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Frustessen lernt man schon als Kind

Ein verändertes Essverhalten in emotional aufgeladenen Situationen, lernen wir schon als kleine Kinder, sagt eine aktuelle Studie. Wir erklären, warum:

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Kinder Frustessen
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Die kleine Jana ist traurig, weil sie nicht zur Geburtstagsfeier ihrer Klassenkollegin eingeladen wurde. Ihr Papa will das traurige Mädchen wieder froh sehen und kauft ihr ein Eis - die Lieblingssüßigkeit von Jana! Doch mit diesem gut gemeinten Verhalten legt er einen weiteren Pflasterstein in Richtung Frustessen. Denn laut einer aktuellen Studie der University College London, lernen wir emotionales Essverhalten schon in der Kindheit.

Die Studie beruht auf Daten einer Zwillingsstudie. Die Hälfte der 398 Zwillingspaare kommt aus Familien mit Übergewicht, die andere Hälfte aus Familien mit Normalgewicht. Die Eltern der 4-Jährigen mussten Fragen bezüglich des Essverhaltens ihrer Kinder beantworten, zum Beispiel, ob sie weniger oder mehr essen, wenn sie traurig oder frustriert sind. Die Daten der eineiigen und nicht-eineiigen Zwillinge wurden verglichen und stellten sich als fast ident heraus. So konnten ForscherInnen den Einfluss der Gene fast vollends ausschließen.

Essen ist kein Ventil für Gefühle!

Das bedeutet aber, dass die Erziehung und das direkte Umfeld einen großen Einfluss auf das Essverhalten der Kinder hat. Laut der Studie lernen Kinder also das Frustessen von ihren Eltern. Trotzdem darf die Schuld nicht nur auf die Eltern geschoben werden, denn sie meinen es meistens nur gut, wenn sie das Kind mit seinem Lieblingsessen trösten wollen. Kinder müssen lernen, anders mit ihren negativen Emotionen umzugehen. Nahrung darf nicht zu einem Ventil für Gefühle werden. Denn wenn Kinder dieses Verhalten erlernen, dann besteht ein höheres Risiko auf Übergewicht. Andere Faktoren, die das Essverhalten beeinflussen können, werden auch im Kindesalter gelernt. Hierzu zählen die Essgeschwindigkeit, das Essen ohne Appetit und sogar wann das Völlegefühl eintritt.