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10 Fragen zur Baby- und Kinderernährung

Das is(s)t doch kinderleicht? Nur bio und selbstgemacht sagen die einen. Fertigbrei und Flaschenmilch sind voll okay, meinen andere. Grund genug, 10 Fragen in Sachen Kinderernährung genauer unter die Lupe zu nehmen. So verköstigen Eltern, Onkeln, Tanten und Babysitter die lieben Kleinen richtig.

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10 Fragen zur Baby- und Kinderernährung
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Wie schaffe ich es, dass mein Kind mehr Gemüse isst?

MÖGLICHST BUNT. Gurken und Karottensticks akzeptieren die meisten Kleinen. Dann wird es schwierig. Wichtig ist die Präsentation, wissen die Ernährungsexpertinnen und -experten von die umweltberatung. Kinder lieben alles, was auf Spießen steckt oder mit Keksausstechern in Form gebracht wurde. Möglichst bunt sollte es auch sein. Ebenso effektiv: ein Gemüsegesicht aus Paprika und Schnittlauch auf dem Butterbrot. Gehobelte Karotten oder Zucchini lassen sich in Fleischlaibchen oder Lasagne schummeln. Und die Attraktivität von Gemüse steigt mit dem Bezug dazu. Etwa wenn es aus dem Kistl auf dem Balkon kommt.

Spezielle Lebensmittel für Kinder - gut oder schlecht?

INHALTSSTOFFE. Der Einkauf im Supermarkt wird am Regal für Kinderlebensmittel zur Challenge. Bunt und lustig schreien sie einem entgegen. Doch haben sie wirklich einen Vorteil für die Kleinen? Im Normalfall nicht. Denn meistens handelt es sich dabei um extra designte Produkte, die die Kids locken sollen. Wichtig für Eltern: der genaue Blick auf die Inhaltsstoffe. Da wird schnell klar, ob es sich tatsächlich um etwas Gesundes handelt oder in erster Linie Geld kostet. Die Alternative: Speisen gemeinsam mit dem Nachwuchs selbst so herrichten, dass sie gerne gegessen werden.

Ist Fertigbrei zwischendurch okay

PRAKTISCH. Manchmal muss es einfach schnell gehen. Und prinzipiell sind Fertiggläschen auch okay. Denn Babynahrung unterliegt besonders strengen Kontrollen, was die Zusatzstoffe anbelangt. Und die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe ist auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmt. Trotzdem ist oft unnötiger Zucker drin, und auf Dauer ist Fertiges wesentlich teurer, als selbst zu kochen. Als Faustregel gilt: Ab und zu ein Gläschen ist voll okay. Aber es sollte bio sein und ohne zusätzlichen Zucker.

Wie oft soll es Fleisch geben?

AB UND ZU. Wenn die lieben Kleinen nichts essen wollen, sind Fleisch und Wurst oft das letzte Mittel. Doch gesundheitsbewusste Eltern fragen sich, wie gut das eigentlich ist. Prinzipiell ist Fleisch eine wertvolle Eiweißquelle, da die tierischen Proteine den menschlichen sehr ähnlich sind und daher bis zu 90 Prozent davon aufgenommen werden können. Auch darin enthaltenes Eisen und Zink kann der Körper besser verarbeiten als pflanzliches. Deshalb muss es aber nicht täglich auf dem Speiseplan stehen. Eine gute Regel ist: drei Mal pro Woche. Wichtig: Das Fleisch sollte aus nachhaltiger, biologischer Landwirtschaft sein.

Kinder vegetarisch ernähren: Geht das überhaupt?

GEMÜSEPARTY. Ja, das klappt auch für die Kleinen, weiß Ernährungswissenschafterin Monika Masik. Voraussetzung dafür ist ein vielseitiger und nährstoffreicher Speiseplan. So beugt man Mangelerscheinungen, die das Wachstum beeinträchtigen könnten, vor. Hülsenfrüchte sind die wichtigste pflanzliche Eiweißquelle. Serviere regelmäßig Kichererbsen, Bohnen, Linsen. Dazu kommen Tofu, Nüsse, Körner, Samen und Vollkornprodukte. Ebenso wichtig sind Milch, Milchprodukte und Eier in dosierter Menge. Auch bei Zink und Eisen besteht die Gefahr einer Unterversorgung. Deshalb viel Zucchini und Spinat anbieten, gemeinsam mit Brokkoli, Karfiol, Paprika. Das darin enthaltene Vitamin C unterstützt die Eisenaufnahme. Eine vegane, also rein pflanzliche Ernährung, so die Expertin, ist allerdings keine Alternative.

