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Frauengesundheit: Mammographie

Brustkrebs durch Früherkennung vorbeugen: So läuft die Mammographie ab. Plus: Alles über das neue Brustkrebs-Früherkennungsprogramm in Österreich.

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Frauengesundheit: Mammographie
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Diagnose Brustkrebs
Der Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Statistiken bestätigen, dass etwa jede 8. bis 9. Frau in Österreich an Brustkrebs erkrankt und jährlich bei etwa 5000 Frauen die Diagnose Brustkrebs gestellt wird. Männer sind nur in äußerst seltenen Fällen davon betroffen.
Prinzipiell muss man Mammakarzinome von gutartigen Tumoren der Brust abgrenzen. Letztere wachsen deutlich langsamer und verdrängen umliegendes Gewebe, dringen jedoch nicht in dieses Gewebe ein. Zu diesen gutartigen Tumoren gehört beispielsweise das Lipom (Tumor des Fettgewebes) oder Fibrom (Tumor des Bindegewebes), sowie Zysten.
Beim Mammakarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor, bei dem sich Zellen der Brust bzw. eines bestimmten Brustgewebes stark verändern. Die entarteten Krebszellen teilen sich quasi ungebremst, wachsen in umliegendes Gewebe ein und zerstören es. Darüber hinaus können sie mit dem Blut- und Lymphstrom in andere Körperregionen gelangen und dort Metastasen bilden.

Was ist eine Mammographie?
Doch die Diagnose von Brustkrebs hängt wesentlich davon ab, wie früh der Krebs erkannt wird. Aus diesem Grund sind sogenannten Screening- bzw. Früherkennungsprogrammen besonders wichtig und relevant, vor allem, was die Gesundheit der Frau betrifft.
Ziel dieser Art von Untersuchungen ist es, eine etwaige Brustkrebserkrankung in einem möglichst frühen Stadium ihrer Entwicklung zu entdecken. Zu diesem Zeitpunkt verspüren 89 Prozent der Patientinnen noch keinerlei Beschwerden! Doch in diesem Stadium ist es oft noch möglich, eine Heilung durch eine entsprechende Therapie zu erzielen.

Welche Untersuchungsformen gibt es:
1.) Die Mammographie ist die Röntgenuntersuchung der Brustdrüse und ist die derzeit genaueste bildgebende, international anerkannte und standardisierte Methode zur frühzeitigen Erkennung von Brustkrebs.
2.) Mit der Sonographie - einer Ultraschalluntersuchung der Brust - steht eine weitere etablierte Methode zur Verfügung. Allerdings hängt die Genauigkeit der Sonographie von der Brustdichte ab.
3.) In seltenen Fällen wird auch ein MRT - Magnetresonanztompgraphie - angewendet.

Wie wird die Mammographie durchgeführt?
Bei der Mammographie wird die Brust mit einem speziellen Röntgengerät in zwei, eventuell sogar auch in drei, Ebenen durchleuchtet. Durch dieses Vorgehen erhalten die Ärzte eine exakte räumliche Zuordnung der abgebildeten Strukturen.
Um eine möglichst gute und detailreiche Aufnahme zu erhalten, ist es in der Regel notwendig, die Brüste etwas abzuflachen. Dies geschieht mithilfe zweier Platten, von denen eine den Röntgenfilm bzw. den Röntgendetektor enthält.

Wann sollte eine Mammographie gemacht werden?
Die Dichte und Schmerzempfindlichkeit der Brust verändern sich im Laufe des Zyklus. Daher sollte man eine Mammographie zwischen dem sechsten und dem zwölften Zyklustag durchführen, da das Brustgewebe in dieser Zyklusphase besonders gut beurteilbar ist.

Österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm
Am 1.1.2014 startete das neu ins Leben gerufene Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. Ziel des Programms ist es, die Brustkrebs-Früherkennung besser zu koordinieren und die Qualität der Untersuchungen zu erhöhen.
Alle Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren werden regelmäßig alle 24 Monate mit einem persönlichen Brief zur Mammographie-Untersuchung eingeladen. Frauen im Alter zwischen 40 und 44 Jahren sowie zwischen 70 und 74 Jahren können bei der kostenlosen Telefon-Serviceline eine Einladung anfordern.
Durch diese Einladung, ist eine ärztliche Zuweisung zur Mammographie nicht mehr nötig. Eingeladene Frauen können aus einer Liste teilnahmeberechtigter Untersuchungseinrichtungen wählen, die mit dem Einladungsbrief mitgeschickt wird.
Die Teilnahme am Brustkrebs-Früherkennungsprogramm ist freiwillig und für alle in Österreich sozialversicherten Frauen zwischen 40 und 74 Jahren kostenfrei .

Der Ablauf
1.) Frauen erhalten einen Einladungsbrief, suchen sich eine Untersuchungseinrichtung aus und vereinbaren einen Termin.
2.) Mammographie: Ein Radiologe röntgt die Brüste der Patientin.
3.) Doppelbefundung: 2 Radiologen beurteilen das Röntgenbild unabhängig voneinander und stellen eine Diagnose. (Nach dem 4-Augen-Prinzip)
4.) Ultraschalluntersuchung: Falls nötig, wird eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung durchgeführt.
Sollten keine Auffälligkeiten sichtbar sein, wird die Patientin nach Hause geschickt und erhält 24 Monate später erneut einen Einladungsbrief.
Bei Auffälligkeiten erfolgt eine genaue Abklärung mit dem Arzt und weitere Behandlungsmaßnahmen werden getroffen.
Wichtig: Bei Beschwerden sollte man unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen!