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Gefahr Macrolane

Brustvergrößerung mit Macrolane galt für viele Frauen als Alternative zu Implantaten. Das Mittel wird nicht mehr verwendet. Warum, lesen Sie hier!


Gefahr Macrolane

Sabrina E. wünschte sich immer schon eine größere Oberweite. Das A-Körbchen war der Mutter dreier Kinder zu wenig. Das Anwachsen ihrer Brüste auf C-Cup während ihrer Schwangerschaften genoss sie. Vor drei Jahren entschloss sich Sabrina dann, ihren Busen "aufspritzen“ zu lassen: "Ich bekam die Gelegenheit, mir für eine Fernsehsendung den Busen mit Macrolane, einem auf Hyaluronsäure basierenden Gel, vergrößern zu lassen.“ Dass sie die wahrgenommene Chance einmal bereuen würde, ahnte sie zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Einfache Behandlung mit Macrolane?

Was die Methode so attraktiv machte: Anders als bei einer OP, in der unter Narkose Implantate eingesetzt werden, ist bei der Behandlung mit Macrolane nur örtliche Betäubung nötig. "Mittels Nadel wird das Gel unter die Haut und über den Muskel injiziert“, erklärt Mediziner Stefan Gärner (Institut für Plastische Chirurgie by Artur Worseg; www.ifpc.at ). Außerdem bleiben danach nur kleine, kaum sichtbare Einstichlöcher zurück.

Schluss mit Macrolane

Seit Ende April dieses Jahres wird der Gewebefüller bei Brustvergrößerungen (hier: Infos zur Brustvergrößerung mit Eigenfett ) nun nicht mehr verwendet. Der Grund: Die Substanz sollte sich nach spätestens einem Jahr vollständig abgebaut haben - in vielen Fällen war dem aber dann nicht so. Beim Abbau des Gels kam es außerdem häufig zur Kapselbildung. "Es gab Probleme bei Befunden in der Brustkrebsvorsorge“, so Dr. Rolf Bartsch vom Institut für Plastische Chirurgie. Mammografien konnten aufgrund der Knoten nicht richtig ausgewertet werden. "Bereits kurz nach Markteinführung kam es zu Komplikationen. Deshalb haben wir uns in der Praxis von Anfang an gegen das Produkt entschieden“, so Dr. Gärner.

Knotenbildung durch Macrolane

Auch bei der 28-jährigen gab es von Anfang an Probleme: "Bei dem Eingriff wurde die linke Brust verletzt. Sie senkte sich nicht und war steinhart.“ Nach der zweiten Behandlung schien zwar alles in Ordnung, aber es bildete sich dort ein golfball-großer Knoten. "Die Brust war total unförmig. Ich war so verzweifelt“, erzählt Sabrina. "Sind einmal Verkapselungen da, lösen sich diese nicht mehr von selbst auf“, so Dr. Gärner.

Gefährliche Nebenwirkung

Aber nicht nur Knoten, sondern auch schmerzhafte Entzündungen traten bei Macrolane-Patientinnen auf. Wer mit dem Filler an der Brust behandelt wurde, muss jetzt aber nicht in Panik verfallen: "Eine Entfernung ist derzeit nicht vorgeschrieben. Die Patientinnen sollten aber regelmäßig zu Kontrollen mittels Ultraschall gehen“, so Dr. Bartsch. Was übrigens auch bei Implantaten empfohlen wird. Mitte Juni wurden Sabrinas Verkapselungen operativ entfernt. Im selben Eingriff setzten sie der jungen Mutter Silikon-Implantate ein.

Achtung! Das Produkt darf aber nach wie vor als "Off-Label“ (also nicht unter dem Markennamen) für Vergrößerungen verwendet werden - und wird es auch. Suchen Sie sich also einen vertrauenswürdigen Chirurgen und informieren Sie sich genau über die angewandten Methoden. Übrigens: Ab 2013 soll ein neues Schönheits-OP-Gesetz Schindluder vorbeugen und Patienten schützen.

Redaktion: Barbara Schaumberger