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"Frauenstimmen": Julya Rabinowich redet über 100 Jahre Frauenwahlrecht

Anlässlich eines Festakts zum Thema an der Uni Wien hat Schriftstellerin Julya Rabinowich dort eine beachtliche Rede gehalten. Wir haben ihre Ansprache zur Nachlese.

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"Frauenstimmen": Julya Rabinowich redet über 100 Jahre Frauenwahlrecht
© Michael Mazohl

Die Stimme der Frau- ein Vorbote des Verderbens. Von Anfang an. Das Weib, schon seit biblischen Urzeiten der Ausbund des Übels, der Quell des Verderbens und überhaupt Verursacherin jedes wirklich folgenreichen Zwischenfalls der Menschheitsgeschichte, hat schon seit der Sache mit dem Apfel nichts dazu gelernt.

Der willenlose Mann, von der ungebremst hantierenden Frau in den Untergang geleitet, war vermutlich jenes Schreckensbild, das den Sturm und Drang zum Hintergrund hat, das Weibliche aka das Desaströse und Unberechenbare von den Wahlurnen fern zu halten. Wer einmal eine derart folgenreiche Fehlentscheidung getroffen hat, und sei diese noch so lange her, sollte besser keine weitere Möglichkeit zu einer nächsten erhalten. Das Weibliche sollte geführt, begrenzt, entschärft und am besten gleich ganz bevormundet werden. Sicher war sicher.

Soweit das biblische Bild, das im Endeffekt in folgendem Zitat des Abgeordneten Rudolf Brestel mündet :"Wollte man die Weiber zulassen, weil sie an den Staatslasten Theil nehmen, so müßte man aus gleichem Grunde auch die Kinder und Narren zulassen." Wenn man sich die Geschichte der Frau in der Gesellschaft aber näher ansieht, offenbart sich ein ganz anderes Bild: nämlich das Tryptichon von Kinder, Küche, Kirche. Oder das Schlachtgemälde Gleichberechtigung, dramatisch ausgeleuchtete Rückzugsgefechte mit einbegriffen. Masslos ist die Frau, wie sie immer schon gewesen ist, bestimmt heisst es bald: Heute gehört uns das Wahlrecht, und morgen die ganze Welt. Dem galt es entschlossen den Riegel vorzuschieben, Wahlrecht hin oder her.

"Einst war es blutiger Ernst"

Viele hier im Saal werden die Wahlplakate kennen, die versuchen, gegen das Frauenwahlrecht mobil zu machen. Ja, heute erscheinen sie lächerlich, eine Karikatur eines Wahlplakates, aber wir dürfen nicht vergessen, dass diese Realität der Frauen einmal blutigster Ernst gewesen ist.

Besonders einprägsam ist mir das- allerdings ein Schweizer- Plakat ins Bewusstsein geschnitten, dass ein offenes Fenster mit unheilvoll hereinwehendem Wind- die Vorhänge dramatisch wie die Segel eines untergehenden Schiffes- die Wiege gekippt- der schreiende Säugling im Fall erstarrt, während eine schwarze Katze- ein sicherer Hinweis auf das verderbte und hexenhafte des Weibes- aus dem Bettchen mit ihren Augen dämonisch leuchtet. Wirklich, nicht einmal mein Lieblingsautor Michail Bulgakow hätte dieses Bild des Verderbens so überzeugend hinbekommen. Und darüber kreischt eine verzweifelte Exklamation in blutroten Lettern: „Mutter macht Politik- Nein!“ Was für ein Drama. Nicht umsonst mussten Schweizerinnen recht lange warten, um endlich ihre Stimme nutzen zu können. Die bedauernswerten Kolleginnen des Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden sogar bis 1990. Diese Jahreszahl sollte man übrigens wirklich sickern lassen. Ich meine, Roxette landeten gerade ihren Hit „Dangerous“, falls sich jemand noch daran erinnern kann, und die Schweizerinnen durften erst da alle wählen.

Und in Österreich?

Österreich hat die Schweiz und viele andere Länder erfreulich überflügelt. Im Rahmen der Gründung der österreichischen Republik wurde das "allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht aller Staatsbürger ohne Unterschied des Geschlechts" festgeschrieben.

