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"Hört auf, Frauen über 40 vom Kinderkriegen abzubringen!"

Sie ist die Chefin des 'Royal College of Midwives' und hat was zu sagen: Hebamme Cathy Warwick unterstützt alle Frauen bei ihrem Kinderwunsch - ohne Wenn und Aber.

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mit 40 mutter werden
© istockphoto.com/AleksandarNakic

Ich kann mich noch erinnern, in der Schulzeit, gab es ein Mädel, das hatte Eltern, die älter waren. Ich weiß nicht warum, aber das hat mich fasziniert. Die Frau war mit 39 Mutter geworden und der Ehemann war sogar noch älter. Gegrübelt habe ich darüber, wie es sein musste, wenn das Mädchen erwachsen war und sie solch 'alte' Eltern hatte. Das war Ende der 1990er, als die Ü-40 Elternschaft noch nicht so ein großes Thema war.

Junge Mütter, alte Mütter - die Zeiten ändern sich

Mittlerweile hat sich viel geändert. 40 ist das neue 20! Wenn wir es uns leisten können, stürzen wir uns in mehrere Studien, Praktika oder Reisen, bis wir schon an den 30 kratzen, wenn wir 'ernsthaft' zu arbeiten beginnen. Und das ist dann auch wirklich erst der Anfang einer Karriere! Dass heißt, dann denkt man eher noch nicht an eine Familie, vor allem, wenn der Job einen wirklich auf Trab hält. Und da sprech ich ja noch gar nicht vom passenden Partner oder Partnerin, denn die Suche nach einem Seelenverwandten ist heute auch nicht gerade leichter geworden.

Ich möchte hier weder generalisieren, noch Klischees verstärken. Natürlich lebt nicht jede Person dasselbe Leben, oder geht denselben Weg. Viele Frauen bekommen immer noch mit Mitte 20 ihr erstes Kind. Andere viel früher und ebenso andere viel später. Letzteres ist ein Trend, der sich auch in der Bevölkerungsentwicklung zeigt. Laut Statistik Austria 2014 war das durchschnittliche Gebäralter der Mütter im Jahr 1984 26, 2 Jahre. 2013 stieg das Alter auf 30,5 Jahre an.

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(c) istockphoto.com

Mit 30 ist es also 'normal', das erste Kind zu bekommen. Wie steht es aber mit 40 Jahren? Man hört doch so viel munkeln, von wegen, irreparablen Schäden, Risikoschwangerschaften, oder verminderter Fruchtbarkeit. Doch was ist wirklich dran, an den Gerüchten? Cathy Warwick sagt:"Selbst wenn du mit 42 oder 45 ein Baby bekommst, erhöhen sich die Risiken nur minimal, wenn du gesund bist."

Irgendwie glaubt man ihr sofort, denn Warwick ist Chefin der 'Royal College of Midwives', also einer Akademie für Hebammen. "Ich weiß nicht genau, warum wir uns solche Sorgen wegen dem Alter machen, aber ich bin mir auch nicht sicher, ob wir Frauen solche Angst damit machen sollen.", fügt die Hebamme in einem Interview mit dem Telegraph hinzu. Und damit öffnet sie gewissermaßen eine Büchse der Pandora, denn vor nicht allzu langer Zeit wurde eine Studie veröffentlicht, die sich genau mit diesem Thema beschäftigt, also dem Risiko bei Spätgebärenden.

»Ich weiß nicht genau, warum wir uns solche Sorgen wegen dem Alter machen.«

Und die Konklusion der kanadischen Studie, die im PLOS Medicine erschien, sagt genau das Gegenteil: Demnach ist das Risiko auf lebensgefährliche Komplikationen und Leiden bei Müttern über 40 Jahren signifikant höher, als bei jüngeren Müttern. Die Forscher sagen aber auch, dass diese Untersuchung Frauen nicht abschrecken, sondern die Kommunikation im Gesundheitswesen verbessern soll. Frauen über 40 sollen während der Schwangerschaft so unterstützt werden, dass etwaigen Risiken schnell und effektiv entgegengetreten wird.

Es wird noch viele Jahre dauern, bis wir genau wissen, wie sich das (ältere) Alter auf Schwangerschaften und alles, was danach kommt, auswirkt. Die Gesellschaft verändert sich konstant und manche werden bei den Veränderungen dabei sein, andere wiederum werden an den alten Wegen festhalten. Leben und leben lassen, ist eine gute Devise, mit der man durchs Leben gehen kann, ohne sich über alle aufzuregen, mit dem man nicht einverstanden ist. Frauen, die Ü-40 Kinder bekommen haben genauso ihre Gründe, wie Frauen, die schon früher dran sind. Man muss nicht alles gutheißen, aber verurteilen ebenso wenig.

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