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Konsumentenschutz gefragt: Wie bekomme ich das Geld für meinen Flug zurück?

Coronabedingt mussten viele ihre Reise verschieben. Aber wie bekommt man sein Geld bei einem nicht angetretenen Flug zurück? Wir haben beim Konsumentenschutz nachgefragt.

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Konsumentenschutz gefragt: Wie bekomme ich das Geld für meinen Flug zurück?
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Der Städtetrip war für den Herbst geplant, die Flüge gebucht, doch dann kam da etwas dazwischen ... die Corona-Pandemie zwang viele Reisende dazu, ihren Trip abzusagen. Nun kämpfen einige um ihr Geld. Egal ob Pauschalreise, Buchungen über ein Billigportal oder über die Airline direkt – nur die wenigsten haben mit geringem Aufwand ihr Geld zurückbekommen. Wir haben beim Konsumentenschutz nachgefragt, welche Schritte man setzen muss, um möglichst effektiv an sein Geld zu kommen.

Es heißt: hartnäckig bleiben

„Man muss einen langen Atem haben und Druck machen“, weiß Gabriele Zgubic, Leiterin des Konsumentenschutzes der Arbeiterkammer. „Hartnäckigsein zahlt sich immer wieder aus“, so die Expertin. Egal, ob der Flug nun selbst storniert oder sogar von der Fluglinie gecancelled wurde – die KonsumentInnen sollten im jeden Fall versuchen, an ihr Geld zu kommen.

Wie ist die rechtliche Lage?

Vor allem, wenn der Flug nicht stattgefunden hat, ist die rechtliche Lage klar, so Zgubic. „Hier geht es dann um die Rechtsdurchsetzung. Die Kundinnen und Kunden sind in diesem Fall eindeutig im Recht und haben Anspruch auf ihr Geld“, so die Expertin. Anders sei das aber, wenn der Flug stattgefunden hat, die Reisenden aber aus anderen Gründen nicht teilgenommen haben – beispielsweise, weil sie aufgrund der Corona-Bestimmungen 14 Tage in Quarantäne am Zielort bleiben müssten. „Das müsste man sich im Einzelfall ansehen. Eine unzumutbare Situation vor Ort ist natürlich ein Argument. Hier kann die Geschäftsgrundlage weggefallen sein “, so Zgubic. Da das Flugunternehmen nur für die Beförderung Verantwortung übernimmt, ist die Situation am Zielort grundsätzlich unabhängig vom Flug zu betrachten. Aber auch wenn man den Ticketpreis nicht erstattet bekommt, Flughafengebühren und Steuern kann man trotzdem in jedem Fall zurückfordern.

Stornoversicherungen bringen nur bedingt etwas

Viele Stornoversicherungen haben eine Pandemie als Ausschlussgrund angeführt. Das heißt: Bei Ausbruch einer Pandemie gilt diese nicht. „Man muss sich in diesem Fall die Geschäftsbedingungen der Stornoversicherung genauer durchlesen“, so Zgubic.

Was ist mit Reiseportalen?

Wer über ein Reiseportal einen Flug gebucht hat, sollte sich jedenfalls auch direkt mit der Airline in Verbindung setzen. „Vertragspartner ist die Airline selbst. Die Portale sind in der Regel nur Vermittler“, so Zgubic. Viele Airlines verweisen KonsumentInnen derzeit insbesondere bei Buchungen auf Billig-Portalen auf die jeweiligen Portale zurück– in diesem Fall kann man sich auf den mit der Airline geschlossenen Vertrag berufen.

Wie sieht es mit Pauschalreisen aus?

Bei Pauschalreisen haftet der Anbieter dafür, dass die Reise insgesamt so stattfindet, wie sie die Reisenden gebucht haben. Muss die Pauschalreise etwa wegen Reisewarnungen frühzeitig abgebrochen werden, ist der Reiseveranstalter verpflichtet, den Rücktransport zu organisieren sowie eventuell nicht konsumierte Urlaubstage anteilig rückzuerstatten. „Bei einer Pauschalreise hat man grundsätzlich bessere Rechte und mehr Chancen, sein Geld zurückzubekommen“, so die Expertin. Auch wenn die gebuchte Reise aufgrund der Pandemie (und Hotelschließungen) nicht stattfinden kann, müssen Pauschalreise-Anbieter den Reisepreis zurückzahlen.

Informationen und Kontaktmöglichkeiten findet man auf der Website der Arbeiterkammer: arbeiterkammer.at

Bietet der Konsumentenschutz Hilfe an?

Wer bei einem Rechtsstreit Hilfe und Informationen benötigt, kann den AK-Konsumentenschutz kontaktieren. Dieser bietet auch Musterbriefe auf der Website an, die an die Airlines verschickt werden können. Auch außergerichtliche Unterstützung ist seitens des AK-Konsumentenschutzes möglich. Zuvor sollte man als Kundin oder Kunde allerdings versuchen, die Airline zu kontaktieren und hartnäckig zu bleiben. Wer eine Rechtsschutzversicherung hat, kann auch diese kontaktieren.

Thema: Reise