Die völlige Gleichwertigkeit war damit natürlich noch lange nicht erreicht. Erst 1975 stellt die Familienrechtsreform Frauen und Männer rechtlich gleich: Frauen dürfen ohne Zustimmung des Mannes arbeiten, über den Wohnsitz mitentscheiden und den Familiennamen wählen. Bis 1975 musste die Gattin die geneigte Erlaubnis ihrer besseren Hälfte vorweisen können, sollte sie arbeiten gehen wollen, und sieht man in die aktuelle Politlandschaft, hört man immer noch Querschüsse, die wieder lauter werden, der Kampflärm kommt zurück.

Keiner wird uns jetzt die Stimme aberkennen wollen. Aber der Versuch, sie zu schwächen, sie zu dämpfen, ins Lächerliche zu ziehen, dieser Versuch ist schon da. Was das passive Wahlrecht angeht: heute, immerhin ganze 100 Jahre später, muss sich eine Politikerin immer noch Fragen und Beschwerden zu Kindererziehung, Aussehen, Kleidungsstil gefallen lassen, während es für männliche Kollegen immer noch kein Thema ist, wie sie die Doppelbelastung denn nun handhaben wollen. Warum es so ist: unter anderem, weil eh klar ist, dass für ihre Kinder eine Frau zur Verfügung stehen wird.

Tatsache und Fiktion

Das ist dies zweierlei Maß, das immer noch unsere Politik und unser Wahlverhalten beeinflusst. Erkennt man diese Beeinflussung nämlich nicht an, dann wirkt sie unbewusst weiter und immer weiter, und in ihrem Wirken entstehen die nächsten Generationen von jungen Frauen, die an denselben Fehlern leiden könnten, wie wir. Und das, sehr geehrte Damen und Herren, das will ich nicht, und ich kann mir nicht vorstellen, dass es viele andere Menschen wollen. Die jungen Frauen sollen groß werden in dem Bewusstsein ihrer Vollwertigkeit, in der ruhigen Gewissheit, gleiche Rechte zu besitzen- und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern tatsächlich. Ich wünsche den jungen Frauen dieselbe ruhige, selbtbewusste Sicherheit auf ihren Lebenswegen wie die, die ich in den skandinavischen Ländern kennen gelernt habe. Und ich halte auch gleich fest, dass es für mich eine überraschende Erfahrung war, eine, die mir den Unterschied zwischen Tatsache und Fiktion recht klar machte. Ja, diese Ruhe und diese Selbstsicherheit wünsche ich allen Frauen. Der Anfang dazu ist mit der tatsächlichen Umsetzung der gleichen Rechte, nämlich der Wahlrechte, vor 100 Jahren gesetzt worden. Und diese Umsetzung war kein Geschenk der Götter. Für sie ist gekämpft, demonstriert, gelitten worden.

Der Anfang ist gesetzt. Die Frau im Besitz ihres Wahlrechts. Die Frau im Besitz ihrer Stimme. Und dann? Was war dann?Wo stehen wir jetzt? Es ist Zeit für eine kleine Standortbestimmung.

Wir befinden uns hier:

Wir stehen 100 Jahre später zwar besser da, aber nicht gut genug. Und es bleibt nicht dabei. Es könnte schlechter werden. Wenn die sogenannte Frauenministerin Förderungen für Frauenorganisationen, unter anderem auch Beratungsstellen kürzt, um sie mit beiden Händen an Burschenschaften (die ja schon in ihrem Namen die absolute Zugehörigkeit zu Frauenthemen tragen ) auszuschütten, dann wird es auf jede Frauenstimme ankommen, die sich dagegen erhebt. Wenn das Innenministerium die Zusammenarbeit mit Gewaltpräventionszentren beendet, und damit die häusliche Gewalt negiert, dann wird es auf jede Frauenstimme ankommen, die sich dagegen erhebt. Wenn einzelne Stimmen in der Freiheitlichen Partei behaupten, dass die Frauenhäuser (deren Bedarf übrigens steigt, deren Förderung aber nicht) dass also diese unterdotierten Frauenhäuser, die wichtigste gesellschaftspolitische Arbeit leisten, dass diese Orte der letzten Zuflucht also Zerstörung der Ehe bedeuten, dann muss uns klar sein, wohin die Reise geht, und erneut wird es auf unsere Stimme ankommen.


