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Freche Kinder werden später erfolgreicher!

Aufmüpfig, keck... Dein Kind gehört zur rebellischen Sorte? Rauf dir kurz die Haare. Und dann sei happy: Die Chancen steigen, dass es später erfolgreicher wird.


Freche Kinder werden später erfolgreicher!

Regeln? Kennt sie nicht. Gut für sie.

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Regeln? Schwer zu akzeptieren. Genauso wie Autoritäten. Bist du die einzige Mutter, die regelmäßig eine Vorladung bekommt, weil deine Tochter lieber mit dem Lehrer diskutiert, als seine Weisheiten zu akzeptieren? Artet daheim jeder Versuch, Regeln durchzusetzen, in eine längere Diskussion aus?

Für dich? Die Hölle. Für dein Kind? Gar nicht mal schlecht.

Zumindest, wenn es nach einer Untersuchung der Psychologin Marion Spengler von der Uni Tübingen geht. Spengler und ihre Kollegen untersuchten den Einfluss des Verhaltens von 12-jährigen Schülerinnen und Schülern im Jahr 1968 auf den beruflichen Erfolg und das Einkommen 40 Jahre später.

Freche Kinder werden beruflich erfolgreicher

Dabei stellte sich heraus: Kinder, die Autoritäten widersprechen, die Regeln brechen und damit gerne in der Schule oder daheim als renitent und lästig abgestempelt werden, können sich damit eine Grundlage für späteren beruflichen Erfolg schaffen.

Denn die rebellischen Kinder hatten nach Ablauf der Studie nicht nur eine bessere Position, sondern auch das höchste Einkommen. Die These der Forscher: diese Kids können später hartnäckiger Verhandeln und sind besser in der Lage, ihre eigenen Interessen mit Nachdruck zu vertreten. Ferner hing der spätere Beschäftigungserfolg eng mit dem Familienwohlstand und dem IQ zusammen.

Für die Langzeituntersuchung, die im Magazin „Development Psychology" veröffentlicht wurde, analysierten die Wissenschaftler 745 Lebensläufe. Beim Verhalten der Schüler wurden die Aspekte Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein, Minderwertigkeitsgefühl, Ungeduld, Pessimismus, Regelverstöße und Missachtung von Autoritäten untersucht.

Keine Regeln für den künftigen Vorstandsvorsitzenden?

Aber was bedeutet das nun für uns Eltern? Sollen wir gütig lächeln, weil es ein künftiger Vorstandsvorsitzender ist, der gerade durch das Kinderzimmer tobt? Oder die Top-Managerin des nächsten Jahrzehnts mit Extra-Taschengeld dafür belohnen, weil sie nicht wie verabredet um neun Uhr zuhause war (und damit auch gleich ihre kapitalistische Ader fördern)?

Nein. Erstens muss nicht aus jedem kleinen Rebell ein beruflicher Überflieger werden. Und außerdem ist es laut Erziehungswissenschaftlern und Pädagogen sogar enorm wichtig, dass auch unangepasste, "rebellische" Kinder lernen, das Gleichgewicht zu halten. Den eigenen Kopf durchzusetzen ist zwar eine oftmals erfolgreiche Kurzzeit-Strategie – für langfristigen Erfolg zählt aber auch die soziale Kompetenz und die Fähigkeit, auch andere Meinungen anzunehmen und zu akzeptieren.

Angemessene Regeln sind also wichtig, Eltern müssen ihre Autorität weiterhin wahren – allerdings ohne die Entwicklung des Kindes zu hemmen. Gerade die Konflikte sind es, in denen sich das spätere Sozialverhalten des Kindes ausprägt. Die Kleine diskutiert gerne? Wunderbar. Aber wenn es um wichtige Sachen geht, müssen am Ende Mama und Papa die Oberhand behalten.

Themen: Kinder, Erziehung

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