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Frau mit Herz: WOMAN traf Flüchtlings-helferin Ute Bock in ihrem Vereinsbüro

Ute Bock ist die Grande Dame der Flüchtlingshilfe. Seit Jahrzehnten setzt sie sich erfolgreich für Asylanten ein und gibt ihnen nicht nur ein Dach über den Kopf, sondern hilft ihnen auch durch Deutschkurse, Computerkurse, etc., in Österreich Fuß zu fassen.


Frau mit Herz: WOMAN traf Flüchtlings-helferin Ute Bock in ihrem Vereinsbüro
© Rudi Froese

Viele Menschen warten vor den Türen des "Vereins Ute Bock" in der Großen Sperlgasse in Wien-Leopoldau. Auch wir müssen warten, bis wir zu der Vereinsgründerin Ute Bock, 67, vorgelassen werden. Bis zur Decke ist ihr Büro voll gestapelt mit Matratzen, Kisten mit gespendeter Kleidung, Spielsachen und Elektrogeräten. Bock selbst sitzt hinterm Schreibtisch und führt ein Telefonat, während sie uns bittet, Platz zu nehmen. Nachdem sie den Hörer aufgelegt hat, meint sie entschuldigend: "Es ist ein bisserl voll hier, aber weil so wenig Platz ist, schlafen auch in meinem Büro ein paar Leute." Unverblümt beginnt sie schließlich über ihr eigenes Leben zu plaudern - und erzählt von ihren Anfängen als Flüchtlingshelferin.

Eine Lebensaufgabe.
Nach der Matura arbeitete Bock als Erzieherin in Wien. Als in den Achtzigern immer mehr Flüchtlinge nach Österreich kamen, versorgte sie diese aus eigener Tasche oder durch spontan aufgestellte Spenden. "Es ist ja meine Aufgabe als Erzieherin, mich um junge Menschen zu kümmern!", erklärt die 67-Jährige. Mittlerweile ist sie längst pensioniert; dennoch setzt sie sich noch immer mit ihrem 2002 gegründeten "Verein Ute Bock" für Asylanten ein. Seitdem kommen täglich bis zu 500 Menschen in die Große Sperlgasse zur Beratung, um Unterkunft zu suchen oder Deutschkurse zu besuchen. Nicht selten haben diese schwere Schicksalsschläge hinter sich. "Die kommen ja nicht, weil's lustig ist! Man hört wirklich schlimme Geschichten. Furchtbar!" Bock blickt uns an, hat feuchte Augen. Sind das Tränen? "Ich glaube, mein Altersstarrsinn hilft mir, nicht aufzugeben. Diese Freude mach ich meinen Gegnern nicht!" Und schon huscht wieder ein Lächeln über ihr Gesicht...

Zukunftsplan.
Ob Ute Bock sich nicht danach sehnt, ihre Pension zu genießen? "Soll ich im Park sitzen, 'Kronen Zeitung' lesen und Strümpfe stricken? Vielleicht noch Tauben füttern? Das ist nichts für mich! Mir geht es gut, wenn ich anderen Menschen helfen kann."

Mehr Infos über den Verein Ute Bock:
www.fraubock.at

Redaktion: Marlene Altenhofer