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Diese Frau kommt mit nur 6 Kleidungsstücken aus!

Würden dir 6 Kleidungsstücke reichen? Frederique versuchte die Challenge. Wie sich ihr Perspektive verändert hat - und was dringend in den Kasten muss.

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Diese Frau kommt mit nur 6 Kleidungsstücken aus!
© Instagram/mygoodemporiumfrederique

Für die meisten von uns ist die Vorstellung, nur sechs Kleidungsstücke zu besitzen, purer Horror. In Zeiten von Instagram, wo uns Mode im Überfluss präsentiert wird, scheint der Verzicht auf neue Teile schier unvorstellbar.

Frederique Gulcher, 39, wollte es wissen. Sechs Wochen lang trug sie ausschließlich sechs Kleidungsstücke, mottete die übrigen Teile aus ihrem Schrank ein und verzichtete auf Online-Shopping und Kauftouren. "Es war ein Experiment, das mir die Augen geöffnet hat. Seitdem denke ich anders über Mode und Nachhaltigkeit."

Die Mutter eines 15-Monate alten Sohnes und einer 15jährigen Stieftochter nahm zusammen mit einer Kollegin an der "Six Items Challenge" teil, einer Initiative, die auf die geringe Nachhaltigkeit der Mode-Industrie aufmerksam machen möchte. Frederique: "Der Beginn war sehr schwer. Ich musste ja entscheiden, welche sechs Teile aus meinem Kleiderschrank sich am besten kombinieren lassen und zu jedem Wetter oder Anlass passen." Schließlich wurden es diese, darunter drei Teile, die sie seit Jahren immer wieder gerne trägt:

Doch bereits nach kurzer Zeit, so erzählt die Neuseeländerin, habe sie eine enorme Erleichterung verspürt: "Plötzlich war da kein Druck mehr. Ich musste nicht mehr lange überlegen, was ich anziehe. Das war toll." Erst durch die Challenge habe sie verinnerlicht, dass sie gar nicht so viel Kleidung benötigt: "Ich habe Spaß an Mode. Aber mein Kleiderschrank war vollgestopft mit Sachen, die ich nie anziehe. Wer braucht zehn schwarze T-Shirts oder 12 verschiedene Jeans? Man kauft und kauft und kauft – und könnte die Kleidung in Wahrheit genauso gut wegwerfen, weil man sie ohnedies nicht tragen kann."

Natürlich sei es ihr irgendwann langweilig geworden, immer nur dieselben Teil zu tragen. "Mode hat auch etwas Verspieltes, es macht Freude, sich jeden Tag etwas neues aus dem Schrank zu schnappen. In den sechs Wochen fand ich mich oft langweilig gekleidet," so Frederique. Sie habe aber den Wert von Accessoires schätzen gelernt. "Eine Kette, ein Armreif, ein Schal – all das verändert ein Outfit sehr schnell." Ihre Bürokollegen, denen sie nichts von der Challenge erzählt hat, hätten gar nicht gemerkt, dass sie sechs Wochen lang immer dieselben sechs Teile trug. "Das T-Shirt mit den bretonischen Streifen ist mein absoluter Favorit. Wenn ich jeder Frau ein Basic empfehlen könnte: Es wäre dieses. Jeder Look, jedes Outfit sieht mit einem Ringel-Shirt sofort fröhlich und cool aus."

Mit einem Problem habe sie nicht gerechnet, so Frederique: "Wenn man einen kleinen Sohn hat und mit ihm gerne draußen spielt, wird man schnell schmutzig. Ich musste die Kleidung also permanent waschen. Am Ende war die Seidenhose an manchen Stellen zerschlissen, der Saum eines T-Shirts hat sich aufgelöst." Trotzdem sei das Experiment für sie ein voller Erfolg gewesen. Nach Abschluss der Challenge hat Frederique nur mehr 26 Teile zurück in den Schrank geordnet. "Ich frage mich jetzt in Geschäften jedes Mal viel bewusster, ob ich eine Sache wirklich brauche."

Thema: Bio & fair

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