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So veränderten diese Frisörinnen das Leben ihrer Kunden

Depression ist real und nicht schön: Als das 16-jährige Mädchen in ihren Salon kam, wollte sie all ihre Haare loswerden. Doch was die Frisörin dann zauberte, berührte alle.

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Depression bekämpfen, Frisörin
© facebook.com/kayley.olsson

Depression ist so ein Thema, über das man sich schon ein bisschen mehr zu sprechen traut, so lange man selbst oder jemand aus der Familie nicht betroffen ist. Dann wird es wieder zum Tabu; zu einem Problem, das man am liebsten unter den Teppich kehren und vergessen würde. Aber depressive Menschen werden nicht von einem Tag zum nächsten "glücklich", nur weil sie mal nicht so betrübt wie sonst wirken.

Es ist eine komplexe Krankheit.

Mit guten Ratschlägen wie "Na, komm, alles ist doch gut.", oder "Lächle doch mal ein bisschen, geh mal ein bisschen raus." meinen es die meisten zwar nett, aber bewirken können sie nichts. Es gibt keinen Knopf, der umgelegt werden kann, nachdem alles wieder im Lot ist. Therapie und viel Geduld von einem offenen sozialen Umfeld sind die wichtigsten Zutaten auf dem Weg zur Besserung.

Der erste Schritt in eine heilende Richtung.

Und manchmal ist der Weg bis dorthin schon ziemlich schwer. So berührt auch die Geschichte von einem 16-jährigen Mädchen in Iowa so sehr, die sich in einer schweren depressiven Phase aufraffte und sich zum Frisör schleppte. Die Frisörin Kayley Olsson kümmerte sich nicht nur rührend um die junge Frau, sondern teilte ihre Erfahrungen in einem Facebook-Posting mit der Welt. In diesem schreibt sie, dass das Mädchen es vier Wochen lang nicht geschafft hatte, aus dem Bett zu steigen, geschweigen denn sich die Haare zu kämmen.

Die Haare waren dementsprechend so verfilzt und trocken, dass die Schülerin nur einen Wunsche hatte: "Schneide sie alle ab." Doch Olsson brachte es einfach nicht übers Herz, diesen radikalen Schritt zu gehen und kümmerte sich stattdessen insgesamt 13 Stunden lang mit den Haaren des Mädchens. "Nachdem wir gestern 8 und heute 5 Stunden hier verbracht haben, haben wir es geschafft das wunderhübsche Mädchen zum Lachen zu bringen und ihr zu zeigen, dass sie ein wertvoller Mensch ist.", schreibt Olsson auf Facebook. Und was sie da gezaubert hat, kann sich wirklich sehen lassen.

Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Postings in den sozialen Medien, wo Frisöre von ihren depressiven Klienten berichteten. Auch bei Frisörin Kate Langman spielte sich eine ähnliche Situation ab. Als sie eine Frau dabei beobachtete, wie sie sich eine große Menge an Conditionern und Shampoos kaufen wollte, sprach Langman sie kurzerhand an. Die Frau erzählte ihr, dass sie in einer schweren depressven Phase steckte und es kaum aus dem Bett schaffe. Ihre Haare hätte sie seit sechs Monaten immer wieder in einen Knoten nachhinten gebunden und dieser Knoten haftete nun wie ein Stein an ihrem Hinterkopf. Die Frisörin bot der Frau einen Termin an, doch es dauerte noch einige Woche, bis sich die Frau traute, bei Langman vorbeizuschauen.

Auch diese Frisörin verbrachte achteinhalb Stunden mit ihrer Klientin, bis diese wieder "wie sie selbst aussah". "Am Ende der Behandlung konnte ich sehen, wie ihre Augen leuchteten und ihre Wangen Farbe bekamen als sie bemerkte, dass sie wieder mit ihren Fingern durch die Haare streichen konnte. Ich habe heute jemandes Leben verändert und ich werde es nie vergessen.", schreibt Kate Langman auf Facebook.

Depression kann nicht durch einen Frisörgang geheilt werden, leider.

Auch wenn diese zwei Frisören wirklich Courage bewiesen haben, als sie die Haare der Frauen nicht einfach abschnitten, darf man diese Taten nicht mit einer Heilung von Depression verwechseln. Es wäre wundervoll, wenn eine komplexe psychische Krankheit durch eine äußerliche Veränderung geheilt werden könnte, aber so ist es nun mal nicht. Doch als erster Schritt in die heilende Richtung kann man das Hilfesuchen der Frauen auf jeden Fall bezeichnen.

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