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Frauen in Führung

Warum tun wir Frauen uns mit Erfolg oft so schwer? Sind es immer verkrustete Unternehmensstrukturen, die eine Karriere verhindern? Wie wir den Erfolg selbst in die Hand nehmen, verriet ein Workshop für weibliche Führungskräfte von A1 .


Frauen in Führung

Unternehmensberaterin Michaela Grüsser (M.) und die Workshop-Teilnehmerinnen

© A1/Daniela Beranek

Seit 1957 dürfen Frauen in Österreich ein eigenes Konto haben – und erst seit 1975 (!) einen Beruf ausüben, ohne zuvor die Zustimmung des Mannes einzuholen. Hat sich seitdem vieles geändert? Natürlich. Hat sich genug geändert? Wir würden sagen: Nein.

In den börsennotierten Unternehmen sind im Jahr 2013 lediglich 3,3% aller Vorstandsposten von Frauen besetzt. Damit besteht die höchste Führungsebene der heimischen Paradegesellschaften zu 96,7% aus Männern. Auch der Aufsichtsrat weist kaum mehr Diversität auf: 69 Frauen stehen 528 Männern gegenüber – demnach sind nur 11,6% der Aufsichtsratsmandate in Frauenhand.

Und das, obwohl Frauen an der Unternehmensspitze ein Erfolgsgarant sind. Denn nach einer McKinsey -Studie erwirtschaften Unternehmen mit mehr als drei Frauen im Top-Management bis zu 53% mehr Gewinn.

Führung ist eine Frage der Haltung

Fakten, die immer mehr Unternehmen zum Umdenken bewegen. Etwa bei der Telekom Austria Gruppe, wo der Frauenanteil in Führungspositionen bis 2015 schrittweise auf 35% erhöht werden soll.

Im Rahmen eines 2012 entwickelten Frauenförderungsplans veranstaltete das Telekommunikationsunternehmen zusammen mit der Unternehmensberaterin Michaela Grüsser einen ersten Impuls-Workshop für Frauen in Führungspositionen. Der einige der Teilnehmerinnen ins Grübeln brachte.

Denn nach wie vor ist Erfolg und das damit verbundene Prestige bei Frauen mehrheitlich negativ besetzt. Ehe sie Karriere-Chancen beherzt ergreifen, stellen sich viele Frauen – ganz im Gegensatz zu männlichen Kollegen – Fragen, die ihren Erfolg durch ein falsches Selbstbild behindern können: "Bin ich überhaupt qualifiziert für diesen Job?" oder: "Werde ich nicht komisch angesehen, wenn ich das größte Büro oder den eigenen Dienstwagen fordere?"

"Führung und Leadership ist eine Frage der Haltung," meint Management-Coach Michaela Grüsser (www.gruesser.at), "Und Frauen stufen ihre Kompetenzen und Fähigkeiten leider immer noch falsch ein."

  • Nicht mal 7% der Frauen nehmen aktiv Gehaltsverhandlungen in Angriff.
  • Die Erwartungen für das Einstiegsgehalt liegen bei Frauen viel niedriger als bei Männern. Frauen gaben ein bis zu 12.000 Euro niedrigeres Jahreseinstiegsgehalt an.
  • Als tolle Teamplayerinnen verkaufen sie oft ihre eigenen Erfolge zu wenig.

Grüsser: "Leider erhält aber niemand eine Gehaltserhöhung oder Beförderung, wenn er nicht wirklich überzeugt ist, dass er sie auch verdient!" Kurzum: Frauen müssen mehr an den eigenen Erfolg glauben, ihre Karriere selbst in die Hand nehmen – statt die Unternehmensstruktur, die sozialen Gegebenheiten oder schlicht die "Anderen" für ein Verhindern des beruflichen Erfolgs verantwortlich machen. Grüsser: "Die Umstände oder die Anderen lassen sich selten ändern – das eigene Handeln aber schon."

Ihre Tipps für Frauen, die in Führung gehen wollen:

1

Finde heraus, was dich wirklich glücklich macht. Und zögere nicht, es zu tun.

2

Identifiziere deine Stärken, nutze dein Potential – und finde den Wow!-Faktor.

3

Umgib' dich mit Menschen, die dich respektieren und unterstützen – und die an deinen Traum glauben.

4

Bau' dir ein Netzwerk auf. Viele Frauen wachsen in dem Bewusstsein auf, alles alleine machen und schaffen zu müssen – das funktioniert aber auf Dauer nicht.

5

Erlaub' dir, auch zu scheitern. Zweifel, Enttäuschungen, Rückschläge sind Begleiter auf dem Karriereweg. Erfolgreiche Führungskräfte beherrschen die Formel: "Ich falle hin+ich stehe wieder auf = Resilienz."

A1-Mitarbeiterinnen: Fit für Führung.
Thema: Karriere