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Diese Frau wurde gefeuert, weil sie keinen BH tragen wollte

Die 25-jährige Kellnerin Christina Schell aus Kanada wurde gefeuert, weil sie sich weigerte, einen BH zu tragen. Nun verklagt sie ihren ehemaligen Arbeitgeber.

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Diese Frau wurde gefeuert, weil sie keinen BH tragen wollte
© iStock

Der Dresscode in der Arbeit sollte ja eigentlich nicht die Unterwäsche betreffen. Dennoch beschwerte sich ein Arbeitgeber in Kanada über die Entscheidung seiner Mitarbeiterin, die sich weigerte, einen BH zu tragen. Die 25-jährige Christina Schnell war vor ihrer Kündigung als Kellnerin in einem Golfclub in Osoyoos beschäftigt. "Frauen müssen ein Tanktop oder einen BH unter ihren Uniformen tragen," lautete der Dresscode des Managements. Die Vorschrift diene dem Schutz der Frauen, hieß es. Schließlich wüsste das Management, was passiert, wenn Alkohol im Spiel ist. Das behauptete Christina Schell in einem Interview mit CBA News. Schell erklärt dem Medium, die Vorschrift sei genderbasiert, denn die Männer im Unternehmen würde der Dresscode nicht betreffen. "Männer haben ebenfalls Brustwarzen", sagt sie. "Also geht es um Menschenrechte", so die 25-Jährige. Aus diesem Grund hat sich die Kanadierin nach ihrer Entlassung an das British Columbia Human Rights Tribunal, einer quasi-gerichtlich vermittelnden Menschenrechtsorganisation gewandt – die Kündigung sei für die junge Frau eine Verletzung der Menschenrechte.

Anwältin für Arbeitsrecht stimmt ihr zu

Vor Gericht könnte die Frau gute Chancen haben. Anwältin für Arbeitsrecht Nadia Zama erklärt in den CBC News: "Wenn nur weibliche Angestellte verpflichtet werden, einen BH zu tragen und es keine ähnlichen Vorschriften für Männer gibt, dann gibt es dafür keine Rechtfertigung und es besteht das Risiko, dass die Vorschrift als Diskriminierung eingestuft wird." Allerdings hätten laut der Anwältin Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber das Recht darauf, eine Kleidervorschrift zu verordnen. Christina Schell trägt seit 2 Jahren keine BHs mehr. Erst nach einigen Wochen nach ihrer Einstellung erfuhr sie von der Kleidervorschrift. Derzeit wartet sie noch auf die Entscheidung der Menschenrechtsorganisation, die diesen Fall gerade prüft.