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Wer Bilder seiner Mahlzeiten postet, könnte eine Essstörung haben

Die verführerischen Bilder hier sind vielleicht gar nicht nur unschuldig g'schmackig, sondern deuten eventuell auf ein ernst zu nehmendes Problem hin.

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Foodporn
© Thinkstock

Wer sich auf "Instagram" herumtreibt, hat wohl schon das ein oder hunderte Mal ein Bild von einer leckeren Mahlzeit eines anderen Users vor sich gehabt. Kaum ist ein Essen bestellt oder gekocht, wird es gleich für die virtuelle Gefolgschaft festgehalten. Neben dem ein oder anderen Motiv, das einem vor die Handy-Linse hüpft. Jedoch scheinen die hübsch drapierten Kalorien eine ganz besondere Anziehungskraft auszustrahlen und sind mehr als manches andere im Fokus der Instagram-Gemeinschaft.

Mit dieser Tatsache hat sich auch Valerie Taylor, Leiterin der Psychiatrie des kanadischen Women's College Hospitals, auseinander gesetzt und herausgefunden, dass Personen, die permanent Essen fotografieren und auf Instagram, Facebook, Twitter und Co präsentieren, mit hoher Wahrscheinlichkeit an einer Essstörung leiden. Deren Leben ist hauptsächlich auf Nahrung fokussiert und das restliche soziale Umfeld wird ausgeblendet. Während manche einfach den Genuss ab und zu mit andern teilen wollen, haben diese Nutzerinnen und Nutzer oftmals kein anderes Hobby oder gar Gedanken an irgendetwas anderes. Das kann soweit gehen, dass Lebensmittel oder Fast-Food-Slogans unter die Haut gehen in Form von Tätowierungen.

Allerdings wollen viele Foodstagrammende auch simplerweise zeigen, wie gut oder gesund sie kochen beziehunsgsweise speisen. Und die Tatsache, dass es hunderttausende Food-Blogs weltweit gibt, die ja Ähnliches, nur etwas ausführlicher betreiben, wird in der Untersuchung ebenso nicht erwähnt. Denn das Thema Essen gibt es im Social Web schon seit seinen Anfängen und wird es wohl auch, solange wir uns so Energie zuführen. Oder um es etwas schöner zu formulieren: naschen, schnabulieren, gustieren!

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