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Frauen & PC-Spiele

Wenn es um Gamer geht, hat man einen ganz bestimmten Typ Mensch vor Augen: Der kleine Nerd, der in seinem dunklen Zimmer sitzt und brutale Spiele zockt, während draußen bei 30 Grad die Sonne scheint. Doch schon seit einigen Jahren ist dieser Typ des computerspielenden, meist männlichen Einzelgängers überholt.


Frauen & PC-Spiele
© dolgachov/iStock/Thinkstock

Im Jahr 2014 gaben 29,3 Millionen Menschen an, Computer- und Videospiele zu spielen. Davon waren 13,5 Millionen Spieler weiblich, also fast die Hälfte. Und auch die Altersverteilung ist nicht so, wie man sie erwartet. Während 19 Prozent der Videogamer 10 bis 19 Jahre alt sind, sind über 20 Prozent bereits 50 Jahre und älter. Da letztlich alle Altersgruppen zu einem bestimmten Prozentsatz bei Spielen am Computer aktiv sind, lässt sich rein auf Basis des Alters keine Gruppe definieren, die am stärksten zum Spielen neigt. Mehr Statistiken findest du bei Statista.

Die Zeiten, in denen nur junge, einsame Männer stundenlang am PC saßen, scheinen also vorbei zu sein. Eine neue Ära der Computerspiele hat begonnen und Frauen sind davon nicht weniger begeistert als Männer. Immer häufiger finden auch Frauen ein großes Interesse daran, sich in Fantasiewelten auszutoben, große Schlachten zu kämpfen und in andere, virtuelle Rollen hineinzuschlüpfen. Allerdings findet man die spielenden Frauen selten bei Spielen wie Diablo. Das weibliche Publikum legt bei Computerspielen Wert auf andere Eigenschaften, als es die männliche Bevölkerung tut. Frauen stellen meist sogar höhere Ansprüche: Sie wünschen sich eine stetige Veränderung des Spiels, Abwechslung im Spielverlauf und immer wieder neue Inhalte. Experten sind sich einig: Männer spielen, um sich zu messen. Frauen hingegen spielen, um zu kommunizieren und zu konstruieren.

Es sind andere Spiele, mit denen Frauen sich bevorzugt beschäftigen und die Produzenten der Spiele für Computer und Konsolen wissen ganz genau, womit sie die Frauen anlocken können. Da gibt es einerseits verspielte, klischeehafte Fantasiewelten, in denen man als Hexe seinen eigenen Garten pflegen kann. Miramagia heißt beispielsweise eines dieser Spiele. Es ist eine Anlehnung an die berühmten Farmspiele, bei denen man eine eigene kleine Farm leitet. Nur dass bei Miramagia alles ein bisschen bunter gestaltet ist, ein bisschen fröhlicher, ein bisschen femininer und mit ein bisschen mehr Magie. Für wen das recht verlockend klingt, der findet das kostenlose Browsergame bei Sat1spiele.

Außerdem bei Frauen sehr beliebt ist der weltweit angesagte Renner World of Warcraft. Das Spiel belegt auf Listen weltweit den Platz Nummer eins, auch bei Frauen über 18 Jahren. Das Spiel findet in einer überaus langlebigen Welt statt, in welcher komplexe und niedliche Charaktere aufeinandertreffen können. Mehrere Millionen Menschen können hier gegeneinander antreten, miteinander spielen und können eigentlich alles tun, wonach ihnen der Sinn steht, denn letztlich ist bei World of Warcraft alles erlaubt.

Neben diesen typischen Spielen, in denen komplexe Fantasiewelten erschaffen wurden, interessieren Frauen sich aber auch für Spiele, in denen vor allem Köpfchen gefragt ist. Dazu gehören etwa Rätselspiele, wie der Mord im Orient Express nach Agatha Christie. Der Protagonist Hercule Poirot durchsucht hier alle Abteile einzeln nach nützlichen Hinweisen, er muss kombinieren und Verdächtige festnehmen. Aber nicht nur der berühmte Detektiv, auch Sherlock Holmes, Miss Marple und viele weitere sind wieder auferstanden, um den Frauen beim Rätselspaß am PC den Kopf zu verdrehen.

Dass Frauen sich für andere Computerspiele begeistern können als Männer, erklären sich Medienpsychologen mit den Erlebnissen in der Kindheit. Durch ihr soziales Umfeld werden Kinder sehr geschlechtertypisch in ihrem Spielverhalten beeinflusst. So hat es sich in den Jahren entwickelt, dass Jungs sich häufiger raufen und Mädchen eher ihre sozialen Fähigkeiten stärken. Diese Erfahrung haben Frauen auch ins Erwachsenenleben übernommen. Die Motivation, sich ab und an einfach mal in einem Videospiel zu verlieren, ist an sich die gleiche bei Männern und Frauen. Beide Geschlechter brauchen hin und wieder eine Möglichkeit abzuschalten und in etwas vernarrt zu sein.

Da Frauen keinen großen Anreiz für einen Wettbewerb sehen, haben sich Spieleentwickler in den Anfangsjahren mehr auf Männer konzentriert. Das hat sich in den letzten Jahren jedoch grundlegend geändert. In vielen Spielen steht nun das Gemeinschaftsgefühl im Mittelpunkt, Frauen sollen sich ebenso zum Spielen verleitet fühlen wie Männer. Eine Taktik, der Frauen in die Falle gehen und das eigentlich auch ganz gerne.

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