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Österreicherinnen zwischen 18 und 65 Jahren: Was wisst ihr wirklich über Verhütung, Sex, Schwangerschaft und Menopause?

Wie aufgeklärt sind Österreichs Frauen, wenn es um die eigene Gesundheit geht: Verhütung, das. 1. Mal, das 1. Baby, HPV und die Menopause? 1000 Österreicherinnen wurden befragt, wie sie lieben, verhüten und vorsorgen.

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Österreicherinnen zwischen 18 und 65 Jahren: Was wisst ihr wirklich über Verhütung, Sex, Schwangerschaft und Menopause?
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Im Rahmen einer Umfrage im Auftrag von Frauengesundheit- und Gynäkologie-Unternehmen GYNIAL wurden 1.000 Österreicherinnen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt, wie sie lieben, wie gesundheitlich vorsorgen, wie gut sie über unterschiedliche Verhütungsmethoden Bescheid wissen, bei wem sie sich über Gesundheitsthemen informieren und was ihre Sorgen und Ängste sind – vor allem in neuen Lebensphasen wie der Schwangerschaft oder der Menopause:

Frühreife Österreicherinnen?

Durchschnittlich erlebt die Österreicherin ihr 1. Mal mit 16,7 Jahren. Zum Vergleich: Frauen, die jetzt in der Altersgruppe zwischen 60 und 65 Jahren sind, hatten ihr erstes Mal damals durchschnittlich erst mit 18,3 Jahren.

Das Kondom ist DER Spitzenreiter beim 1. Mal

Mehr als die Hälfte (52,4 Prozent) der befragten Österreicherinnen hat beim 1. Mal mit Kondom verhütet. Besonders beliebt ist dieses Verhütungsmittel bei 18- bis 29-jährigen Frauen (71 Prozent). Ein gutes Viertel (26,7 Prozent) hat auch schon beim 1. Mal auf die Pille gesetzt. Erstaunlich: Fast jede Zehnte (9,8 Prozent) hat nur "aufgepasst". Damit rangiert das extrem unsichere "Aufpassen" unter den Top 3 Verhütungsmethoden beim 1. Mal.

Die Top 3 der Verhütung im Leben einer Frau

Platz eins der Verhütungcharts nimmt in Österreich immer noch die Pille ein: mit 17,6 Prozent. Vor allem in der Gruppe der 18- bis 29-jährigen Frauen erfreut sich die Pille mit 44,9 Prozent besonderer Beliebtheit. Zweitbeliebtestes Verhütungsmittel der Österreicherinnen ist mit 15,4 Prozent das Kondom – damit wird Verhütung nicht als reine Frauensache betrachtet. Der dritte Platz geht mit 5,8 Prozent an die Hormonspirale.

Frag den oder die Gyn oder doch lieber Dr. Google?

Wenn es um Informationen zum Thema Verhütung geht, ist für Österreichs Frauen aller Altersgruppen der Arzt/die Ärztin DIE Anlaufstelle Nummer eins. Drei von vier Frauen (75,3 Prozent) informieren sich hier aktiv über ihre aktuelle Verhütungsmethode.

Für jüngere Frauen ist das Internet eine wichtige Informationsquelle: 40,9 Prozent der 18- bis 29-Jährigen geben an, hier in puncto Verhütung zu recherchieren. Auch enge weibliche Bezugspersonen sind eine wichtige Informationsquelle: Immerhin spricht eine von vier Frauen (23,3 Prozent) mit einer Freundin bzw. der Mutter. Dies gilt vor allem für die Gruppe der bis 40-jährigen Österreicherinnen. Bedenklich: Knapp 10 Prozent haben sich gar nicht über Verhütung informiert…

Ausreichend informiert oder schnell befriedigt?

Von jenen Österreicherinnen, die sich bei ihrem Arzt/ihrer Ärztin über das Thema Verhütung informiert haben, hat fast jede Fünfte ohne weitere Information ein hormonelles Verhütungsmittel verschrieben bekommen, also ohne über Risikofaktoren aufgeklärt worden zu sein. Jede Zweite wurde über die Risikofaktoren Hormone und Rauchen aufgeklärt (50,7 Prozent), ein gutes Drittel zum Thema Übergewicht (35,3 Prozent) und knapp ein Viertel (24,1 Prozent) in puncto Bluthochdruck. 88,8 Prozent haben den Termin beim Arzt/bei der Ärztin mit ihrem Wunsch-Verhütungsmittel verlassen. Und 89,3 Prozent mit dem guten Gefühl, ausreichend gut informiert worden zu sein. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass eine von zehn Frauen sich zu wenig informiert gefühlt hat.

Wie oft zur Kontrolle? Vorzeige-Patientinnen oder Vorsorgemuffel?

Die gute Nachricht zuerst: Die Mehrheit der österreichischen Frauen geht regelmäßig ein Mal pro Jahr zur Routinekontrolle zum Gynäkologen (53,9 Prozent), 16,5 Prozent sogar zweimal jährlich. Besorgniserregend: 11,9 Prozent der österreichischen Frauen gehen selten oder nie zum Gynäkologen. 79,1 Prozent lassen dabei regelmäßig einen Krebs-Abstrich des Gebärmutterhalses machen, 4 Prozent wissen es nicht. Dieses Nicht-Wissen ist vor allem in der jungen Altersgruppe ausgeprägt (8,7 Prozent).

Positiver PAP-Abstrich – und dann?