Wenn das Frauenwahlprogramm des nunmehrigen Kanzlers von Österreich exakt 2 Seiten umfasst, die einer großflächigen Illustration aufgefüllt werden: dann hätte man eigentlich wissen können, was es für Frauen geschlagen hat. Das Bild zeigt eine kleine Ansammlung von Phallussymbolen- ein Lippenstift, einen Kugelschreiber, der als kleine Warnung an die Weiberschaft gleich mal in ein Babyfläschchen sticht, ein Laptop, einen Stöckelschuh- und eine halbierte Gurke. Kastrationsängste offenbar schon im Vorfeld. Und was haben wir jetzt? Genau, die Gurkenfrauenpolitik.

Rechtsextreme wollen "ihrer Frauen" schützen?

Wenn rechtsextrem besorgte Bürger ausrücken, um „unsere Frauen“ zu schützen, und „unsere Frau“ in dabei so klingt, als wäre „unser Schnitzel“ etwas Ähnliches, ein Konsumgut, das man einfach nicht gerne teilen will, und das man nach Belieben auch wieder von sich stoßen kann. Eine Frau nämlich, die sich nicht in dieser dumpfbackigen Dämlakart beschützt werden möchte und dies auch laut kundtut, wird in Diskussionen massiv angegriffen, und ihr gerade noch so als schützenswert dargestellter freie Wille ist auf einmal nicht einen Pfifferling mehr wert. Das Objekt wird mit den schlimmsten Gewaltwünschen bedacht, wenn das Objekt sich nicht verhält wie erwünscht- ein tägliches Geschehen in Social Media- von Facebook bis Twitter.

Und wieder tönen sie, die Frauenstimmen. Sie erzählen diesmal von Übergriffen, von Erniedrigung, von Durchdringung der gesetzten Grenzen, von Entwertung und Entwürdigung. Der Chor heißt diesmal #metoo und es handelt sich hierbei nicht um eine Popgruppe.

Die erhobenen Stimmen, die nur sagen, was ihr Recht ist, werden gehört. Oder auch nicht. In Zeiten, in denen ein Mnn mit atomarer Macht, von einem Mob ins Amt gewählt, seelenruhig sagen kann: grab them by the pussy, ist #metoo ein Aufschrei. Aber was, wenn dieser Aufschrei nicht weitergetragen wird, was, wenn er verhallt, was, wenn missliebige Opfer, die sich sogar dem Lügendetektortest stellen und denen vor Gericht geglaubt wird, nach Erheben ihrer Stimme sich aus Sicherheitsgründen verstecken müssen?

Ja, könnte man sagen, ja eh, aber das hat ja mit unserem Wahlrecht nichts zu tun. Das spielte sich ja nicht einmal in Österreich ab! Könnte man sagen. Aber, leider, es gibt auch in Österreich Dinge, die sich abspielen.
In Zeiten, in denen ein Griff unter den Pullover als Missverständnis öffentlich deklariert werden kann, sind klare Worte und eine gut hörbare Stimme der Frauen umso wichtiger. Nicola Werdenigg ist eine solche Frauenstimme, die viel bewegt hat und die Mut und große Stärke beweist. Gut, dass es solche Frauen wie sie gibt. Schlecht, dass sie nicht alle nötige Unterstützung erhalten hat, die sie für ihr Anliegen gebraucht hätte.

Genug der Düsternis

Jetzt braucht es einen beherzten Blick nach vorne. Wir haben ein Stimmrecht, das wir nach Belieben einsetzen können. Wir können aktiv und passiv wählen. Und wo wollen wir in weiteren hundert Jahren sein?

