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Freundschaft fürs Leben

In WOMAN zeigen vier Prominente ihre wirklich guten Freunde und erzählen offen, was sie schon seit vielen Jahren miteinander verbindet.


Freundschaft fürs Leben
© Unger

Krista ist für mich eine Mischung aus Mutter und Schwester“, beschreibt Sänger und Schauspieler Rainhard Fendrich, 51, seinen langjährigen Lebensmenschen, Schauspielerin und Sängerin Krista Stadler, 64. Seit fast 30 Jahren sind die beiden Künstler befreundet – „wir haben uns zwar immer wieder aus den Augen verloren, aber vom Gefühl her sind wir einander auch in diesen Zeiten eng verbunden geblieben“. Nach der letzten und längsten Pause – „wir hatten eine Krise und sind einander sechs Jahre lang nicht begegnet“ – haben sie sich vor ein
em halben Jahr wieder gefunden. Und verbringen viel Zeit miteinander.
„Krista war, als wir uns 1978 kennen lernten, schon eine etablierte Schauspielerin. Ich habe sie sehr bewundert und habe ihr“, sagt Rainhard, „meine Karriere zu verdanken. Ich habe viel von Krista gelernt, sie hat an mich geglaubt und mich bestärkt.“ Rainhard war damals erst 23 Jahre jung und, so Krista, „ein Ausnahmetalent. Ein junger, hungriger Künstler. Mir war sofort klar, dass er eine großartige Karriere machen wird.“ Sympathisch waren sie einander zwar nicht sofort, „aber der Wunsch, unentwegt Neues auszuprobieren, und die Freude am Spielen haben uns angezogen. Wir sind auch in der Familie des jeweils anderen integriert, Krista ist die Taufpatin meines Sohnes, aber“, so Rainhard verwundert weiter, „ich kann mich nicht mehr erinnern, warum sie damals bei meiner Hochzeit nicht dabei war.“

30 Jahre sind eine halbe Ewigkeit, „da lernt man einander schon sehr gut kennen. Krista hat immer gespürt, wenn etwas nicht stimmt. Sie hat bemerkt, wenn es Zeit war, sich wieder zu melden. Und“, so Rainhard weiter, „sie war immer für mich da.“ Das Band, das die beiden verbindet, ist sehr eng. Krista: „Rainhard hat einige Qualitäten, die aus der Mode gekommen sind. Er kann sehr ritterlich sein. Und ich weiß, dass er für mich da ist, wenn ich ihn brauche.“ Rainhard schätzt an Krista „ihre Ehrlichkeit und ihre unverwechselbare Geradlinigkeit“.

Intimität in Freundschaften. Anders als heute war Freundschaft zwischen Männern und Frauen – also eine nicht sexuelle Beziehung – bis vor etwa einhundert Jahren schier undenkbar und in der sozialen Realität nicht vorhanden. Alltäglich sind diese Verbindungen – vor allem solche, die über Jahre gehen – jedoch noch immer nicht. „Bei verschiedengeschlechtlichen Freundschaften ist die Verfallsquote üblicherweise dann groß, wenn es bei einem von den beiden zu einer Intimbeziehung kommt“, sagt Soziologe Johannes Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Luzern, der im Rahmen einer von der Volkswagen-Stiftung geförderten Studie Freundschaften untersuchte. „Solche Beziehungen stehen recht schnell unter Generalverdacht, weil es noch immer heißt, dass Freundschaft zwischen Männern und Frauen nicht möglich ist.“

Trotz dieser Dogmen hat sich das Potenzial für gegengeschlechtliche Freundschaft mittlerweile sehr vergrößert. „Eine Liebesbeziehung und eine Freundschaft stehen einander ja auch nicht im Weg, weil wir“, wie die deutsche Diplompsychologin Ann Elisabeth Auhagen erklärt, „in der Lebensfreundschaft und in der Partnerschaft eine andere Art von Intimität haben. Darum ist Eifersucht auch nicht angebracht oder notwendig. Wenn sie doch auftaucht, dann sollte man sich überlegen, ob man nicht zu viel von der Beziehung erwartet. Kein Mensch ist für alles zuständig, und niemand kann einem alles sein.“

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