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70 Prozent der Opfer von Menschnehandel sind weiblich

Wenn es um sexuelle Ausbeutung geht, ist der Anteil von Frauen und Mädchen gar 94 Prozent. Die UNO ruft anlässlich des aktuellen Reports zum Thema dringend zu verstärkter, internationaler Zusammenarbeit auf.

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70 Prozent der Opfer von Menschnehandel sind weiblich
© iStock/Srdjanns74

Menschenhandel gibt es vor allem dort, wo es es bewaffnete Konflikte gibt. Wo das passiert und in welchem Ausmaß erhebt die UNO, genauer die UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime) alle zwei Jahre in einem Bericht. Die aktuelle Ausgabe wurde gestern präsentiert. Und dieser Bericht zeigt in erschreckender Deutlichkeit, dass vor allem Frauen Opfer von Menschenhandel werden. Während Buben vor allem als Kindersoldaten und Arbeitskräfte missbraucht werden, landen Frauen und Mädchen meistens in der "Sexsklaverei".

Laut dem Bericht sind 70 Prozent der Opfer von Menschenhandel weiblich, die Hälfte davon sind erwachsene Frauen, während Mädchen ein Fünftel aller Opfer ausmachen und ihr Anteil an der Gesamtzahl steigt. Wenn es um sexuellen Missbrauch und sexuelle Ausbeutung geht, sind gar 94 Prozent der Opfer weiblich, was auch die UN Women, die Frauenorganisation innerhalb der UN in einem Tweet hervorhebt:

"Dem Ruf nach Gerechtigkeit folgen"

Diese Erfahrung hat Nadia Murad gemacht, sie ist Friedensnobelpreisträgerin und UN Sonderbotschafterin für die Würde der Überlebenden von Menschenhandel. Sie hat den 2014 an den Jesiden verübten Genozid überlebt. Gemeinsam mit tausenden anderen jesidischen Mädchen und Frauen wurde sie vom IS gekidnapped, als dieser das Dorf der damals 19 -Jährigen überrannte. "Nadia Murad ist das erste Opfer von Menschenhandel, die als Sonderbotschafterin tätig ist und dadurch, dass sie über ihre Erfahrungen in IS-Gefangenschaft, als sie vergewaltigt und misshandelt wurde, spricht, wurde sie zu einer führenden Stimme, wenn es darum geht, diese schrecklichen Verbrechen aufzudecken", so UNODC Executive Director Yury Fedotov anlässlich der Präsentation des Berichts. "Ich ersuche die internationale Gemeinschaft Nadias Ruf nach Gerechtigkeit zu folgen und ich hoffe dieser Bericht trägt zu diesen Bemühungen bei."

Internationale Zusammenarbeit

Sexuelle Ausbeutung ist nach wie vor der Hauptgrund für Menschenhandel, sie macht 59 Prozent der dokumentierten Fälle aus, Zwangsarbeit 34 Prozent. Insgesamt geht die Zahl der weltweit verzeichneten Fälle von Menschenhandel nach oben, allein im Jahr 2016 wurden 24.000 Opfer erfasst. Zielländer des Menschenhandels werden immer stärker die reichsten Länder der Erde, während die Opfer von immer weiter entfernten Destinationen kommen, stellt der Bericht fest. Und das bedeutet für die UNO vor allem eines: Das internationale Zusammenarbeit verstärkt stattfinden muss, wenn es um den Kampf gegen Menschenhandel geht.