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Warum WIR mehr Arbeit haben (die aber nicht gesehen wird)

Du teilst dir mit deinem Partner die Aufgaben, trotzdem hängt das Meiste an dir? Warum die wahre Arbeitslast von Frauen so oft unsichtbar bleibt.

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Warum WIR mehr Arbeit haben (die aber nicht gesehen wird)
© Photo by Priscilla Du Preez on Unsplash

Deine Aufgabenliste? Hmm, zwischen Arbeit, Kindern, dem Bezahlen der Rechnungen, dem Unterschreiben von Skikurs-Anmeldungen und Hort-Entschuldigungen oder dem Sicherstellen, dass noch ausreichend Frühstücksflocken im Vorratsschrank sind, ist sie immer noch gefühlt ungefähr einen Kilometer lang.

Die To Do-Liste deines Mannes? Seinen Worten nach gibt es im Moment nichts sonderlich Wichtiges, was zu erledigen wäre. WTF?

Meine Lieben, auch wenn du und dein Partner den Haushalt und die Kinderbetreuung scheinbar relativ gerecht untereinander aufgeteilt haben: Es gibt etwas, das sich "unsichtbare Arbeitslast" nennt. Und die sorgt dafür, dass trotzdem mehr an euch hängenbleibt – auch wenn es keiner wahrnimmt.

Was versteht man unter "unsichtbarer Arbeitslast" – und warum hängt sie an uns Frauen?

Es ist nicht so, dass dich dein Mann nicht unterstützt. Doch obwohl wir das Jahr 2018 schreiben, neigt das Gros der Frauen nach wie vor dazu, sich für den Großteil der intellektuellen und emotionalen Arbeit in einer Familie hauptverantwortlich zu fühlen. Mit anderen Worten: Obschon man in einer gleichberechtigten Partnerschaft lebt, bleibt der Druck, sich an Details zu erinnern oder sogenannte Mikro-Erledigungen auszuführen an uns hängen.

Nur ein paar Beispiele für die "unsichtbare Arbeitslast":

  • Wer packt den Kindern die Schwimmsachen für die Schule?
  • Wer sagt die Einladung zum Kindergeburtstag zu und kümmert sich um ein Geschenk?
  • Wer organisiert das Mitbringsel für die Schwiegermutter?
  • Wer denkt daran, dass Klopapier auf die Einkaufsliste muss?

Alles klingt für sich genommen läppisch, weshalb es auch nicht wirklich bemerkt und als "Arbeitsleistung" wahrgenommen wird. Aber es summiert sich und ist so trotzdem eine On Top-Belastung.

Okay – aber was ist die Lösung?

Du kannst die mentale To Do-Liste, die dein Verstand in Warp-Geschwindigkeit erstellt, nicht vollständig verbalisieren (man kommt sich ja auch lächerlich vor, wenn man sagt, dass man heute AUCH den Zahnarzt-Termin für die Kinder vereinbart hat). Aber man kann sie visualisieren, damit dein Partner sie ebenfalls vor Augen hat und du einen Teil der Aufgaben an ihn delegieren kannst.

Schreibe auf ein Post-it all die Sachen, die so nebenbei anfallen. Wähle dann drei "unsichtbare" Aufgaben, die du an deinen Partner übergeben willst. Die kannst du deinem Partner dann via Google- oder Outlook-Kalender als Erinnerungen mit Fristen schicken. Ist zwar wieder eine "unsichtbare" Aufgabe – aber du hast nicht mehr das Gefühl, dass der Großteil bei dir hängen bleibt.

Thema: Feminismus

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