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Mythos geklärt: Ist das Frühstück wirklich die wichtigste Mahlzeit des Tages?

Laut einer Studie spreche einiges dafür, die althergebrachte Weisheit umzusetzen: "Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König, Abendessen wie ein Bettler."

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Mythos geklärt: Ist das Frühstück wirklich die wichtigste Mahlzeit des Tages?

Das wird die Frühstückerinnen unter euch freuen:

© iStock

Das gute alte Thema – die einen sagen dies, die anderen das: Soll man nun am Morgen ein üppiges Frühstück zu sich nehmen und am Abend eher etwas Leichtes mit wenig Kohlenhydraten essen? Oder doch lieber Intervallfasten und das Frühstück gleich mal ausfallen lassen? Letztenendes scheiden sich bei diesem Thema nicht nur die Geister, sondern auch die Wissenschaft. Wie wir bereits erfahren haben, soll man laut einer Studie am späten Nachmittag und frühen Abend mehr Kalorien verbrennen als am Morgen. Andere Studien behaupten das Gegenteil. Wie Forschende der Uni Lübeck berichten, liegt der Widerspruch an den fehlenden standardisierten Laborbedingungen – das heißt, die Bedingungen für Probanden waren stets unterschiedlich.

Am Morgen verbrennt man die meisten Kalorien

In einer aktuellen Studie soll dieser Umstand nun vermieden worden sein. Und zwar wurden 16 gesunde und schlanke Männer über einen Zeitraum von mehreren Wochen untersucht. 3 Tage nahmen sie in der Früh die meisten Kalorien zu sich (etwa 70 Prozent ihres Grundumsatzes). Nach zwei Wochen Pause war das Gegenteil der Fall – am Abend wurde geschlemmt, was das Zeug hält. Die Anzahl der Gesamtkalorien blieb immer gleich. Überprüft wurde das Ganze mittels Messungen: Die Forschenden protokollierten zu mehreren Tageszeiten den Energieverbrauch der 16 Probanden. Das Ergebnis: Nach dem Essen änderte er sich tatsächlich. Aber: In beiden Fällen war er am Morgen besonders hoch. Weitere Ergebnisse haben wir im Folgenden aufgelistet:

An Tagen mit leichtem Frühstück und üppigen Abendessen

  • Nach dem Frühstück war der Kalorienverbrauch 2,5 Mal höher als nach dem Abendessen
  • Nach dem Frühstück stieg der Blutzucker nicht so stark an wie am Abend
  • Am Abend stieg der Blutzucker bei einem großen Abendessen um 44 Prozent mehr an als nach einem reichhaltigem Frühstück
  • Der Insulinspiegel stieg deutlich nach einem kalorienreichen Abendessen – in der Früh war er immer niedriger
  • Das Abendessen empfanden die Probanden in beiden Fällen besonders sättigend
  • Das Verlangen nach Süßigkeiten war an Tagen mit leichtem Frühstück besonders groß (immer abends VOR dem Essen)

An Tagen mit großem Frühstück und leichtem Abendessen

  • Nach dem Frühstück war der Kalorienverbrauch 2,5 Mal höher als nach dem Abendessen
  • Wenn das Frühstück also üppig ausfällt, fällt diese Rechnung mehr ins Gewicht (im wahrsten Sinne des Wortes)
  • Nach dem Frühstück stieg der Blutzucker nicht so stark an wie am Abend (also in beiden Fällen gleich)
  • Der Insulinspiegel war am Morgen niedriger als am Abend – in beiden Fällen
  • Das Abendessen empfanden die Probanden in beiden Fällen besonders sättigend

Fazit: Das Sprichwort hat also durchaus seine Daseinsberechtigung. Den Stoffwechsel dürfte ein ausgiebiges Frühstück mit Sicherheit freuen.