Ich wünsche mir eine Welt, in der die Frage des Geschlechts keinerlei Beeinträchtigung nach sich ziehen kann. Eine Welt, in der Arbeit, Kindererziehung, Pflege der Angehörigen und Karriere ganz selbstverständlich Frauen und Männer zu gleichen Teilen möglich ist. Eine Welt, in der weder nach Geschlecht, nach sexueller Orientierung oder nach Alter oder Herkunft diskriminiert wird. Eine Welt, in der sexuelle Gewalt gesellschaftlich geächtet ist, auch wenn der Täter prominent oder mächtig ist. Eine Welt, in der Opfer sexueller Gewalt keine Angst -aus unterschiedlichsten Gründen- haben müssen, sich an die Behörden zu wenden, weil die Täteropferumkehr und die Verharmlosung des Erlebten weitere Wunden schlagen kann. Ich wünsche mir eine Welt, in der Mädchen keinen Augenblick daran zweifeln, dass sie gleich viel Wert sind, gleich viel erreichen können. Nein. Sie zweifeln nicht. Sie sind sich absolut sicher, dass sie machen können, was sie sich entschieden haben zu machen, dass sie sich nicht zwischen Familie und Karriere entscheiden müssen, dass sie wissen, dass sie gesellschaftlich von keinem Mann abhängig sein müssen.

Sie sollen die Ruhe und das Selbstvertrauen haben, ihr Leben nach ihren Bedürfnissen und Wünschen u gestalten- ohne dem „hätte sie keinen so kurzen Rock angezogen“ ohne dem „ Stell dich nicht so an, das war ja nur online“, ohne der Entwertung aufgrund Alter und Herkunft. Ohne in sozialen Medien Freiwild zu sein, nur, weil sie sichtbar sind und zu ihrer Meinung stehen. Nein. Diese jungen Frauen sollen ihre Stimme erheben, ohne damit hadern zu müssen, dafür entwertet, bedrängt, bedroht zu werden. Und sie sollen nicht an ihrer Stimme und ihrem Wert zweifeln. Sie sollen ruhigen Schrittes durch ihre Leben gehen und sie sollen ihr Leben genießen. Sie sollen das Wissen in sich tragen, dass sie die gleichen Chancen haben werden, wenn sie sich bei einem Vorstellungsgespräch bewerben- ohne zotige Bemerkungen und ohne der Frage nach der Familienplanung. Sie sollen kommen als das, was sie sind, und sie sollen nicht daran zweifeln. Als Künstlerinnen, als Wissenschaftlerinnen, als Mütter, als Arbeiterinnen, als Politikerinnen, als Journalistinnen und Kindergärtnerinnen, als Medizinerinnen, als Stadtplanerinnen, als Architektinnen, als junge Mädchen als erwachsene Frauen, bis ins hohe Alter.

»Utopisch? Vielleicht. Aber wer keine Visionen hat, sollte dringend zum Arzt gehen.«

Nur: wie kommen wir da hin? Die Politik des Heute , die vorhin angesprochene Gurkenpolitik, macht es uns nicht gerade einfacher. Das Autoritäre kocht sein Süppchen, und das Feuerchen unter diesem Süppchen wird beständig höher gedreht. Wem das Süppchen noch zu dünn und das Feuerchen zu wenig lodernd scheint, gießt man noch ein wenig Öl hinzu. Das Autoritäre steht der Vielstimmigkeit feindlich gegenüber, ebenso, wie es der freien Entscheidung feindlich gegenüber steht. In einer solchen Welt wird das, was ich den jungen Frauen der nächsten Generationen wünsche, nicht eben einfach zu erringen sein. Was wir dafür also brauchen werden: langen Atem. Geduld und wachen Geist. Solidarität. Und Zusammenhalt. Autoritäre Systeme entzweien, um zu herrschen, hetzen Minderheiten gegeneinander auf, suchen und finden nur allzu leicht Sündenböcke. Auf einen Teil dieses Systems sind wir zuvor schon gestoßen- der großangelegte Versuch, Frauen, die sich nicht gerne von angeblich patriotischen Gefährdern schützen lassen wollen, mit massiver verbaler Gewalt zu begegnen, um ihre Stimmen zu ersticken. Aber diese Unterdrückung, die uns in einem autoritären System blühen könnte, beschränkt sich nicht nur darauf.

