Ressort
Du befindest dich hier:

Frauen machen Karriere: Bedarf ist da, doch der Weg ist lang

Die Chancen sind gut: Nie waren Frauen so erfolgreich, nie waren sie so selbstbewusst wie heute: Was sich in einem Prozess der Frauenbewegung über Jahrhunderte Schritt für Schritt mühsam etabliert hat, ist heute selbstverständlich. Frauen spielen in Politik und Gesellschaft, Kultur, Sport oder als Geschäftsführerin einer GmbH (auf diesem Unternehmerportal finden Sie fundiertes Wissen zu GmbH Gründung) eine wichtige Rolle.


Langer Weg bis zu heutiger Situation

Die Zeiten, in denen eine Firma naturgemäß vom scheidenden Unternehmer auf den ältesten Sohn übertragen wurde, sind lange vorbei. Das hat nicht nur damit zu tun, dass sich das Rollenbild der Frau grundlegend gewandelt hat und Begriffe wie Emanzipation, weibliche Führungskraft oder geteilte Verantwortung heute wie selbstverständlich zum Sprachgebrauch gehören. Die Tatsache, dass Frauen in der Wirtschaft Karriere machen und in immer mehr Unternehmen eine wichtige Rolle spielen ist aber auch Folge des demografischen Wandels. Nie zuvor waren die westeuropäischen Länder so sehr von einer Überalterung betroffen. Nie zuvor war der Bedarf an gut qualifizierten Führungskräften so groß wie heute. Da nicht zuletzt die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass Frauen Beruf und Familie optimaler denn je unter einen Hut bringen können, sind auch weibliche Karrieren heute nicht nur möglich: Sie sind vielmehr grundsätzlich respektiert.

Soziale Kompetenz starker Frauen überzeugt

Frauen wie die österreichische Franchise-Geberin Sonja Giem, gelten inzwischen als Vorzeigefrauen. Und das aus gutem Grund. 1995 hatte sie das Franchise-Label Shape Line gegründet - eine Geschäftsidee, mit deren Hilfe der Traum vom Schlankwerden realisiert werden soll. Knapp zwei Jahrzehnte später kann die resolute Frau darauf verweisen, dass sie ihr Franchise-System inzwischen an 42 Franchisenehmerinnen übertragen hat. Und der Export der erfolgreichen Geschäftsidee ist inzwischen auch in die Schweiz und nach Deutschland geglückt. Was einst aus dem Antrieb heraus begann, etwas gegen das Gewicht und die damit verbundenen Probleme zu tun, half Sonja Diem, Dutzenden Unternehmerinnen den Weg in die Selbständigkeit zu ebnen.

Frauen gefragt - aber noch nicht genug

Doch neben dem Engagement einzelner Frauen, die sich in einer hart umkämpften Geschäftswelt behaupten, setzen auch große Unternehmen wie Telekom, McKinsey , Austria Airlines oder auch die Streitkräfte der Bundeswehr und Bundesheer auf das Engagement von Frauen. Frauen gelten als sozial kompetent, als durchsetzungsstark und sind oftmals in der Lage, verschiedene Interessen hervorragend auszugleichen, zu moderieren und so den gewünschten Erfolg sicherzustellen. Oftmals sind es aber auch unkonventionelle Ideen, mit denen Frauen überraschen. So bietet Ina Pfneiszl, die als Geschäftsführerin eines Unternehmens Gebäudereinigung und Sicherheitsdienst, Wäscherei oder Sicherheitsdienst verantwortet, ihren Mitarbeiterinnen kostenlose Sprachkurse direkt am Arbeitsplatz: Da sie das interkulturelle Arbeiten fördern möchte, beschäftigte sie verschiedene Frauen mit Migrationshintergrund und will auf diese Weise helfen, dass ihnen der Einstieg in die Gesellschaft gelingt.

Bedarf an Frauen in Verantwortung ist hoch

Noch ist der Bedarf an Frauen, als Unternehmer Verantwortung übernehmen zu können, vergleichsweise gering. Trotz aller Bemühungen ist bislang nur jede zehnte Führungskraft eine Frau. Auch im Wissenschaftsbetrieb gibt es noch deutlichen Nachholbedarf. Doch klar ist auch: Je mehr Frauen anderen mit ihren Geschichten Mut machen können, desto größer wird der Anteil derer, die bereit sind, selbst zu wagen, wovor andere vielleicht zurückschrecken - mit einer Geschäftsidee für Furore zu sorgen.