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Wassergeburt mal anders: Bloggerin bekommt Baby im Meer

Bloggerin Lara von "Fit for family" hat sich bei der Geburt ihres dritten Kindes für etwas Neues entschieden. Die 29-jährige Hebamme bekam ihr Baby im Meer.

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geburt im meer
© Photo by Lara via FB Fit for family

Darum verließen Lara & Oli Deutschland

Lara ist 29 Jahre alt und mittlerweile Mutter dreier Kinder. Ihr Ehemann Oli wurde im Winter 2014/15 entlassen, was die Familie dazu veranlasste, Haus und Deutschland zu verkaufen, sich einen Wohnwagen zu besorgen und ins Ausland zu gehen. Giulio und Susanna waren zu diesem Zeitpunkt 4 und 2 Jahre alt - von einer dritten Schwangerschaft war nicht die Rede, denn wenngleich das Paar viele Kinder haben wollen, so wäre dies der denkbar ungünstigste Zeitpunkt gewesen: "Kleine und eigentlich eher große Probleme haben uns immer wieder in die Knie gezwungen und ausgebremst...Dass wir ein drittes Kind wollen, war uns schon klar, bevor das erste gekommen ist. Aber jetzt darüber nachdenken? Unmöglich! Bis ich völlig unerwartet und sprichwörtlich aus heiterem Himmel (und im größten Chaos) den intensiven und unauslöschbaren Gedanken an ein Baby habe. Oli wohl auch, denn nur ein paar Wochen später bin ich glückselig schwanger."

Warum Wassergeburt?

Der Gedanke an eine Wassergeburt kam Lara, als sie bereits schwanger mit einer Freundin und den Kindern im Freibar lag.

"Ich bin Hebamme und liebe diese(n) wunderbare(n) Beruf(ung) über alles. Seit der Geburt unseres Sohnes bin ich in Elternzeit und konnte mein Wissen in Richtung natürliche Schwangerschaft und Geburt durch eigene Erfahrung und viel Lektüre alternativer Bücher völlig neu entdecken und vertiefen. Ich bin überzeugt davon, dass es ein natürlicher Prozess ist, ein Kind zu bekommen, der möglichst nicht gestört werden sollte", schreibt Lara auf ihrem Blog.

geburt im meer

Positive Gedanken dank Schwangerschaftshormonen"

"Nach den emotionalen Höhen und Tiefen der letzten Monate, fühlen sich meine Schwangerschaftshormone geradezu angenehm an. Ich lasse mich fallen und erlebe mit meiner Familie eine wunderbare Zeit im Wohnmobil." Nach einem Herbst auf Sardinien entschließt sich die Familie spontan eine Backpacker-Thailand-Reise zu machen. Auf dem Weg zum Flughafen wurde noch kurz ein Ultraschall-Termin beim Frauenarzt wahrgenommen, um auch sicher zu gehen, dass der Kleinen nichts fehlt. Lara befand sich zu diesem Zeitpunkt in der 23.Schwangerschaftswoche.

Der bisher unausgesprochene Wunsch: Meergeburt!

In Koh Phangan besucht die Familie eine Klinik, um im Notfall den Weg zu einem Ansprechspartner bzw. zu einem Frauenarzt zu finden. Hier entschied Lara auch, dass sie das Baby bekommen wolle: "Eine Meergeburt war mein unausgesprochener, heimlichster Traum und in diesem Moment wird er greifbar. Wenn im Ozean, dann hier, zwischen den großen Felsen, wellengeschützt durch den 200m entfernten Wall und vom Hauptstrand getrennt durch einen schmalen Fluss."

geburt im meer

Doch auch die Meergeburt will geplant sein und ist nicht mit Risiken verbunden: "Ich machte mir Gedanken, dass das Baby zu einer Zeit kommen könnte, in der eine Meergeburt nicht klappen würde. Zum Beispiel nachts, wenn es von Krebsen wimmelt und es sowieso viel zu dunkel ist oder dann, wenn Leute am Strand sind und ich nicht ungestört sein könnte, oder dann, wenn meine Freundin nicht mehr da wäre, die uns hier besucht. Bis ich irgendwann den Gedanken habe, dass dieses Kind ja offensichtlich im Wasser geboren werden will und es sich dann auch den richtigen Zeitraum aussuchen wird."

Die Wehen beginnen!

"Am dritten Tag nach Termin habe ich morgens die erste kräftige Welle (Wehe). Ich beginne, mich mental darauf einzustellen und rechne mit einer schnellen Geburt von etwa 2,5 Stunden, wie bei Susanna. Aber unser Kind hat andere Pläne. Die Geburtswellen sind zwar kräftig aber kurz und kommen nur etwa alle 25 Minuten. Ich verbringe den Tag immer wieder im Meer oder im Pool und möchte nachmittags lieber in das andere Ressort wechseln, um nahe an der Bucht zu sein. Als sich der Abend nähert, bin ich etwas enttäuscht – mit einer Meergeburt wird es wohl nichts."

geburt im meer

Bald ist es soweit. Das Baby kommt!

Kurz vor Sonnenaufgang ist es dann soweit. Der Muttermand ist bei etwa 4-5 cm und Lara ruft ihre Freundin an, dass sie sich startklar machen soll. Mehrere Handtücher, eine wasserdichte Unterlage und eine Tüte für die Plazenta und diverse Dinge, wie auch Notfall-Telefonnummern und Handy sind in der Tasche.Die Wartezeit verbringt Lara im sauberen Pool, wo sie sich am wohlsten fühlt und die Wehen, die immer schneller kommen, gut übersteht. Als sie plötzlich starke Schmerzen bekommt, machen sich Oli und Lara auf den Weg ans Meer.

geburt im meer

Endspurt: Katharina India erblickt das Licht der Welt.

"Als meine Freundin mit den Kindern eintrifft, bin ich völlig eingenommen vom Geburtsgeschehen und brauche Oli an meiner Seite. Meinen ursprünglich ausgesuchten Platz inmitten von einigen kleineren Felsen kann ich nicht beibehalten, da die Schwerkraft natürlich nicht wie an Land wirkt und ich keinen stabilen Halt habe. Also rutsche ich ein Stück nach vorne, um mich an einem Felsen festhalten zu können. Mein Versuch, eine Welle auf einem Felsen besser verarbeiten zu können, scheitert kläglich. An Land kann ich die Kontraktion absolut nicht aushalten und bin schnell wieder im Wasser." Während Giulio von den Felsen aus der Mama bei der Geburt neugierig zusieht, sitzt Susanna mit Laras Freundin und ihren Kindern am Strand.
Als man bereits den Kopf sehen kann und Lara ihre Hand um den Kopf legt, kommen alle ins Wasser um bei der Geburt dabei zu sein. Dann ist sie da, Katharina India. Und da das Meer trotz Tropensonne laut Lara zu kalt ist, geht sie mit dem Frischgeborenen (immer noch durch die Nabelschnur gebunden) ans Land. "Wir haben uns entschieden, die Nabelschnur vorerst nicht durchzuschneiden, um den natürlichen Blutfluss nicht zu unterbrechen und um Katharinas Verbindung zu diesem beeindruckenden Organ noch etwas aufrecht zu erhalten." Die Nabelschnur schnitten Lara und Oli 24 Stunden später ab.
Mama und Katharina geht es gut, Lara würde diese Form der Geburt sofort wieder machen und alle freuen sich über das neue Familienmitglied.

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