Ressort
Du befindest dich hier:

Der wahre Unterschied zwischen 'gesunden' und 'ungesunden' Snacks

Eine Hand Nüsse vs. eine Hand Gummizuckerl - beide haben 188 Kalorien. Eine Ernährungswissenschaftlerin erklärt, was der Unterschied zwischen gesunden und ungesunden Snacks wirklich ist.

von

gesunde snacks versus ungesunde snacks
© instagram.com/thefashionfitnessfoodie

Angefangen hat es mit Lucy Mountain, Fitness-Instagramerin. Sie schreibt auf ihrer Instagram Seite schon lange über Ab- und Zunahme, den Effekt von Sport und vor allem darüber, wie sich ihr Körper so verändert. Doch mit einigen ganz besonderen Postings hat sie die mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Denn wenn sie eine handvoll Nüsse, einer handvoll Gummizuckerl gegenüberstellt und schreibt, dass beide 188 Kalorien haben, dann macht das Leute stutzig.

Denn wir leben in einer Welt der Selbstoptimierung. In einer Welt, in der Gesundheit fast schon gleichzusetzen mit Fitness ist. Wir wollen schlanker, stärker, sportlicher und gesünder werden und dabei probieren wird die verschiedensten Sportarten, Diäten und Ernährungstipps aus. Und eigentlich glaubten wir zu wissen, dass es einen Unterschied zwischen einem ungesunden und einem gesunden Snack gibt.

Ich hab die Pics gesehen, meine angebrochene Packung Studentenfutter mit Schokonüssen (total gesund) zur Seite gelegt und mit Tina Ganser gesprochen. Ganser ist selbstständige Ernährungswissenschaftlerin mit einem Schwerpunkt in Gesundheitsförderung und einem anderen in der kulinarischen Welt. Sie mag gesundes Essen, das verrät auch ihr Buch "Gemüseliebe" und sie meint, man soll nicht alles als bare Münze nehmen, wenn es um die Kalorien geht.

Bloß die Kalorien sagen noch nichts über den wahren Nährwert aus.

Erstens ist es wichtig zu sagen, dass man bei mehr Bewegung auch mehr Kalorien verbraucht, also sich bei genug Sport auch gern mal etwas gönnen kann. Dunkle Schokolade, Nüsse oder andere Snack sind da eine ganz gute Wahl. Sie selbst greift gerne zu einer Scheibe Vollkornbrot mit ein wenig Käse, wenn der Hunger zu groß wird. "Es ist wichtig, dass man das Essen bewusst wahrnimmt. Vor allem bei Zwischenmahlzeiten wie Nüssen: Man sollte darauf schauen, dass man sie einzeln isst und sich nicht gleich fünf in den Mund steckt.", sagt die Expertin.

"Die Schwierigkeit ist oft das schnelle Essen. Dann nimmt der Körper nicht so wahr, was passiert. Denn, das Sättigungsgefühl kommt immer nach 15 Minuten, egal was man isst." Sie betont auch, dass es in der modernen Welt oft schwer ist, sich beim Essen nicht ablenken zu lassen. Wenn man etwa am Arbeitsplatz isst, dann wäre es natürlich der Idealfall, den Bildschirm abzudrehen und einfach nur zu genießen. Aber es ist auch etwas unrealistisch. Deshalb rät Ganser zum langsamen und bewussten Griff zum belegten Brot, den Nüssen oder anderen Leckereien. Denn dann kann der Körper sich besser auf die Nahrungsaufnahme einstellen.

Aber was soll man überhaupt snacken? Kann ich mir getrost eine Tafel Milchschoko gönnen, da diese ja weniger Kalorien hat als dieselbe Menge von dunkle Schokolade? "Naja, die dunkle Schokolade hat mehr Kalorien, aber dafür weniger Zucker und Fett. Wenn man 70% Kakao dabei hat, dann ist da nicht mehr so viel Platz für Zucker, Fett und sonstige Inhaltsstoffe.", erklärt Ganser. Natürlich sollte man alles in Maßen genießen, denn nur weil man weiß, dass etwas theoretisch gesund ist, muss man sich daran noch nicht überessen.

Trinken ist auch ein ganz wichtiger Punkt. Ganser selbst hat immer eine Flasche Wasser mit, egal ob sie nur Kaffee trinken geht oder Erledigungen macht. "Einundhalb oder zwei Liter am Tag klingen am Anfang vielleicht etwas unrealistisch, wenn man es nicht gewohnt ist, aber man schafft es eigentlich immer. In der früh mit einem Glas Wasser beginnen und sich wirklich einen Krug Wasser - und das ist ja meistens schon ein Liter - hinstellen. Und dann sieht man eh, dass man das bis zum Nachmittag getrunken hat."

Wir nehmen mit: Gesunde Snacks haben vielleicht mal mehr Kalorien, liefern aber wichtige Stoffe, wie etwa Omega-3-Fettsäuren, das in Nüssen steckt. Zu einer Zwischenmahlzeit zu greifen, macht uns nicht zu Sünderinnen, aber dabei sollten wir versuchen, langsam zu essen, um den Körper darauf einzustellen. Und viel trinken nicht vergessen!