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Mamas gegen Hooligans

Liebe Rapid, liebe Austria! Schaut doch einmal nach Brasilien. Dort verhindern nun die Mütter bekannter Fußball-Hooligans künftige Ausschreitungen.


Mamas gegen Hooligans

Club de Recife: Die Mütter der Krawallmacher fungieren nun als Ordner

© REUTERS/Ruben Sprich

Hooligans sind der Wurmfortsatz im Fußball. Gewaltbereite Krawallmacher, die nach Sieg oder Niederlage ihrer Mannschaft gröhlend und randalierend durch die Gassen ziehen. Ausschreitungen mit Verletzten: In Österreich glücklicherweise eher die Seltenheit. In England oder auch südamerikanischen Ländern an der Tagesordnung.

Vor allem im fußballfanatischen Brasilien wurde alles versucht, um die Randalierer zumindest in den Stadien in den Griff zu bekommen. Kameras rundum. Tiefe Gräben. Getrennte Blöcke, geschützt durch aufmunitionierte Polizisten. Sicherheitskontrollen, gegen die die Einreise in die USA einem Kinderspaziergang ähnelt. Fahndungsbilder und Sperren der bekanntesten Hools.

Hat es bislang geholfen? Eher nicht. Die Hooligans fanden immer neue Wege, um sich in die Stadien zu schummeln und dort Krawall zu machen.

Club de Recife in Brasilien: Mütter sorgen jetzt für Zucht und Ordnung

Die Mütter der Hooligans als Ordner

Doch der brasilianische Ableger der internationalen Werbe-Agentur Ogilvy kreierte nun eine Idee, die so simpel und herrlich ist, dass wir uns verneigen. Beim Risikospiel der beiden Fußballvereine Club de Recife und Nautico Capibaribe , deren Anhänger als besonders gewaltbereit gelten, setzten die Vereine statt breitschultriger Security-Leute kurzerhand die Mütter der bekanntesten Krawallmacher als Ordner ein.

Auf ihren Ordner-Westen trugen die insgesamt 30 Mütter die Aufschrift "Seguranca Mae", zu deutsch "Sicherheits-Mütter". Ein Sprecher von Club de Recife : "Die Mütter sind dieselben Schulungen durchlaufen wie die normalen Sicherheitsleute, die sonst bei unseren Derbys im Einsatz sind. Aber natürlich sollten sie vor allem ein Auge auf ihre sonst so gewaltbereiten Söhne haben."

Der Plan ging auf. Erstmals seit vielen Jahren gab es bei der Begegnung der beiden brasilianischen Clubs keine Verletzten, keine Festnahmen – sogar die berüchtigten Schrei-Duelle mit unflätigen Beschimpfungen blieben aus. Aricio Forte, Vize-Präsident von Ogilvy : "Das Ergebnis ist fantastisch! Wir hatten mit unserer Idee völlig recht: Kein Mann will sich vor den Augen seiner Mutter prügeln!"

Themen: Report, Erziehung