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Gedächtnisstörungen nach einer Grippe?

Eien Studie hat sich mit den Nachwirkungen einer Grippe befasst und einen Zusammenhang zwischen einer starken Erkrankung und Schäden im Gehirn gefunden.

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Grippe
© istockphoto.com/Pyrosky

Wir wissen alle, wie schlimm die echte Grippe sein kann. Von einer Minute auf die andere kippt der Gesundheitszustand in eine Art Delirium, wo wir mit um die 39 Grad Fieber vor uns hin vegetieren. Um so eine starke Erkrankung auszukurieren, reichen nicht die obligaten ein, zwei Tage im Bett. Nein, da muss man sich wirklich wochenlang schonen und zu Kräften kommen.

So reagiert ein Mäuse-Gehirn auf starke Grippe

Denn eine verschleppte oder nicht gut auskurierte Grippe kann zu Nachwirkungen führen. Diese sind aber noch gar nicht so gut untersucht, weshalb sich ein ForscherInnenteam der Technischen Universität Braunschweig diesem Thema zugewandt hat. Sie wollten herausfinden, ob eine Grippe schädliche Auswirkungen auf das Gehirn haben kann.

Mäuse wurden mit drei Arten der Influenza infiziert. H1N1, der Erreger der 2009er Schweingegrippe, H7N7, einem gefährlichen Erreger, der aber Menschen kaum betrifft und H3N2, der Auslöser der Grippewelle 2017-18. Nach 30, 60 und 120 Tagen testeten die WissenschaftlerInnen das Erinnerungsvermögen der infizierten und nicht-infizierten Mäuse.

Verschiedene Erreger, verschiedene Auswirkungen

Nach den 30 Tagen hatten sich alle Mäuse wieder gut erholt, doch es zeigte sich, dass jene Versuchstiere, die durch H3N2 und H7N7 infiziert worden waren, Gedächtnisprobleme aufwiesen. Sie konnten sich nicht an die Position eines versteckten Wassernapfes erinnern. Mäuse, die nur den schwachen H1N1 Virus intus hatten oder gar nicht krank gewesen waren, fanden den Napf sofort.

Nach 120 Tagen waren die Gedächtnisproblem aber komplett weg und die Mäuse verhielten sich wieder normal. Das Team meinte aber, dass man von diesem Ergebnis nicht ableiten sollte, dass jeder Mensch, der eine stärkere Grippe hat, längerfristig an Gedächtnisproblemen leidet. Man solle sich einfach bewusst sein, dass so etwas passieren könnte. Die Studie ist auch nur der erste Schritt in Richtung einer langen Forschungsreihe. Erst durch weitere Studien kann man die wahren Auswirkungen auf das menschliche Gehirn prognostizieren.