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Frauen anspruchsvollere Immobilienkäufer?

Immobilienkauf: wenn es Ernst wird, sprich die Unterschrift unter den Kaufvertrag gesetzt werden soll, hat die Dame des Hauses das letzte Wort.


Frauen anspruchsvollere Immobilienkäufer?
© Thinkstock/Digital Vision/ Thomas Northcut

Langfristige und teure Anschaffungen wie zum Beispiel ein Haus werden nach rein rationalen und für jeden nachvollziehbaren Kriterien gekauft, weil sie oft eine Investition für das ganze Leben darstellen. Dieser Schluss liegt nahe, schließlich geht die junge Familie eine Verpflichtung über Jahre oder Jahrzehnte ein. Doch diese Einschätzung ist weit gefehlt. Denn Frauen achten beim Hauskauf auf völlig andere Punkte als Männer. Und wenn es Ernst wird, sprich die Unterschrift unter den Kaufvertrag gesetzt werden soll, hat ohnehin die Dame des Hauses das letzte Wort.

So lässt sich die Traumimmobilie finden

Spätestens wenn sich der Wunsch nach eigenen Kindern einstellt und die Familienplanung eine ernsthafte Rolle in der Beziehung spielt, erwächst meist auch der Wunsch nach dem Leben in den eigenen vier Wänden. Auf einem Portal wie Immowelt.at kann dann gezielt nach dem Traumhaus gesucht oder alternativ auch eine Suchanzeige mit einem individuellen Anzeigentext aufgegeben werden.

Der kleine Unterschied: Frauen und Männer bei der Hausbesichtigung

Bevor ein Paar die erste Immobilie in Augenschein nimmt, sollten ohnehin schon verschiedene Fragen im Vorfeld abgeklärt worden sein. Dazu gehören etwa Kindergärten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe. Denn besitzt der Wohnort einer jungen Familie eine gute Infrastruktur, lässt sich möglicherweise ein zweites Auto einsparen und das gesparte Geld in die Immobilie investieren. Diese Dinge werden gemeinsam betrachtet. Doch mit dem Betreten des potenziellen neuen Hauses teilt sich die Betrachtung:

Während Männer eher an technischen Fragen wie dem Zustand der Bausubstanz oder der Energieeffizienz des Hauses interessiert sind, achten Frauen eher auf stilistische und praktische Aspekte. Ihnen ist etwa der Zuschnitt der Räume ebenso wichtig wie die Frage, wo sich Waschmaschine und Trockner am besten aufstellen lassen. Sie legen also wesentlich mehr Wert auf eine hohe Lebensqualität als Männer.

Diese Erfahrung haben auch Immobilienexperten in ganz Deutschland flächendeckend gemacht. "Frauen bestimmen heute Kaufentscheidungen bei Immobilien wesentlich stärker mit als früher", sagt die Geschäftsführerin des Gewos-Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung mit Sitz in Hamburg, Renate Szameitat. Der Grund liegt für sie auf der Hand: Trotz Emanzipation und obwohl Frauen vom Gesetzgeber her gleichgestellt sind, bleibt an ihnen trotzdem der Löwenanteil an der Sorge um Familie und Haus. Deshalb wählen sie ihr Eigenheim in erster Linie nach praktischen Gesichtspunkten aus. Schön und praktisch soll dabei durchaus auch die Umgebung sein.

Weiche Standortfaktoren als Entscheidungskriterien

Nicht nur die Infrastruktur vor Ort ist für die Entscheidung, welche Immobilie gekauft werden soll, wichtig. Eine ebenso große Rolle spielt die Verkehrsanbindung sowohl für die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes als auch für das Nutzen von Freizeitangeboten für die ganze Familie. Im Hinblick auf die möglichen Interessen der Kinder sind das im Großraum Wien zum Beispiel die Verbindungen der Öffis im Verkehrsverbund Ostregion. Denn hier können Kinder und Jugendliche vor allem in Wien ein umfangreiches Angebot an Freizeit- Kultur- und Sportangeboten nutzen, das sie ab einem gewissen Alter mit den Öffis auch ohne elterliche Hilfe erreichen können.

Aktivitäten vor Ort

Während die Kinder in dem Alter, in dem sie allmählich flügge werden und zunehmend auf eigenen Beinen stehen wollen, gerne in die Ferne schweifen, ist für die Erwachsenen eher ein gutes Freizeitangebot vor Ort wichtig. Frauen können sich unter anderem mit ihren Freunden an festen Terminen zum gemeinsamen Sporteln treffen oder gemeinsam ein Glas Wein genießen. Die gute öffentliche Verkehrsanbindung ist auch damit von Vorteil.

Damit die Finanzierung auf sicheren Beinen steht

Unabhängig von diesen Gesichtspunkten muss der Hauskauf natürlich gründlich kalkuliert werden. So lohnt es sich beispielsweise auch trotz des aktuell historischen Zinstiefes, Finanzierungsangebote von verschiedenen Banken einzuholen. In die Rechnung miteinbezogen werden müssen außerdem die Nebenkosten, etwa für Grunderwerbssteuer oder Notarkosten. Diese werden ebenfalls beim Kauf fällig und machen gut und gern zehn Prozent des Kaufpreises aus, weil sich deren Höhe am Wert der Immobilie orientiert. Auch die späteren Nebenkosten sowie Rückstellungen für eventuelle Reparaturen und Modernisierungsmaßnahmen müssen in die Gesamtkalkulation mit einfließen. Ansonsten ist die Gefahr zu groß, dass bei einem zu knapp kalkulierten Budget die gesamte Finanzierung platzen könnte. Alle Fragen rund um die Finanzierung sind wiederum eine gemeinsame Sache von Frau und Mann.

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