Mein Kind spielt dauernd mit dem Essen. Was kann ich tun?

BEGREIFEN. Kinder lernen, indem sie Dinge angreifen, deren Beschaffenheit erkunden. Das gilt auch für Essen. Ein Baby erkundet etwa, was Erbsen genau sind, wenn es sie über den Tisch kullern lässt. Der Wert und Sinn der Lebensmittel muss erst erkannt werden. Das ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, durch den Eltern durch müssen. Es gibt aber auch andere Gründe: Langeweile etwa, weil das Kind allein im Hochstuhl sitzt, oder zu viel Ablenkung. Also Handy weg und dazusetzen.

Wie kriege ich mein Kind dazu, weniger zu naschen?

REGELN AUFSTELLEN. Mama, krieg ich was Süßes? Das sorgt für viele Eltern-Kind-Diskussionen. Wichtig ist vor allem die Disziplin der Erwachsenen. Die müssen gemeinsam mit den Kleinen Regeln aufstellen und auch einhalten - auch wenn das viel Kraft erfordert. Grundrichtlinie ist: Nur eine Portion pro Tag. Diese sollte maximal 50 g und 150 Kalorien haben. Weitere gute Regeln: Nicht am Vormittag, nicht vor den Mahlzeiten, nur am Tisch naschen. Und man kann den Genuss fördern. Frag beispielsweise: Schmeckt das rote Gummibärli anders als das grüne? Dein Kind kostet dann bewusster und genießt mehr.

Wie gesund ist Milch?

LIEBLINGSDRINK. Laktoseintoleranz ist ein großes Thema in der Ernährung. Doch viele Kinder lieben Milch. Und auch in Folgemilch ist Laktose enthalten, da sie auf Kuhmilch basiert. Wichtig: Man muss unterscheiden zwischen Laktose- & Kuhmilchunverträglichkeit. Bei Ersterer kommt das Verdauungssystem durcheinander, weil es den Milchzucker nicht aufspalten kann. Diese ist im Kleinkindalter extrem selten. Kuhmilchunverträglichkeit ist dagegen häufig, weil die Babyverdauung die Eiweißmolekühle vor dem sechsten Monat nicht aufspalten kann. Danach geht es. Faustregel: Sorgt Milchkonsum für Durchfall, ab zum Arzt oder zur Ärztin. Sonst ist Milch in Maßen voll okay.

Ich will nicht, dass mein Kind ständig Saft trinkt. Wie bekomme ich es dazu, Wasser zu trinken?

SPIELERISCH. Eltern haben oft Angst, dass ihr Nachwuchs zu wenig trinkt. Je nach Alter, sportlicher Aktivität und Außentemperatur sollten es 1 bis 1,5 Liter täglich sein. Eingespielte Routine und besondere Anreize sorgen hier am ehesten für Erfolg, wissen Expertinnen und Experten. Das Glas Wasser beim gemeinsamen Essen sollte selbstverständlich sein. Ein bunter Krug und lustige Strohhalme (am besten aus Papier und nicht aus Plastik) animieren spielerisch. Auch sehr hilfreich: das Wasser geschmacklich auffetten. Beeren, Zitronenmelisse oder Pfefferminze geben Geschmack und bieten auch einen optischen Reiz. Ebenso wichtig ist die Vorbildfunktion. Die Eltern sollten vor den Kleinen regelmäßig Wasser trinken. Geht es gar nicht ohne Saft, dann diesen verdünnen und immer weniger ins Glas geben.

Wie viele warme Mahlzeiten täglich sind nötig?

ZUMINDEST EIN MAL. Ja, Kinder essen gerne Weckerln und Hirsebällchen. Doch das ist keine ausgewogene Ernährung. Dafür benötigt es die Makronährstoffe, Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett in ausgewogener Dosierung, wie Ernährungswissenschafterin Monika Masik betont. Dazu kommen Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Viele der dafür notwendigen Lebensmittel wie Nudeln, Kartoffeln, Quinoa, Reis, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte oder viele Gemüsearten muss man ohnehin kochen. Daraus ergibt sich zumindest ein gekochtes Essen täglich, so Masik. Sie gibt aber auch Entwarnung: Ab und zu eine warme Mahlzeit auszulassen, ist kein Problem, solange grundsätzlich variantenreich gegessen wird.

10 Fragen zur Baby- und Kinderernährung
Themen: Eltern, Kinder

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