15,6 Prozent der Österreicherinnen waren bereits mit einem positiven PAP-Abstrich konfrontiert. Von diesen Frauen hatten schlussendlich 39,1 Prozent einen operativen Eingriff. Dieser erfolgte zumeist relativ rasch, nämlich in 45,9 Prozent aller Fälle bereits nach 0 bis 3 Monaten. Bei 26,2 Prozent erfolgte dieser Eingriff erst nach mehr als einem Jahr. 11,5 Prozent wurden nach dem Befund mit alternativen Methoden behandelt und bei 38,5 Prozent kam es zu einer Spontanremission.

Maybe Baby?

52,9 Prozent der noch kinderlosen 18- bis 49-jährigen Österreicherinnen haben aktuell einen Kinderwunsch, den sie sich im Durchschnitt aber erst mit 29,6 Jahren erfüllen möchten.

Bye-bye Eisenmangel

48,4 Prozent der Österreicherinnen hatten während ihrer Schwangerschaft einen Eisenmangel. 85 Prozent davon haben daher ein Eisenpräparat eingenommen. 17,8 Prozent der Frauen haben versucht, diesen Mangel (auch) über die Ernährung auszugleichen. 6,5 Prozent wurden mit einer Eiseninfusion behandelt. Bei 96,2 Prozent wurde die Empfehlung zur Behandlung des Eisenmangels vom Arzt ausgesprochen.

Hurra, wir sind schwanger!

Während der Schwangerschaft beschäftigt die Mamas-to-be vor allem diese Themen: Die Geburt, Stimmungsschwankungen und schlechter Schlaf. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie in dieser Lebensphase emotional gefordert oder zum Teil sogar geängstigt waren. Interessant: Auch die Vorsorgeuntersuchungen werden von 28,1 Prozent aller schwangeren Frauen als teilweise beängstigend empfunden.

Wenn es um das Thema Schwangerschaft geht, informieren sich 65,3 Prozent der österreichischen Frauen am meisten direkt bei ihrem Arzt/ihrer Ärztin. 44,2 Prozent haben Bücher konsultiert, 38,1 Prozent im Internet recherchiert und 29,7 Prozent ihre Mutter um Rat gefragt. Je jünger die Befragten, desto häufiger werden digitale Medien zur Informationssuche genützt. 57,6 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nutzen das Internet, aber nur mehr 21,9 Prozent der 40- bis 49-Jährigen. 29,8 Prozent der 18- bis 29-Jährigen lesen Mama-Blogs, bei den 30- bis 39-Jährigen 20,1 Prozent und in der Gruppe der 40+ nur mehr 5,3 Prozent.

Lustkiller Geburt?

42,4 Prozent der befragten Österreicherinnen hatten im ersten Jahr nach der Geburt weniger Sex, 34,5 Prozent weniger Lust auf Sex – 5,1 Prozent gar keinen Sex. 8,8 Prozent klagen über Schmerzen beim Sex und 7,1 Prozent über Scheidentrockenheit. Die Verhütungsmethode der Wahl im ersten halben Jahr nach der Geburt ist das Kondom (40,4 Prozent). 24 Prozent der Frauen geben an, die Pille eingenommen zu haben. 5,4 Prozent haben ‚aufgepasst‘ und 12,1 Prozent haben gar nicht verhütet.

Die Menopause kommt...

Im Durchschnitt kommt die österreichische Frau mit 48,9 Jahren in die Wechseljahre. Von jenen Österreicherinnen, die den Wechsel noch vor sich haben, sehen diesem 39 Prozent vollkommen gelassen und 47 Prozent eher gelassen entgegen. Ältere Frauen blicken dieser Veränderung entspannter entgegen als jüngere. 80,2 Prozent der 35- bis 39-Jährigen betrachten die Wechseljahre entspannt. In der Gruppe der 45+ steigt dieser Wert sogar auf 93,2 Prozent.

Jene, die diese Veränderung weniger entspannt sehen, sorgen sich in Bezug auf typische Beschwerden wie Hitzewallungen (57,1 Prozent). 52,4 Prozent, weil man nicht weiß, was auf einen zukommt. Der Arzt/die Ärztin ist auch beim Thema Menopause die Informationsquelle Nummer 1 für die Österreicherinnen (50,4 Prozent). 29,2 Prozent recherchieren im Internet, 18,9 Prozent sprechen mit einer nahen weiblichen Bezugsperson über diese neue Lebensphase. Und ganze 22,6 Prozent haben sich gar nicht informiert.

Girl, it‘s hot in here...

DAS Symptom der Wechseljahre sind für Österreichs Frauen Hitzewallungen und Schweißausbrüche (81,3 Prozent). 55,6 Prozent denken bei den Wechseljahren an Stimmungsschwankungen, 42,1 Prozent an Gewichtszunahme und 40,2 Prozent an Schlafstörungen.

Nahrungsergänzungsmittel oder Hormone?

82,1 Prozent der Frauen in Österreich, die den Wechsel noch vor sich haben, würden Nahrungsergänzungsmittel zur Linderung von Beschwerden einnehmen. Aber: Nur 62,1 Prozent jener, die gerade im Wechsel sind, schlucken tatsächlich Nahrungsergänzungsmittel. 34,5 Prozent der Österreicherinnen, die den Wechsel noch vor sich haben, würden Hormone gegen die Beschwerden einnehmen. Aber nur 13 Prozent jener Frauen, die gerade im Wechsel sind, tun dies tatsächlich.

Wechseljahre und Frust im Bett?

41,2 Prozent der Österreicherinnen geben an, dass sich ihr Sexualleben in den Wechseljahren verändert hat. 64,2 Prozent registrieren weniger Lust. 45,3 Prozent berichten von weniger Geschlechtsverkehr und 34,5 Prozent klagen über Scheidentrockenheit.