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Das kann doch nicht wahr sein?!? Eine Studie ergibt: Auch im Fernsehen keine Spur von Geschlechtergerechtigkeit!

Nach Gender Pay Gap und Gender Data Gap folgt schon die nächste Ohrfeige für uns Frauen: Denn auch das Fernsehen blendet uns aus und ist ausschließlich auf den Mann ausgerichtet!

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Das kann doch nicht wahr sein?!? Eine Studie ergibt: Auch im Fernsehen keine Spur von Geschlechtergerechtigkeit!
© Zoonar/iStock/Thinkstock

Wie sehr die Welt, in der wir leben, auf Männer ausgerichtet ist, zeigt einmal mehr eine aktuelle Studie aus Rostoc: Sie zeigt, wie sehr Frauen im Fernsehen ausgeblendet werden. Spätestens, wenn ab dem Alter von 30, würden Frauen nämlich gewissermaßen aussortiert und durch Männer ersetzt, so die Erkenntnis der Studei.

"Ausgeblendet - Hält das Fernsehen die Fortschritte in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit auf?"

Die Universität Rostock beschäftigt sich seit insgesamt acht Jahren mit dem Thema Geschlechtergerechtigkeit im Fernsehen. Mittlerweile ist zu dieser Thematik sogar ein Buch mit dem Titel "Ausgeblendet - Hält das Fernsehen die Fortschritte in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit auf?" verfasst worden. Dafür haben ForscherInnen im Jahr 2016 insgesamt 3500 Fernsehstunden sowie 900 deutsche Kinofilme im Zeitraum von 2011 bis 2016 untersucht.

Ein erstes niederschmetterndes Ergebnis der Studie: Bereits durch das Kinderfernsehen wachsen Kinder mit einem total falschen Bild von Weiblichkeit auf, da die Hälfte der weiblichen Figuren anatomisch völlig falsch dargestellt würde, so die Medienwissenschaftlerin Elizabeth Prommer gegenüber den Salzburger Nachrichten. Vor allem das Verhältnis zwischen Hüfte und Taille sei extrem unrealistisch dargestellt. Insgesamt werde nur etwa ein Drittel der dargestellten weiblichen Figuren natürlich schlank abgebildet, so Prommer. Eine weitere Problematik im Kinderfernsehen sei zudem die Tatsache, dass auch bei Tierfiguren knapp 90 Prozent dem männlichen Geschlecht zugehörig wären. Das Traurige daran: Für Kinder spiele es überhaupt keine Rolle, ob die handelnden Charaktere weiblich oder männlich seien. Wozu also diese Vorgehensweise seitens der FilmemacherInnen?

Das Fernsehen hinkt der Wirklichkeit hinterher

In der Studie konnte außerdem nachgewiesen werden, dass das Fernsehen der Wirklichkeit hinterherhinkt. Man neheme sich den Beruf einer Richterin als Beispiel, so würde es im wahren Leben deutlich mehr Richterinnen geben als im Fernsehen übermittelt. Ganz generell lasse sich außerdem von den Ergebnissen ableiten, dass das männliche Geschlecht weitaus öfter und regelmäßiger in Form von Experten dargestellt wird, als das weibliche. Im untersuchten Zeitraum betrug der Frauenanteil nur bei ein Fünftel. Ein niederschmetterndes Ergebnis, das aufzeigt, wie viel noch getan werden muss, um auch im Fernsehen Geschlechtergerechtigkeit gewährleisten zu können.

Laut ForscherInnen würden Frauen im Fernsehen nur dann sichtbarer, wenn auch Frauen hinter der Kamera das Sagen hätten. Auch bei gemischten Teams würden im Normalfall die Männer das Zepter in die Hand nehmen und die Frauen dominieren. Also, mehr Filme mit starken Frauenrollen, bitte!