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"Weinen ist keine Schwäche": Fotografin zeigt Männer, die weinen

"What 'real' men cry like": Fotografin Maud Fernhout möchte mit ihrem Projekt auf die Stigmatisierung von Männern, die Emotionen zeigen, aufmerksam machen.

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"Weinen ist keine Schwäche": Fotografin zeigt Männer, die weinen
© iStock

Außer im Sport zeigen Männer in der Öffentlichkeit (leider) noch immer recht wenig Emotion. Kein Wunder, Sätze wie "Bist du ein Mädchen oder was?" oder "Stell dich nicht so an. Sei ein Mann" sind tief verankert. Und auch, wenn sie die jüngere Generation veraltet finden, sitzen sie trotzdem im Unterbewusstsein. Die niederländische Fotografin Maud Fernhout stellt die Gegenfrage: "Sei ein Mann – Was soll das überhaupt bedeuten?" und "Warum lehnen wir die Gefühle von Buben und Männern ab?". Daher rief sie das Projekt "What 'real' men cry like" (übersetzt: Wie "echte" Männer weinen) ins Leben, fotografierte weinende Männern und beschäftigte sich auch mit Studien zu diesem Thema.

Männer erzählen, was sie zum Weinen bringt

Fernhout konzentriert sich nicht nur auf die Fotografie, sondern auch um die Geschichten der Männer. Was bringt sie zum Weinen? Wie stehen sie zu ihren Emotionen? "Für mich ist Weinen nicht das Zeigen von Schwäche. Wenn ich weine, akzeptiere ich meine Gefühle. Es macht mich stärker", berichtet beispielsweise der 18-jährige Job.

"Mit diesem Projekt versuche ich Leute zum Nachdenken zu bringen, was unsere Geschlechterrollen angeht", erklärt Fernhout im Interview mit der Plattform aplus . Um Teilnehmer zu finden, fragte die Fotografin im Freundeskreis und auf ihrem Uni-Campus. Aus diesem Grund konnte sie eher jüngere Männer für das Projekt gewinnen. Das größere Problem bestand aber darin, die Männer zum Weinen zu bringen.

Auf ihrem Blog macht die Künstlerin außerdem auf die Effekte der sogenannten "toxischen Männlichkeit" aufmerksam: Die Suizidrate ist beispielsweise bei Männern höher als bei Frauen. "Fast alle Männer hatten Probleme ihre Emotionen und Schwäche zu zeigen", erklärt Ferhout auf ihrem Blog. Aber alle äußerten den Wunsch, sich freier fühlen zu wollen. "Sich selbst zu zeigen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von immenser Power", erklärt einer der Teilnehmer. Wir stimmen absolut zu. Mehr Infos und Fotos findet ihr hier.

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