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Warum Bonnie Foerster ihre tote Freundin heiraten durfte

Sie waren 50 Jahre lang ein Paar, bevor Beverly Grossaint starb. Doch ihre Lebensgefährtin Bonnie Foerster hat nicht aufgegeben und ihre Freundin nach deren Tod geheiratet.

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bonnie foerster
© facebook.com/bonbev.foerstergrossai

"...bis dass der Tod euch scheidet!", heißt es im christlichen Vermählungsspruch. Doch im Falle von Bonnie Foerster und Beverly Grossaint kann man das mit dem "scheidet" getrost vergessen, denn die Ehe der beiden hat erst mit dem Tod begonnen. Die Amerikanerin Bonnie Foerster durfte ihre große Liebe nach deren Tod endlich ehelichen. In Utah verkündete ein Richter offiziell die Vermählung der beiden Frauen, die 50 Jahre ihres Lebens zusammen verbracht hatten. Foerster weinte bei der Zeremonie vor Freude, aber auch vor Trauer, denn ihre Partnerin war im Mai im Alter von 82 Jahren gestorben.

Bonnie und Bev hatten sich laut der BBC 1968 getroffen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Foerster, die mit zwei gebrochenen Rippen und einem Veilchen ihrem gewalttätigen Ehemann entkommen war, wurde Grossaint in New York vorgestellt. Grossaint habe zu Foerster gesagt, sie solle doch die Sonnenbrille abnehmen, mit der sie versucht hatte, das Veilchen zu kaschieren, und da war es um die beiden schon geschehen. Sie zogen zusammen, marschierten 1970 bei der ersten Gay Pride Parade in New York mit und gingen dann nach Utah, wo sie gemeinsam alt wurden.

Vor Krankheiten blieben sie aber nicht verschont: Foerster hatte nicht nur 29 Operationen am Rücken über sich ergehen lassen, sondern litt auch noch an verschiedenen Arten von Krebs. Grossaint kümmerte sich liebevoll um ihre Lebensgefährtin und umgekehrt, erzählte Foerster der BBC. Schon 1975 hatten die beiden eine illusorische Hochzeitszeremonie abgehalten, doch sie wollten den Bund der Ehe tatsächlich eingehen. Da sie aber dafür beide zu krank waren, kam es nie dazu. In Utah ist es homosexuellen Paare nicht erlaubt zu heiraten, doch gibt es die Möglichkeit eine Ehe anerkennen zu lassen, wenn das Paar schon zusammenlebt und allgemein als verheiratet "rüberkommt".

Diesen Schritt ist Foerster nun ohne dem Beistand ihrer Lebensgefährtin gegangen. Laut dem Richter sei der Entschluss, ein durch den Tod getrenntes Paar zu verheiraten, erst zweimal in Utah vorgekommen. Doch man hätte gesehen, dass die beiden eine Einheit waren, so der Anwalt von Foerster zur BBC. Die Amerikanerin, die gerne ihre Freunde auf Facebook auf dem Laufenden hält, schrieb anlässlich ihrer Hochzeit: "Ich liebe Bev tausend Jahre lang und ich werde sie noch tausend Jahre lang lieben".