Autoritäre Systeme sind immer erst latent und dann immer weniger latent frauenfeindlich. Der unterdrückte Mann braucht schließlich ein Objekt, das er wiederum selbst unterdrücken kann, um nicht gegen den Druck, der auf ihm selbst lastet, zu revoltieren.

Kinder, Küche, Kirche?

Noch sind wir nicht dort. Aber wir passieren schon etliche Warnschilder auf dem Weg. Das Tryptichon- Kinder, Küche, Kirche- ist nicht völlig aus der Welt. Es ist noch da, bereit, wieder geöffnet zu werden. Die Kirche mag vielleicht nicht mehr ein regulativer Schwerpunkt sein. In einer Welt, in der die Arbeitsrechte beschnitten und gleichzeitig die Kinderbetreuung zurückgefahren wird, ist aber offensichtlich, wohin das die Frauen führen wird. Im Kleinen lassen sich die Folgen schon ablesen. Zum Beispiel im reaktionären Testgelände in Oberösterreich, wo mindestens 3.450 Kinder den Kindergarten seit Einführung der Gebühren für die Nachmittagsbetreuung nicht mehr oder kürzer besuchen. Soweit die Bilanz einer Erhebung von Studenten der Fachhochschule Wien in Kooperation mit dem Medium Addendum. Die endgültigen Daten der offiziellen Evaluierung wurden addendum übrigens von den zuständigen Behörden verweigert.

Was also tun? Wie sich wehren?

Als erstes gilt: werdet nicht leiser. Lasst euch nicht knebeln. Stützt euch gegenseitig. Fragt nach. Seid lästig. Veröffentlicht.
Frauenstimmen müssen lauter tönen, als das Boulvardgetöse. Wir sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Unsere Anliegen dürfen weder ein Schattendasein führen, noch sollten wir uns mit Brotkrumen vom großen Tisch abspeisen lassen. Wir wollen keine Brösel, wir wollen keinen Katzentisch, auch nicht den Restauranttisch neben den Toiletten. Wir wollen den halben Kuchen und die halbe Tischplatte. Wir wollen nicht die Prinzessin im Turm sein. Wir wollen das halbe Königreich.

Wir haben viel erkämpft, aber damit ist noch lange nicht Schluss. Wir haben viel erkämpft und das Erkämpfte muss erhalten werden. Schon stemmt es sich dagegen, Fuss an Fuss und Brust an Brust. Die Reibungswärme, die dabei entsteht, fühlt sich nicht nach Nestwärme an. Kein Zentimeter retour. Kein Zentimeter. Backlash bedeutet Rückschlag. Es fühlt sich auch genau so an: ein Peitschenhieb auf Frauenhaut. Wenn nach strarken Führern karkeelt wird, lädt man lieber ein narzisstisch gestörtes Riesenbaby ins Weiße Haus ein, bevor man eine Frau einlässt. Es ist uns bewusst. Wir werden trotzdem nicht aufgeben. Aufgeben wäre gleich bedeutend damit, wieder zurückgetrieben zu werden, dorthin, von wo aus wir uns so lange und hartnäckig vorwärts bewegt haben: wie Bergsteigerinnen in der dünnen Luft, wie Artistinnen am Drahtseil, so vorsichtig.

Kein Prinz soll uns retten

Kein ersehnter Prinz sollte uns je das Verschenken unserer Stimme wert sein. Vor dieser Entscheidung, von der kleinen Meerjungfrau getroffen, die sich im Tausch für ein paar wohlgeformte Menschenbeine gegen ihre Artikulationsfähigkeit entschieden hat, kann nur vollmundig abgeraten werden.

Das Recht auf die eigene Stimme hat weltweit nicht jede Frau. Wir sollten uns dessen bewusst sein. Gleiche Rechte sind Grundpfeiler der europäischen Werte, wenn man sich schon bemüßigt fühlt, diese Werte zu bemühen oder gar zu suchen. Sie sind hier. Genau da. Und wir lassen sie uns nicht nehmen.
Wir lassen uns nicht leiser drehen.

Wir sind ein Chor, in dem jede einzelne Stimme tragend ist.

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