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Geena Davis löst Sexismus in Hollywood in 2 Schritten

Die Schauspielerin zeigt einen wunderbar simplen Weg auf, wie man sofort die Präsentation von Frauen in Filmen verbessern kann.

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Geena Davis
© Getty Images

Nachdem die Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin mit ihrer kleinen Tochter einige Filme gesehen hatte, fiel ihr eine Tatsache immer wieder auf: Sie sahen fast nur Männer auf der Leinwand. Und wie auch das von ihr geführte Institute on Gender in Media bestätigte, kommt auf 3 männliche Charaktere in Filmen nur 1 Frau - wobei sich diese Zahlen auf Familienfilme beziehen! Bei Actionfilmen oder Thrillern würde das Verhältnis noch ganz anders aussehen (worauf sich ebenso der berühmte Bechdel-Test bezieht). Sieht man in Filmen Menschengruppen, dann bestehen diese im Durchschnitt sogar nur zu 17% aus Frauen. Addiert man dann noch die stark sexuelle Darstellung von Frauen sowie die Tendenz, diese ohne Job oder eigene Interessen darzustellen, dann erhält man das aktuelle Bild der Frau à la Hollywood.

Damit sich diese ungleiche Geschlechterverteilung, die schon seit Jahrzehnten besteht, endlich einmal verändert, hat Davis in einer Kolumne für den Hollywood Reporter zwei simple Vorschläge für Filmschaffende präsentiert.

Schritt 1: Verändere bei den Projekten oder Drehbüchern, die aktuell in Planung sind, einfach ein paar Namen in weibliche Namen. Ohne eine einzige Textzeile zu ändern! Und schon erhält man eine Vielzahl an Charakteren, die komplett ohne Geschlechter-Klischees auskommen! Warum nicht den Klempner zur Klempnerin machen, den Pilot zur Pilotin oder den Politiker zur Politikerin? Was, wenn beide Polizisten, die zum Tatort kommen, Polizistinnen sind und es wäre keine große Sache?

Schritt 2: Wenn eine Massenszene beschrieben wird, ergänze im Drehbuch: "Eine Menschenmenge, zur Hälfte aus Frauen bestehend, versammelt sich." Nur um sicher zu gehen, dass diesmal mehr als 17% darin landen.

Was wir sehen, beeinflusst uns auch. Momentan sehen es wohl viele Menschen als "normal" an, dass Frauen in Filmen unterrepräsentiert sind - es fällt nicht einmal auf, wenn man nicht darauf achtet. Aber auf gleichem Wege kann man ebenso zeigen, dass Frauen in allen Beschäftigungen, in allen sozialen Schichten einfach DA sind. Und dann eben genau das als "normal" ansieht. Wenn es schon nicht in Regierungen oder Führungsetagen möglich ist, warum nicht in der Traumfabik Hollywood?

Thema: Sexismus