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Heimlich bei gynäkologischen Eingriffen gefilmt: Patientinnen verklagen ein US-Spital

In einem Krankenhaus in San Diego wurden Patientinnen heimlich bei gynäkologischen Eingriffen gefilmt. 81 Frauen gehen gegen das Spital vor.

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us krankenhaus verklagt
© istockphoto.com

Das Letzte, was man im Krankenhaus möchte, ist in den schwächsten Momenten heimlich gefilmt zu werden. Doch genau das scheint in einem US-Spital passiert zu sein. 81 Frauen gehen laut Medienberichten juristisch gegen ein Krankenhaus in San Diego vor. Sie geben an, in Räumen, die für gynäkologische Eingriffe verwendet werden, heimlich gefilmt worden zu sein.

Laut der Klage, seien von 2012 bis 2013 die Eingriffe bei über 1.800 Frauen in den Operationssälen der Abteilung für Frauenheilkunde aufgezeichnet worden. Die auf Bewegung reagierenden Kameras haben Geburten, Fehlgeburten, Kaiserschnitte, Hysterektomien und viele weitere Operationen aufgenommen. Auch wurden Frauen beim Aus- und Umziehen gefilmt. Keiner der Frauen sei gesagt worden, dass sie gefilmt wird.

Patientinnen wurden ihrer Privatsphäre beraubt

Das Spital gibt an, die Kameras an Anästhesie-Wägen installiert zu haben, um einerseits die Sicherheit der Patientinnen zu gewähren. Andererseits wollte man so das Problem mit Dieben in den Griff kriegen, die öfter Medikamente gestohlen haben sollen. Die Videos wurden auf einem internen Computer gespeichert, auf den man ohne Passwort zugreifen konnte!

2016 hatte es schon eine Sammelklage gegen das Krankenhaus gegeben, doch die ging nicht durch. Deshalb taten sich 81 der betroffenen Frauen zusammen, um noch einmal gegen das Spital vorzugehen. Die Anwältin der Patientinnen meinte in einem Interview, dass sich wahrscheinlich noch mehr Frauen der Klage anschließen werden.

Frauen heimlich gefilmt: Nicht nur in den USA!

Dass Frauen heimlich gefilmt werden, gehört vor allem in Südkorea leider zum Alltag. Denn dort hat diese kriminelle Handlung sogar einen Namen: "Molka". Darunter verstehen SüdkoreanerInnen Clips, in denen heimlich gefilmte Frauen auf Klos, im Büro oder in Schulen zu sehen sind. Diese Filme tauchen dann meistens auf Pornoseiten im Netz auf.

Laut koreanischen Medien fand die Polizei 2018 5.000 Spionage-Kameras, die alle nur darauf ausgelegt waren, Frauen an öffentlichen Orten heimlich zu filmen. Da sich das schreckliche Phänomen in den letzten Jahren noch gesteigert hat, gibt es seit Mai 2018 regelmäßig Proteste.

Besonders gruselig: Die Spionage-Kameras sind häufig an den kuriosesten Orten versteckt. So wie im Fall der 1.600 Hotelgäste, die während ihrem Aufenthalt in Südkorea gefilmt worden waren (mehr dazu liest du hier!). Die Kameras befanden sich in allen möglichen elektronischen Geräten, die man in einem Hotelzimmer so findet. Unter anderem sogar in Haartrocknern!

Auch in Österreich wird spioniert

Auch in Österreich ist erst vor kurzem der Fall eines Fußballtrainers bekannt geworden, der in der Duschkabine der Damen heimlich Videos aufgenommen hat. Das Erschreckende: Der Mann wurde nicht verurteilt, da laut Staatsanwaltschaft kein "gerichtlich strafbares Verhalten des Beschuldigten" vorliegt... (Die ganze Story liest du hier!)

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