren mich gut sortierte Märkte mit frischen saisonalen Produkten - wenn ich z.B. eine perfekte Artischocke sehe, dann muss ich sie kaufen auch wenn ich eigentlich losgezogen bin, um etwas völlig Anderes zu kochen.

WOMAN: Dein Blog heißt "Kochen, Kunst & Ketchup" - wie bist du auf diesen Namen gekommen?

Natali: Der Name zum Blog ist eine lustige Geschichte. Auf der Suche nach einem Titel für unser Foodblog-Projekt hatten wir gefühlt hundert Ideen - aber nichts brachte den Charakter - oder meine Leitlinie für das Blog zum Ausdruck. Ich wollte neben der Dokumentation meiner Kreationen auch einen Platz haben, wo ich über Rezepte hinaus mich ausdrücken kann. Zum einen natürlich mit Hintergrund-Geschichten, wie es zu den Gerichten kam, zum anderen aber auch mit meinen Gedanken und Meinungen - durchaus auch mal etwas gesellschaftskritisch - zu Themen rund um Essen und Genuss. Mein Vater sagte auf bei einer der vielen Namens-Diskussionen: "Ihr braucht so was wie “Kunst & Ketchp ….", worauf mein Mann blitzschnell konterte “Kochen, Kunst & Ketchup”. Aber warum nun “Kunst & Ketchup”? “Kunst & Ketchup” ist der Titel eines Filmes meines Vaters - eines Dokumentarfilmers - aus dem Jahr 1966, in dem er über die ersten Aktivitäten und Happenings damals noch vollkommen unbekannter und inzwischen weltberühmter Künstler wie Joseph Beuys, Gerhard Richter oder Wolf Vostell und ihre Bedeutung für den westdeutschen Kunstbetrieb berichtete. Er ging damals der Frage nach - ist das hier Kunst oder doch “nur” Ketchup. Ich glaube diese Frage ist inzwischen geklärt. Ich will in meinem Blog von beidem erzählen, denn Kochen ist meiner Meinung nach immer Kunst, manchmal Ketchup und oft beides.

Natalis Seelennahrung: Spaghetti al pomodoro.

WOMAN: Was ist das Besondere an deinem Webblog?

Natali: Ich bezeichne mich gar nicht so gern als Blog, sondern lieber als Food-Magazin. Das Besondere für mich ist, dass ich neben Rezepten auch mit kulinarischen Reportagen und Geschichten rund um Essen und Genuss unterhalten und zum Nachdenken und zum intuitiven Kochen anregen möchte. Dafür habe ich verschiedene Rubriken geschaffen: "Nach Noten", "Frei komponiert, "Küchenhocker Reportagen" und "Potpourri".

WOMAN: Was ist immer in deinem Kühlschrank?

Natali: Viel zu viel … ich gehöre zu den Menschen, die immer denken es könnten ja heute Abend noch zehn Freunde vorbeischauen und dann muss was zum Kochen da sein. Also mein Kühlschrank ist wirklich nicht vorbildlich. Immer darin sind diverse Senfarten, Butter mit Meersalzkristallen, eine Flasche Rose …. und dunkle Schokolade …. und manchmal Mon Chèrie ;-)

WOMAN: Verrätst du uns noch eines deiner Lieblingsrezepte?

Natali: Oh je - eines ist schwer, denn ich habe viele. Aber meine absolute Seelennahrung sind Spaghetti al pomodoro mit einem richtig lang gekochten italienischen Sugo. Dazu ein Glas Rotwein und die Welt ist wieder in Ordnung! Extra für woman.at habe ich mein Sugo-Rezept “Tomatensugo - Slow-Food in Perfektion” gepostet. (Hier geht es zum Rezept)

Thema: Foodblogs

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